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Marktbericht : Dax kann die 10.000 Punkte nicht halten

  • Aktualisiert am

An den Märkten geht es aufwärts. Bild: dpa

Kurze Zeit hatte der Dax es geschafft. Am Dienstag stieg der deutsche Leitindex zu Handelsbeginn über 10.000 Punkte. Doch dann ging es abwärts.

          Der Start in den Tag war gut: Kurz nach Handelsbeginn legte der Deutsche Aktienindex Dax fulminant 50 Punkte zu und überwand so erstmals seit Anfang Juli wieder die Marke von 10.000 Punkten. Doch bei einem Plus von 0,6 Prozent 10.030,56 Punkte war Schluss und es ging fast noch rascher bis auf 9917 Punkte nach unten. Am Tagesende schloss der Dax 0,3 Prozent im Minus mit 9934 Punkten.

          Den entscheidenden Impuls für den zwischenzeitlichen Sprung über die runde Marke hatte die Schweizer Bank Credit Suisse gegeben, als sie sich positiv zum deutschen Aktienmarkt geäußert hatte.

          Grundsätzlich treiben die Hoffnung auf weitere Anleiheaufkäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) und die Angst vor negativen Zzinsen auf Spareinlagen die Anleger in Aktien, sagt Kapitalmarktstratege Oliver Roth von der Bank Close Brothers Seydler mit Blick auf den abermaligen Höhenflug an den Börsen. Der Rekordstand liegt bei 10.050,98 Punkten.

          Vor nicht allzu langer Zeit noch die Moll-Töne an der Börse dominiert. Vor allem Sorgen über einen möglichen Konjunkturknick hatten den Dax bis Mitte Oktober unter 8400 Punkte gedrückt.

          Der Aktienmarkt bewege sich auf hohem Niveau seitwärts, beschreibt
          Chartexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin
          Index-Radar die aktuelle Lage. Er hält einen Rücksetzer nach dem
          zuletzt starken Lauf der Börsen für wahrscheinlicher als neue
          Rekorde. Größere Rückschläge werde es zumindest vorerst aber wohl
          nicht geben.




          Dafür spricht auch, dass die Schwankungsfreudigkeit der Kurse, die im VDax gemessen wird, mit 18,7 derzeit zwar nicht auf einem Spitzenniveau, doch auf vergleichsweise erhöhtem Niveau liegt.

          Die Marktstrategen der Commerzbank verweisen in ihrem Ausblick auf 2015 auf sich erholende konjunkturelle Frühindikatoren. Zudem profitierten die Gewinne der Dax-Unternehmen vom schwachen Euro. Für Schwung dürfte laut den Commerzbank-Experten zudem eine weitere Lockerung der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank im ersten Halbjahr sorgen.

          Das Augenmerk gilt daher dem Donnerstag, wenn der Rat der EZB das letzte Mal in diesem Jahr zu seiner monatlichen Sitzung zusammenkommt. Marktbeobachter gehen zwar nicht davon aus, dass die Entscheidung über den Kauf von Staatsanleihen in dieser Woche fallen wird. „Allerdings wird Mario Draghi die Tür für eine Expansion der Geldpolitik weit offen halten“, prognostiziert Helaba-Analyst Johannes Jander.

          Experten warnen nach dem rasanten Kursanstieg am Aktienmarkt allerdings vor übertriebenem Optimismus. „Der Schwung ist raus aus der jüngsten Aufwärtswelle“, schreibt Wenner. Zudem ist fraglich, ob die EZB mit Anleihenkäufen tatsächlich der Wirtschaft im Euroraum mehr als kurzfristig auf die Sprünge helfen kann. Im Gegenteil wird auch befürchtet, dass notwendige Strukturreformen aufgrund eines konjunkturellen Strohfeuers verschleppt werden.

          SMA Solar stürzen ab

          Unter den Einzelwerten standen SMA Solar mit einem Kursabsturz von 23 Prozent auf 15,37 Euro im Blick. Der Hersteller von Solar-Wechselrichtern hatte am Vorabend abermals seine Prognose für dieses Jahr kassiert. Seit dem Jahreshoch im März hat SMA inzwischen gut zwei Drittel seines Börsenwerts verloren. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen nur noch mit einem Umsatz von 775 bis 790 Millionen Euro und einem Verlust von bis zu 115 Millionen Euro.

          Salzgitter fielen nach dem Aus für das South-Stream-Gasprojekt um 7,4 Prozent. Russland will die Erdgasleitung South Stream zur Versorgung Südeuropas nun doch nicht bauen. Das Projekt sei durch die „Blockadehaltung“ der EU sinnlos geworden, sagte Kremlchef Wladimir Putin. Da die zum Stahlkonzern Salzgitter gehörende Europipe ursprünglich einen Auftrag für das Projekt erhalten habe, trübe die Nachricht die Stimmung der Anleger, sagte ein Händler.

          Im Anlegerfokus standen auch einige von außerplanmäßigen Indexveränderungen betroffene Aktien. Wie die Deutsche Börse am Vorabend mitgeteilt hatte, muss Sky Deutschland den MDax verlassen, weil der Streubesitz wegen der Übernahme durch die britische Sky mittlerweile zu gering ist. Jungheinrich steigt dafür in den Index für die mittelgroßen Werte auf. Die Papiere des Gabelstapler-Herstellers gewannen 2,7 Prozent.

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