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Marktbericht : Dax schließt wieder über 9200 Punkten

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der deutsche Leitindex ist am Mittwoch oberhalb von 9200 Punkten aus dem Handel gegangen. Die Aktien von Thyssen-Krupp landeten nach einem guten Auftakt am Dax-Ende.

          Der Dax hat am Mittwoch gestützt von positiv aufgenommenen amerikanischen Konjunkturdaten wieder über 9200 Punkten geschlossen. Zwischenzeitliche Verluste machte der deutsche Leitindex wett - zum Handelsschluss stand er 0,1 Prozent höher bei 9202,1 Punkten und damit wieder über der viel beachteten Marke von 9200 Punkten. Am Dienstag war er etwas von seinen zu Wochenbeginn markierten Rekordständen zurückgefallen. Für den M-Dax ging es am Mittwoch hingegen um 0,1 Prozent auf 16.191,6 Punkte bergab. Der Tec-Dax verlor 0,6 Prozent auf 1139,2 Punkte. Der marktbreite FAZ-Index gewann 0,1 Prozent auf 1939,1 Punkte.

          Marktanalyst Kornelius Barczynski vom Broker GKFX sah die im Oktober gegenüber dem Vormonat leicht gesunkenen amerikanischen Verbraucherpreise als Beleg, dass die Inflation stabil bleibe. Entsprechend sähen die Märkte von der Inflationsseite keinen Bedarf für die amerikanische Notenbank Fed, die expansive Geldpolitik zur Stützung der Wirtschaft zu drosseln.

          Thyssen-Krupp schwach am Dax-Ende

          Bei den Einzelwerten stand Thyssen-Krupp im Fokus. Die Aktien des Industrie- und Stahlkonzerns rutschten nach einem freundlichen Auftakt um 1,6 Prozent auf 19,085 Euro ab. Damit waren sie Schlusslicht im Dax. Zunächst hatte die Nachricht gestützt, dass die Essener wegen „exklusiver Verhandlungen“ über einen möglichen Verkauf des amerikanischen Werks in Alabama ihre für diesen Donnerstag geplante Zahlenvorlage auf den 2. Dezember verschieben. Die Gespräche, die laut Thyssen-Krupp den Abschluss eines langfristigen Liefervertrags für das Stahlwerk in Brasilien (CSA) beinhalten, deuteten aber darauf hin, dass der Konzern dieses behalten müsse, sagte ein Händler.

          Dagegen ging es für die Papiere von Metro dank Überlegungen für einen Börsengang seiner russischen Großmärkte um 2,4 Prozent nach oben, was den zweiten Platz im M-Dax bedeutete. Bereits am Vortag hatten entsprechende Berichte die Aktie des Handelskonzerns angetrieben. Nun äußerten sich etliche Analysten positiv.

          Borussia Dortmund unter Druck

          Außerhalb der großen Indizes verloren die Aktien von Borussia Dortmund 4,6 Prozent. Die Verletzung von Abwehrspieler Mats Hummels im Länderspiel gegen England hatte die Titel des Fußballvereins unter Druck gesetzt. Analyst Marcus Silbe von Close Brothers Seydler Research sagte, einige Anleger hegten bezüglich des am Samstag anstehenden Spiels gegen den FC Bayern Bedenken und befürchteten wegen der Verletzungen wichtiger Abwehrspieler eine Niederlage. Für die Investoren sei der Fußballgipfel am Wochenende bereits das „gefühlte Endspiel um die deutsche Meisterschaft“.

          Der Euro Stoxx 50 schloss 0,1 Prozent tiefer bei 3047,3 Punkten. Auch die Börsen in Paris und London gaben leicht nach. Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,38 Prozent am Vortag auf 1,42 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,11 Prozent auf 133,96 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,02 Prozent auf 141,36 Punkte zu. Der Kurs des Euro fiel und notierte zuletzt bei 1,3454 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) denkt laut Kreisen über eine Senkung des Einlagensatzes in den negativen Bereich nach. Die EZB hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,3527 (Dienstag: 1,3502) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7393 (0,7406) Euro.

          Wall Street eröffnet dank amerikanischen Konjunkturdaten im Plus

          Eine anhaltend niedrige Inflation in den Vereinigten Staaten und überzeugende Einzelhandelszahlen haben am Mittwoch für Kursgewinne an der Wall Street gesorgt. Die wichtigsten Indizes gingen im Plus durch den Tag. Die Verbraucherpreise fielen im Oktober überraschend, weil Benzin billiger war. Im Jahresvergleich liegt die Inflationsrate bei einem Prozent und damit so niedrig wie seit vier Jahren nicht mehr. Dies dürfte der amerikanischen Notenbank Federal Reserve weiter Spielraum verschaffen, mittels des Kaufs von Anleihen und Hypothekenpapieren die Wirtschaft und Banken mit mehr Geld zu versorgen.

          Zugleich steigerte der amerikanische Einzelhandel im Oktober seine Umsätze überraschend deutlich. Die jüngste Rally an den Aktienmärkten geht maßgeblich auf die ultralockere Geldpolitik der Fed zurück. Investoren verfolgen deswegen die Äußerungen von Notenbankern besonders aufmerksam. Der scheidende Notenbank-Präsident Ben Bernanke und auch seine designierte Nachfolgerin Janet Yellen hatten am Dienstag signalisiert, dass die Fed ihr Anleihenkaufprogramm noch länger fortsetzen könnte. Einzelheiten zu den Diskussionen der Währungshüter gibt es am Mittwochabend, wenn das Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung veröffentlicht wird.

          Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg um 0,2 Prozent auf 15.992 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 legte ebenfalls um 0,2 Prozent zu und hatte einen Stand von 1792 Zählern. Beim Index der Technologiebörse Nasdaq betrug das Plus 0,4 Prozent auf 3948 Punkte. Im Interesse der Anleger standen etwa die Papiere der Bank JP Morgan Chase. Das Institut hatte sich mit der amerikanischen Regierung im Streit über Hypothekenpapiere auf die Zahlung der Rekordsumme von 13 Milliarden Dollar geeinigt. Die Aktie fiel um 0,1 Prozent. Die Einigung war aber schon am Dienstagabend kurz vor Börsenschluss in Amerika bekanntgegeben worden. Auch Einzelhändler, die gerade ins Weihnachtsgeschäft starten, standen im Blickpunkt. Die Kaufhauskette JC Penney äußerte sich über ihren Umsatz im November zufrieden und blickt mit Zuversicht auf das gesamte Schlussquartal. Die Aktie stieg um mehr als 8 Prozent. Für Enttäuschung sorgte die Baumarktkette Lowe’s. Der Konzern schrieb im dritten Quartal einen etwas kleineren Gewinn als erwartet und hob seinen Ausblick für das gesamte Geschäftsjahr nicht wie erhofft an. Die Papiere verloren 5 Prozent.

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