https://www.faz.net/-gv6-7jjxg

Marktbericht : Dax schließt auf Rekordhoch

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der deutsche Leitindex ist zum Wochenstart auf einem neuen Höchststand aus dem Handel gegangen. Aktien von Versorgern wie RWE und Eon gehörten zu den Gewinnern.

          3 Min.

          Angeführt von Kurssprüngen bei den Versorger-Aktien hat der Dax am Montag auf dem höchsten Stand seiner Geschichte geschlossen. Als Kursstütze sahen Börsianer Aussagen des EZB-Direktoriumsmitglieds Yves Mersch, denen zufolge die Konjunktur der Eurozone das Schlimmste hinter sich hat. Der Leitindex ging mit einem Plus von 0,6 Prozent auf 9225,4 Punkte aus dem Handel. Im Verlauf hatte er bei 9253 Punkten so hoch gestanden wie nie zuvor. Auch die Nebenwerte-Indizes schlugen sich zum Wochenauftakt gut: Der M-Dax stieg um 0,7 Prozent auf 16.215,7 Punkte und für den Tec-Dax ging es um 0,4 Prozent auf 1157,4 Punkte hoch.

          Marktanalyst Kornelius Barczynski vom Broker GKFX begründete die Gewinne am Aktienmarkt mit anhaltend positiven Impulsen von der amerikanischen Notenbank: „Die Sorge um eine Änderung der amerikanischen Geldpolitik ist vom Tisch, nachdem sich die designierte Fed-Chefin Janet Yellen dahingehend geäußert hat, die ultralockere Geldpolitik vorerst beizubehalten.“ Damit dürften die Währungshüter die Wirtschaft weiterhin mit Anleihekäufen stützen.

          Studien und Hoffnung auf Gerichtsurteil treiben Versorger-Aktien

          Im Dax legten die Versorgertitel dank positiver Studien und der Hoffnung auf ein erfreuliches Gerichtsurteil deutlich zu: Für die zuletzt gebeutelten RWE-Aktien ging es an der Indexspitze um 5,9 Prozent auf 27,78 Euro hoch. Eon-Titel gewannen rund 4 Prozent.

          Beim Luft- und Raumfahrtkonzern EADS stand im M-Dax ein Plus von 2,4 Prozent zu Buche. Die Flugzeugtochter Airbus hat auf der Dubai Air Show bisher Aufträge im Wert von mehr als 40 Milliarden Dollar erhalten.

          Rhön-Klinikum sehr fest

          Die Aktien von Rhön-Klinikum stiegen um 2,9 Prozent auf 20,83 Euro. Als Kurstreiber sahen Händler ein Interview von Aufsichtsratschef Eugen Münch. Darin spricht sich Münch gegen eine Sonderdividende aus dem Erlös des Verkaufs von Kliniken an den Medizinkonzern Fresenius aus. Er bevorzugt einen Rückkauf von 50 Prozent der ausgegebenen Aktien zu einem Preis von rund 28 Euro je Titel.

          Der Euro Stoxx 50 als Leitindex der Eurozone schloss 0,9 Prozent fester bei 3081,3 Punkten. Auch die Leitindizes in London und Paris verzeichneten Gewinne.

          Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,38 Prozent am Freitag auf 1,39 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,04 Prozent auf 134,01 Punkte. Der Bund-Future rückte um 0,08 Prozent auf 141,83 Punkte vor. Der Kurs des Euro legte zu. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3517 (Freitag: 1,3460) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7398 (0,7429) Euro.

          Amerikas Börsen setzen Rekordjagd fort

          An der Wall Street geht die Rekordjagd weiter. Angetrieben von der extrem lockeren Geldpolitik der amerikanischen Notenbank Federal Reserve haben die amerikanischen Aktienmärkte am Montag hohe Kursgewinne verzeichnet. Beflügelt von überraschenden Reformvorstößen in China stieg der amerikanische Leitindex Dow Jones Industrial am Montag erstmals in seiner 129-jährigen Geschichte über 16.000 Punkte. Kurzzeitig überwand auch der S&P-500-Index erstmals die Marke von 1800 Punkten.

          Die Investoren achten unverändert vor allem auf neue Hinweise darauf, wann die Fed ihre konjunkturstützenden massiven Wertpapierkäufe zurückfahren dürfte. „Es ist eine weitere Woche, in der die Märkte sich auf die Fed konzentrieren“, sagte Marktökonom Peter Cardillo von Rockwell Global Capital. Er verwies vor allem auf die Veröffentlichung der Sitzungsprotokolle zum jüngsten Zinstreffen der Notenbank am Mittwoch.

          Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte im Handelsverlauf 0,3 Prozent höher bei 16.011 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 0,1 Prozent auf 1798, nachdem er im frühen Handel mit Plus 0,2 Prozent den bisherigen Höchststand von 1800 Zählern geknackt hatte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,1 Prozent auf 3984 Punkte. Schon am Freitag hatten der S&P und der Dow auf Rekordständen geschlossen. Es war die sechste Woche mit Kursgewinnen in Folge.

          Unter den Einzelwerten standen Boeing im Blick, die 1,7 Prozent anzogen. Der Flugzeughersteller verzeichnete ebenso wie sein europäischer Rivale Airbus eine Auftragsflut auf der Branchenmesse in Dubai. Die Sony-Aktie schoss in New York 2,1 Prozent in die Höhe. Der japanische Elektronikriese verkaufte seine neue Play Station in den ersten 24 Stunden nach dem Marktstart in den Vereinigten Staaten und Kanada eine Million mal. Die Titel des Microsoft-Konzerns, der die konkurrierende Spielekonsole Xbox herstellt, gaben dagegen 1,4 Prozent nach.

          Weitere Themen

          Menschenrechte messen

          FAZ Plus Artikel: ESG-Debatte : Menschenrechte messen

          Nachhaltigkeit spielt auch im Finanzwesen eine wichtigere Rolle. Ein Diskussionspapier des Netzwerks für Nachhaltigkeit, Econsense, versucht nun, die Indikatoren für soziale Verantwortung zu quantifizieren.

          Topmeldungen

          Spontane Proteste gegen die Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Madrid am Freitagabend.

          Corona in Spanien : Die Angst vor dem Notlazarett

          Die Infektionszahlen in der spanischen Hauptstadt explodieren und die Verwaltung weiß sich nur mit selektiven Ausgangssperren zu helfen. Das öffentliche Leben wird für einen Teil der Bevölkerung drastisch eingeschränkt.
          Der erste Streich: Gnabry nimmt Maß und trifft.

          8:0 gegen Schalke : Die Acht-Tore-Ansage

          Der FC Bayern demonstriert zum Saisonauftakt der Bundesliga seine Überlegenheit und demontiert den FC Schalke nach allen Regeln der Fußball-Kunst. Serge Gnabry trifft beim 8:0 drei Mal.
          Der Abteilungsleiter für Wirtschaftsfragen im amerikanischen Außenministerium, Keith Krach, traf am 18. September in Taiwan mit Ministerpräsident Su Tseng-chang zusammen.

          Militärmanöver : Plant China einen Angriff auf Taiwan?

          Amerikas Beziehungen mit Taiwan werden immer enger. Nun plant Washington neue Waffenverkäufe an Taipeh – und verärgert damit China. Peking verschärft seine Drohgebärden in Richtung der Insel.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.