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Marktbericht : Dax schließt schwächer

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag keine klare Tendenz gezeigt. Nach einem freundlichen Handelsstart schwankte der Dax um seinen Vortagesschluss und ging mit minus 0,23 Prozent auf 7.305,21 Punkte in den Feierabend.

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          Für den M-Dax ging es hingegen um 0,50 Prozent auf 11.239,54 Punkte nach oben. Der TecDax verlor 0,01 Prozent auf 821,29 Punkte, während der breite FAZ-Index ein minimales Minus von 0,07 Prozent auf 1562,91 Punkte aufwies.

          Der Dax habe seine frühen Gewinne wegen zu großer  Belastungsfaktoren nicht halten können, sagte Gregor Kuhn, Analyst beim Broker IG. Zur weiter schwelenden Euro-Krise sowie den Konjunktursorgen geselle sich nun auch ein zusehends eskalierender Konflikt im Nahen Osten. Belastet hatten im Handelsverlauf auch Meldungen, wonach Griechenland spätestens Mitte November die Barmittel ausgehen. Ferner nimmt de Zinsdruck auf Spanien langsam aber sicher wieder zu. Die Entscheidung der EZB, den Leitzins unverändert zu belassen, bewegte den Aktienmarkt nicht.

          Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,19 Prozent am Vortag auf 1,17 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,02 Prozent auf 134,25 Punkte. Der Bund Future verlor 0,12 Prozent auf 141,62 Punkte. Der Kurs des Euro stieg auf 1,2999 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,2951 (Mittwoch: 1,2904) Dollar festgesetzt. Der
          Dollar kostete damit 0,7721 (0,7750) Euro.

          Telekom unter Druck

          Gewinnmitnahmen und aufkeimende Zweifel am USA-Geschäft drückten die Titel der Deutschen Telekom mit einem Minus von 4,1 Prozent ans Dax-Ende. Die Vorfreude auf den Zusammenschluss von  T-Mobile USA mit MetroPCS sei vielleicht doch übertrieben gewesen, sagte ein Händler. „Es ist noch einiges unsicher, was das weitere Geschäft in Amerika angeht. Vor allem ist die Telekom ihre Amerika-Tochter mit dem Deal nicht los, sondern hängt weiter mit drin.“ Anleger hätten deshalb die jüngsten Aufschläge bei der T-Aktie offenbar genutzt, um ihre Gewinne zu sichern.

          Auf der Verliererseite standen auch die im Dax schwer gewichteten Aktien von BASF, die 1,9 Prozent verloren. Der Chemieriese will wegen des Nachfrageeinbruchs in Südeuropa etwa 400 Stellen in seiner Sparte für Bauchemie streichen.

          Starke Absatzzahlen in China schoben BMW dagegen mit einem Aufschlag von 3,2 Prozent an die Dax-Spitze. BMW vermeldete für September ein Verkaufsplus von 59,4 Prozent in der Volksrepublik. Audi konnte gegenüber dem Vorjahresmonat eine Steigerung von 20 Prozent in China verbuchen. Die Titel der Audi-Mutter VW verteuerten sich um 2,9 Prozent. Die Aktien von Daimler blieben dagegen mit einem Plus von 1,2 Prozent etwas zurück. Die Stuttgarter lieferten im September zwar - unter anderem dank des China-Geschäfts - weltweit 2,4 Prozent mehr Fahrzeuge aus, mussten für den deutschen Heimatmarkt aber ein Absatzminus von acht Prozent hinnehmen.

          Im M-Dax fielen Gerresheimer um 2,3 Prozent. Der Spezialverpackungshersteller enttäuschte den Markt mit seinen Zahlen zum dritten Quartal. Sowohl bei Umsatz als auch Ergebnis verfehlte das Düsseldorfer Unternehmen die Analystenerwartungen und verbuchte unter dem Strich einen Gewinnrückgang.

          Die Gewinnerliste im S-Dax führten die Anteilsscheine von Centrotec mit einem Aufschlag von 4,8 Prozent an. Der Heizungs- und Lüftungsspezialist verkaufte seine letzten Anteile an der Solartochter Centrosolar und zog damit einen Schlussstrich unter sein Engagement in der kriselnden Photovoltaik-Branche. Die Aktien von Centrosolar gingen mit einem Plus von fast 20 Prozent aus dem Handel.

          Konjunkturdaten treiben Wall Street an

          Erneut gute Wirtschaftsdaten aus Amerika haben die New Yorker Börsen am Donnerstag nach verhaltenem Start klar ins Plus gehievt. Sowohl die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, als auch der Auftragseingang der Industrie seien besser als erwartet ausgefallen, sagten Händler. Und das wiederum schüre den Optimismus vor dem monatlichen Arbeitsmarktbericht am morgigen Freitag noch weiter.

          Der Leitindex Dow Jones Industrial um 0,73 Prozent auf 13.592,91 Punkte zu, der marktbreite S&P 500-Index kletterte um 0,81 Prozent auf 1.462,70 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq gewann der Composite Index 0,45 Prozent auf 3.149,47 Punkte, der Auswahlindex Nasdaq 100 stieg um 0,44 Prozent auf 2.831,23 Punkte.

          Technologiewerte bleiben indes im Fokus der Börsianer. Die Aktien von Hewlett-Packard verloren weitere 3,89 Prozent auf 14,33 Dollar. Sie hatten am Vortag bereits knapp 13 Prozent verloren und waren auf den tiefsten Stand seit fast zehn Jahren gefallen. Der weltgrößte Computerhersteller hatte am Mittwoch die Erwartungen für die kommenden Jahre gedämpft. Erst 2016 werde das Unternehmen wieder so schnell wie die US-Wirtschaft wachsen. Zahlreiche Analysten senkten nun ihre Kursziele, unter ihnen die Deutsche Bank, Barclays, Credit Suisse und JPMorgan.

          Anzeichen einer Krise sind auch in der Chipindustrie spürbar: Nach Umsatz- und Gewinnwarnungen von Chipherstellern wie Intel und Infineon greift der weltgrößte Halbleiterzulieferer Applied Materials zum Rotstift. Er will sich von 900 bis 1.300 Mitarbeiter trennen. Damit würde die Zahl der Angestellten um bis zu neun Prozent und die jährlichen Kosten um bis zu 190 Millionen Dollar sinken.
           

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