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Marktbericht : Dax zum Schluss wieder unter 9000 Punkten

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der deutsche Leitindex hat zum Wochenende die historische Marke von 9000 Punkten geknackt. Analysten und Händler glauben, dass es noch weiter aufwärts gehen könnte.

          Der Dax ist am Freitag um 13.19 Uhr erstmals in seiner 25-jährigen Geschichte über die Marke von 9000 Punkten geklettert. „Der neue sichere Hafen heißt Europa respektive Deutschland“, sagte Portfolio-Manager Ludwig Donnert von Tao Capital. Die für den Dax wichtigen Anleger aus den Vereinigten Staaten drängten in einem für Aktien guten Umfeld weiter in den Markt. Zum Schluss ging der Leitindex aber unter 9000 Punkten aus der Woche mit einem Tagesplus von 0,1 Prozent auf 8985,7 Punkte. Auf Wochensicht legte der Dax aber 1,4 Prozent zu. Im Wochenverlauf erreichten auch der M-Dax mittelgroßer Titel und der Kleinstwerte-Index S-Dax Rekordhöhen, der Tec-Dax notierte so hoch wie seit Februar 2002 nicht mehr. Der M-Dax ging am Freitag 0,1 Prozent höher bei 15.860,4 Punkten auf Rekordschluss ins Wochenende, der Tec-Dax verlor 0,1 Prozent auf 1119,4 Punkte.

          „Die Börsenampeln bleiben auf Grün und auch angesichts der besser als befürchtet angelaufenen Berichtssaison mit überraschend guten Daten von Dax-Schwergewichten wie BASF, Daimler und SAP sollte der Leitindex sein erhöhtes Niveau noch ausbauen können“, sagte Analyst Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel. Die Berichtssaison läuft indes auf vollen Touren und am Freitag konnte vor allem BASF im Dax die Anleger überzeugen. Auch die kommende Woche anstehende Notenbanksitzung in den Vereinigten Staaten dürfte den Trend nicht bremsen. „Ben Bernanke wird zum Ende seiner Amtszeit nicht den ’party pooper’ - also die Spaßbremse - spielen“, sagt de Schutter.

          BASF nach Zahlen Spitze

          Tagesgewinner im Dax waren BASF-Aktien mit plus 1,3 Prozent auf 75,17 Euro. Der Chemiekonzern steigerte den Umsatz im dritten Quartal und verdiente mehr als ein Jahr zuvor. BASF habe besser abgeschnitten als vom Markt erwartet, schrieb Analyst Peter Spengler von der DZ Bank. Die Prognosen für das Gesamtjahr habe BASF bestätigt und Spengler zufolge war auch der Eindruck in der Telefonkonferenz zu den Zahlen ein positiver. RWE-Papiere waren mit plus 1,2 Prozent zweitbester Dax-Wert.

          Kräftige Kursverluste von 9,78 Prozent verbuchte dagegen nach negativ aufgenommenen Zahlen die M-Dax-Aktie von Elring Klinger. Der Autozulieferer trotzte zwar dem Abwärtstrend auf Europas Automärkten dank guter Geschäfte in Asien und Nordamerika. Händler äußerten sich aber enttäuscht vom Ausblick. Die Baden-Württemberger hatten vor weiteren negativen Wechselkurseffekten gewarnt, die ihre Ergebnisse im laufenden Jahr an das untere Ende der bisher angestrebten Bandbreiten drücken könnten. Wacker Chemie rutschten über 4 Prozent in die Tiefe - die Experten von Macquarie stuften die Aktien des Polysiliziumherstellers auf „Neutral“ ab.

          Euro Stoxx 50 legt Verschnaufpause ein

          Der Euro Stoxx 50 legte am Freitag mit minus 0,2 Prozent auf 3034,5 Punkte eine Verschnaufpause ein. Zur Vorwoche bleibt für den Leitindex der Eurozone ein kleines Plus von 0,04 Prozent. Während die Börse in Paris leichter ins Wochenende ging, verzeichnete der Londoner „Footsie“ ein kleines Plus.

          Am Rentenmarkt verharrte die durchschnittliche Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 1,45 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,04 Prozent auf 133,61 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,21 Prozent auf 141,04 Punkte. Der Euro fiel. Den Referenzkurs setzte die Europäische Zentralbank auf 1,3777 (Donnerstag: 1,3805) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7259 (0,7244) Euro.

          Amerikanische Bilanzen geben Wall Street Aufwind

          Die Wall Street ist am Freitag mit leichten Gewinnen in den Handel gestartet und befindet sich weiter in der Nähe ihrer Rekordstände. Überzeugende Bilanzen von Amazon und Microsoft sorgten für gute Stimmung auf dem Parkett. Einige Analysten schrieben den Trend zu Aktien allerdings auch dem Mangel an Alternativen zu. „Aktien sind derzeit keinem Wettbewerb durch festverzinsliche Papiere ausgesetzt. Hinzu kommt diese lange Periode niedriger Zinsen“, sagte Investment-Stratege Rick Meckler von LibertyView Capital Management.

          Ins Bild an der Börse passten auch die jüngsten Konjunkturdaten. Der Auftragseingang für langlebige Güter stieg im September um 3,7 Prozent und damit stärker als erwartet. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg um 0,2 Prozent auf 15.547 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 legte 0,2 Prozent auf 1755 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,3 Prozent auf 3942 Punkte.

          Bei den Einzelwerten standen neben Microsoft der Paket-Dienst UPS, Online-Händler Amazon sowie der Konsumgüter-Hersteller Procter & Gamble im Fokus. Amazon wuchs im abgelaufenen Quartal stärker als erwartet und überraschte Anleger mit einem positiven Ausblick auf das Weihnachtsgeschäft. Die Aktie stieg um 7,8 Prozent. Auch Microsoft gehörte mit einem Aufschlag von rund 6 Prozent zu den Gewinnern. Der Software-Pionier verzeichnete einen Rekordumsatz von 18,5 Milliarden Dollar und verkaufte mehr „Surface“-Tablets als erwartet. UPS überzeugte mit einem höheren Überschuss dank einer stärkeren Nachfrage auf dem Heimatmarkt. Das Papier legte 0,1 Prozent zu.

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