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Marktbericht : Dax nach amerikanischen Arbeitsmarktdaten mit weiteren Verlusten

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der deutsche Leitindex ist am Mittwoch wieder deutlich im Minus aus dem Handel gegangen. Die Aktien der BASF landeten mit einem Abschlag von rund 2 Prozent am Dax-Ende.

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          Gute Arbeitsmarktdaten aus Amerika haben deutschen Aktien am Mittwoch weitere Verluste eingebrockt. Der Dax verlor zum Handelsende 0,9 Prozent auf 9140,6 Punkte, zeitweise war er unter die Marke von 9100 Zähler gerutscht. Weitere, teils schwächer als erwartet ausgefallene amerikanische Konjunkturdaten dämmten die Verluste am Nachmittag dann wieder etwas ein. Auch ein Medienbericht zur Vermeidung eines künftigen Haushaltsnotstandes in den Vereinigten Staaten trug zur Schadensbegrenzung bei. Der M-Dax fiel um 0,7 Prozent auf 15.965,7 Punkte, und der Tec-Dax gab um 1,1 Prozent nach auf 1122 Punkte.

          Weil der vom privaten Arbeitsmarkt-Dienstleister ADP ermittelte Beschäftigungsaufbau in den Vereinigten Staaten besser ausgefallen war als erwartet, könnte laut Händlern die Notenbank Fed doch noch in diesem Jahr mit der Drosselung ihres milliardenschweren Anleihekaufprogramms beginnen. „Die Urängste der Börse über einen Liquiditätsentzug sind wieder hellwach“, sagte Kapitalmarktexperte Robert Halver von der Baader Bank. Händler Andreas Lipkow von Kliegel & Hafner betonte allerdings auch, dass der deutsche Aktienmarkt in den vergangenen Wochen zu heiß gelaufen sei und eine Korrektur daher nur konsequent sei.

          BASF-Aktien am Dax-Ende

          Die Aktien der BASF landeten mit einem Abschlag von rund 2 Prozent am Dax-Ende. Deutsche-Bank-Titel verloren nach dem Bußgeldbescheid der EU-Kommission im Libor-Manipulationsskandal etwa ein Prozent. Das größte deutsche Kredithaus muss nun gut 725 Millionen Euro Strafe zahlen. Thyssen-Krupp gaben den dritten Handelstag in Folge nach und verloren 0,5 Prozent. Autowerte reagierten unterschiedlich stark auf die jüngsten amerikanischen Absatzzahlen vom Vorabend. Daimler verloren rund ein Prozent, BMW 1,2 Prozent. Volkswagen (VW) kam mit einem kleinen Minus von 0,03 Prozent glimpflicher davon.

          Die Papiere des Immobilienkonzerns Gagfah waren wegen einer Aktienplatzierung mit minus 3,6 Prozent der zweitschwächste M-Dax-Wert. Symrise und Wacker Chemie gewannen hingegen nach positiven Analystenkommentaren deutlich dazu.

          Europaweite Verluste

          Europaweit rutschten die Indizes weiter ab. Der Leitindex Euro Stoxx 50 gab zum Handelsende um 0,7 Prozent nach auf 2991,8 Punkte. Damit rutschte er auf Schlusskursbasis erstmals seit Mitte Oktober wieder unter die 3000-Punkte-Marke. Der Cac 40 in Paris und der Londoner „Footsie“ verloren ebenfalls.

          Am deutschen Rentenmarkt verharrte die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 1,42 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,02 Prozent auf 133,80 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,66 Prozent auf 140,35 Punkte. Der Euro fiel zuletzt auf 1,3559 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,3592 (Dienstag: 1,3578) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7357 (0,7365) Euro.

          Starke Arbeitsmarktdaten belasten Wall Street

          Unerwartet starke amerikanische Arbeitsmarktzahlen haben die Börsen der Vereinigten Staaten am Mittwoch belastet. Die Daten des Dienstleisters ADP für November übertrafen alle Erwartungen der Analysten. Demnach schufen Unternehmen 215.000 Stellen. Im Schnitt hatten Experten mit 173.000 gerechnet. Mit der Erholung auf dem Arbeitsmarkt steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Notenbank Fed ihr Anleihenkaufprogramm im Volumen von 85 Milliarden Dollar im Monat eher als bislang erwartet zurückfahren wird. Die Kursgewinne am Aktienmarkt der vergangenen Monate waren maßgeblich auf die ultralockere Geldpolitik der Fed zurückzuführen.

          Der Dow-Jones-Index mit den 30 Standardwerten sank im Handelsverlauf um 0,3 Prozent auf 15.863 Punkte. Der breiter aufgestellte S&P 500 gab um 0,2 Prozent auf 1792 Stellen nach. Beim Index der Technologiebörse Nasdaq  betrug der Rückgang 0,2 Prozent auf 4029 Zähler. Auch Exportdaten aus den Vereinigten Staaten deuten auf eine Erholung hin: Das Handelsbilanzdefizit verkleinerte sich im Oktober auf 40,6 Milliarden Dollar. Dies wirke sich aber nicht auf die Kurse aus, sagte Investmentexperte Mike Serio von Wells Fargo in Denver. „Heute geht es nur um die ADP-Zahlen.“ Der Markt sei wegen der bevorstehenden Straffung der Geldpolitik besorgt.

          Bei den Einzelwerten standen etwa Papiere der angeschlagenen Kaufhauskette JC Penney im Interesse. Der Konzern konnte seinen Umsatz im November bereinigt um 10 Prozent steigern. Die Aktie sank dennoch um 3,3 Prozent. Papiere der Modekette Express gaben fast 21 Prozent nach, weil das Unternehmen in diesem Quartal wohl weniger verdienen wird als von Analysten erwartet. Als Grund nannte Express schwache Geschäfte zu Thanksgiving in der vergangenen Woche. Der Freitag nach dem Fest wird von vielen Amerikanern als Brückentag genutzt und gilt als Beginn des Weihnachtsgeschäftes für Einzelhändler. Auf den Verkaufszetteln standen auch Citigroup und JP Morgan Chase. Wegen Manipulationen von Referenzzinssätzen verhängte die EU-Kommission Geldstrafen gegen die Banken, die allerdings nicht so hoch wie die der Deutschen Bank ausfielen. Citi-Papiere gaben um 0,3 Prozent nach. Die Titel von JP Morgan lagen trotzdem 0,6 Prozent im Plus. Steil bergab ging das High-Tech-Unternehmen OmniVision Technologies, das Bildsensoren für Kameras und Smartphones herstellt. Die kalifornische Firma erwartet in diesem Quartal einen Umsatz, der deutlich unter den Erwartungen von Analysten liegt. Die Aktie verlor 6,5 Prozent.

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