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Marktbericht : Deutsche Aktien leichter

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag seine Abwärtsbewegung fortgesetzt. Die schwachen Wachstumszahlen aus den Vereinigten Staaten vom Vortag lagen den Anlegern noch auf dem Magen.

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          Etwas versöhnlich stimmte ein deutlich über den Erwartungen ausgefallener Einkaufsmanagerindex der Region Chicago sowie trotz hoher Verluste die Geschäftszahlen der Deutschen Bank. Der Dax verlor 0,5 Prozent auf 7.776 Punkte, der marktbreite FAZ-Index fiel etwas stärker auf 1675 Zähler.

          Trotz eines überraschenden Milliardenverlustes stieg der Kurs der Deutschen Bank-Aktie bis zum Handelsende um 2,9 Prozent auf 38,21 Euro. Der Verlust vor Steuern übertraf mit rund 2,2 Milliarden Euro die Analystenschätzungen um rund das Zehnfache. Belastet wurde das Geldhaus durch hohe Wertminderungen. Trotz des Verlustes steht eine Kapitalerhöhung aber offenbar nicht an. Das sorgte für Erleichterung unter den Anlegern.

          Infineon gefragt

          Nach Geschäftszahlen ging es für die Infineon-Aktie 3,9 Prozent auf 6,64 Euro nach oben. Die Zahlen blieben im Rahmen der Erwartungen, etwas besser fiel der Ausblick aus. Das deutliche Plus dürfte aber vor allem auf das Ausbleiben negativer Überraschungen zurückzuführen gewesen sein. Eon-Papiere setzten die Abwärtsbewegung vom Vortag nach einem enttäuschenden Ausblick fort und verloren 3,1 Prozent auf 12,80 Euro.

          Die Kurse von Bechtle und Cancom zogen nach Geschäftszahlen um 7,5 Prozent bzw. 5 Prozent an. Wirecard gaben dagegen um 7,9 Prozent auf 16,77 Euro nach. Moniert wurde von der Citigroup ein nur verhaltener Ausblick.

          Personelle Veränderungen bei Aixtron bekamen dem Aktienkurs nicht gut und führten zu einem Minus von 5 Prozent auf 10,05 Euro. Der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats Holger Jürgensen sowie Aufsichtsratmitglied Karl-Herrmann Kuklies haben mit sofortiger Wirkung ihre Ämter niedergelegt. Hintergrund sind möglicherweise Meinungsverschiedenheiten in der Führungsspitze.

          Wall Street etwas leichter

          Die amerikanischen Börsen präsentiert sich am Donnerstag im frühen Handel nur wenig verändert. Konjunkturdaten und einige negative Unternehmenszahlen prägen das Geschehen. Der Dow Jones Industrial Average lag zuletzt 0,2 Prozent im Minus bei 13.879 Punkten. Der breit gefasste S&P-500-Index sinkt um 0,2 Prozent auf 1.498 Punkte. Der Nasdaq Composite-Index notiert leicht im Minus bei 3.141 Punkten.

          Die vor Börsenbeginn veröffentlichte Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist überraschend stark gestiegen. In der Vorwoche hatten sie noch den niedrigsten Stand seit fünf Jahren erreicht. Die Einkommen der Verbraucher haben indes im Schlussquartal 2012 so stark zugelegt wie seit neun Jahren nicht mehr. Die Konsumausgaben sind jedoch hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die Stimmung unter den Einkaufsmanagern in der Region Chicago im Januar hat sich deutlich stärker verbessert als prognostiziert.

          Facebook leicht im Minus

          Potash fallen um 1,6 Prozent. Der Düngemittelhersteller und K+S-Rivale hat seine mehrfach gesenkten Ziele für das vergangene Jahr knapp verfehlt. Für 2013 rechnet Konzernchef Bill Doyle zwar mit einer Erholung des Kali-Marktes. Sein Gewinnziel liegt allerdings unter der Markterwartung. Bei UPS sorgte die Zahlenvorlage für einen Kursverlust von 2,1 Prozent. Milliardenschwere Abschreibungen bei den Betriebsrenten haben den Paketdienst im abgelaufenen Jahr den Großteil seines Gewinns gekostet.

          Der Chemiekonzern Dow Chemical ist im Schlussquartal tief in die Verlustzone gerutscht. Um Sonderposten wie den teuren Konzernumbau bereinigt war der Gewinn je Aktie (EPS) knapp unter den Erwartungen am Markt geblieben. Der Umsatz war wegen eines kräftigen Rückgangs in Europa und niedrigerer Preise um ein Prozent gesunken. Der Aktienkurs sackt um rund 5 Prozent ab.

          Facebook geben trotz der Rückkehr in die schwarzen Zahlen um 2 Prozent nach, bleiben aber über der Marke von 30 Dollar. Der Vorstoß des weltgrößten Online-Netzwerks auf Smartphones und Tablet-Computer zahlt sich aus, kommt es aber teuer. Electronic Arts klettern nach Bekanntgabe der Quartalszahlen um 3,3 Prozent. Auch die Zahlen und der Ausblick von Qualcomm stoßen am Markt auf uneingeschränkten Beifall. Der Chip-Spezialist hatte Umsatz und Gewinn im ersten Geschäftsquartal um rund ein Drittel gesteigert und blickt optimistischer als die Analysten auf das laufende zweite Quartal. Der Aktienkurs steigt um 4,6 Prozent.

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