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Marktbericht : Dax schließt im Minus

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Bild: F.A.Z.

Der deutsche Leitindex ist am Dienstag mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Tagesthema waren die Aktien des Dialyseanbieters FMC, die am Dax-Ende um 8,7 Prozent absackten. Börsianer haben Angst vor Kürzungen der Erstattung von Dialysebehandlungen in Amerika.

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          Wie tags zuvor ist der Dax auch am Dienstag beim Angriff auf die 8000-Punkte-Marke gescheitert und hat schwach geschlossen. Letztlich verlor der deutsche Leitindex 0,9 Prozent auf 7910,8 Punkte. Der M-Dax gab um 0,4 Prozent auf 13.744,5 Punkte nach. Für den Tec-Dax ging es um 0,3 Prozent auf 952,3 Punkte nach unten. Der marktbreite FAZ-Index verlor 0,9 Prozent auf 1661,7 Punkte.

          „Skeptiker und Optimisten geben sich momentan die Klinke in die Hand und sorgen für entsprechend hohe Volatilität. Während die einen bei 8000 Punkten schon das Ende der Fahnenstange erreicht sehen und entsprechend Gewinne mitnehmen, sehen andere Marktteilnehmer nach Rückholbewegungen bereits wieder vielversprechende Einstiegsgelegenheiten“, sagte Händler Gregor Kuhn vom Broker IG.

          Nach der jüngsten Erholung mit guten Wirtschaftsdaten dies- und jenseits des Atlantiks hätten sich Börsianer erst einmal eine Auszeit gegönnt, sagte Händlerin Anita Paluch von Gekko Markets. In den Vereinigten Staaten stünden am Freitag Arbeitsmarktdaten an. Auch wegen des amerikanischen Feiertags am Donnerstag hätten Anleger vorsichtig agiert. Die am Dienstag im späten Handel veröffentlichten amerikanischen Konjunkturdaten hatten kaum Einfluss auf die Kurse. Der Auftragseingang der Industrie in den Vereinigten Staaten war im Mai mit plus 2,1 Prozent etwas stärker gestiegen als erwartet. Volkswirte hatten mit einem Plus von 2,0 Prozent gerechnet.

          FMC drohen geringere Dialyse-Erstattungen in den Vereinigten Staaten

          Tagesthema waren die Aktien des Dialyseanbieters FMC, die am Dax-Ende um 8,7 Prozent absackten. Börsianer haben Angst vor deutlichen Kürzungen der Erstattung von Dialysebehandlungen durch die staatliche amerikanische Krankenversicherung. Der Vorstoß ist „schlimmer als die schlimmsten Befürchtungen“, wie JP Morgan-Analyst David Adlington sagte. Fresenius-Papiere fielen im Sog um rund 3,5 Prozent.

          Auch Commerzbank-Titel blieben mit minus 4,6 Prozent unter Druck. Die Aktie markierte ein Rekordtief bei 6,14 Euro. Gemieden wurden zudem die Versorger. Bei RWE sorgten negative Analystenkommentare nach dem Kursrutsch vom Vortag für weitere Verluste von mehr als 4 Prozent. Eon bröckelten um über 2 Prozent ab. Bester Dax-Wert waren Infineon mit einem Aufschlag von 0,7 Prozent.

          Im M-Dax rutschten Talanx-Aktien nach einem Anteilsverkauf durch HDI um mehr als 6 Prozent an das Indexende. Im Tec-Dax setzten sich die Anteilsscheine von Dialog Semiconductor mit plus 7,6 Prozent an die Spitze. Der Halbleiterhersteller will durch die Übernahme von iWatt sein Geschäft mit Ladegeräten und im LED-Bereich deutlich ausbauen.

          Dow Jones mit moderatem Gewinn

          Der Euro Stoxx 50 als Leitindex der Eurozone schloss 0,7 Prozent tiefer bei 2603,2 Punkten. Auch für die Indizes in Paris und London ging es klar nach unten.

          Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,40 (Vortag: 1,46) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,23 Prozent auf 133,13 Punkte. Der Bund Future gewann 0,14 Prozent auf 141,78 Punkte. Der Euro bröckelte. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3017 (1,3037) Dollar. Der Dollar kostete damit 0,7682 (0,7671) Euro.

          Wall Street eröffnet kaum verändert - Zynga gefragt

          Die amerikanischen Börsen haben am Dienstag im Handelsverlauf leicht zugelegt. Der Markt warte auf wichtige Konjunkturdaten in den nächsten Tagen, sagte ein Händler. Von diesen Zahlen erhofften sich Anleger Hinweise darauf, ab wann und wie stark die amerikanische Notenbank ihre Wertpapier-Käufe drosselt. Bislang pumpt die Fed monatlich 85 Milliarden Dollar in die Finanzmärkte. Sofern sich die amerikanische Konjunktur weiter erholt, will sie den Geldhahn ab Ende 2013 langsam zudrehen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg um 0,5 Prozent auf 15.042,3 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 gewann ebenfalls 0,5 Prozent auf 1622,4 Zähler. Auch der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg um 0,5 Prozent auf 3451,3 Punkte.

          Bei den Einzelwerten kletterten die Aktien von Zynga um 8,8 Prozent. Ein erfahrener Microsoft-Manager soll die angeschlagene Internet-Spieleschmiede retten. Don Mattrick, der zuletzt Microsofts Unterhaltungssparte leitete und für die Spielekonsole Xbox zuständig war, rückt an Zyngas Firmenspitze. Auf den Einkaufslisten der Börsianer standen auch die Anteilsscheine von Onyx. In der amerikanischen Pharmabranche ist ein Übernahmekampf um den kleinen, aber attraktiven Biotech-Konzern entbrannt. Unter den Interessenten sollen Insidern zufolge unter anderem Pfizer und Novartis sein. Onyx hatte am Sonntag eine knapp 10 Milliarden Dollar schwere Offerte des weltweit führenden Biotech-Konzerns Amgen abgelehnt. Onyx-Papiere verteuerten sich um 2,7 Prozent.

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