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Marktbericht : Dax geht trotz K+S-Verlusten im Plus aus dem Handel

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag nur leichte Gewinne zu verzeichnen. Besonders Rheinmetall und K+S standen heute auf der Verkaufsliste der Händler.

          3 Min.

          Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag trotz überwiegend negativ aufgenommener Quartalsberichte zahlreicher Unternehmen weiter zugelegt. Der Dax schloss bei geringen Umsätzen mit einem Zuwachs von 0,15 Prozent bei 8271 Punkten. Der M-Dax rückte um 0,7 Prozent auf 14.362,8 Punkte vor und der Tec-Dax kletterte um 0,8 Prozent auf 996,2 Punkte. Der marktbreite FAZ-Index gewann 0,3 Prozent auf 1738,2 Punkte.

          Zentrales Thema war der Kurseinbruch der K+S-Aktien mit einem der größten je gesehenen Tagesverluste im Dax. Pessimistische Aussagen des russischen Bergbauunternehmens Uralkali zu den Kalipreisen hatten der gesamten Branche einen Schock verpasst. Das vom Marktforscher GfK ermittelte und wieder gestiegene Konsumklima habe die Kurse insbesondere im frühen Geschäft gestützt, sagten Börsianer.

          Uralkali schürt Angst vor Preiskrieg

          Die Aktien des Dünger- und Salzproduzenten K+S gerieten in den Fokus, nachdem Uralkali mit dem Ausstieg aus einer wichtigen Vertriebsallianz für einen Paukenschlag gesorgt hatte. Damit schürt das Unternehmen die Angst vor einem Preiskrieg in der Branche. Die Papiere von K+S brachen daraufhin zeitweise um mehr als ein Viertel ein. Zum Handelsende betrug das Minus immer noch 23,7 Prozent auf 20,24 Euro. Dass der Dax von diesem Kurseinbruch nicht stärker belastet wurde, liegt an der geringen Index-Gewichtung von K+S von weniger als einem Prozent.

          Einen Kursrutsch gab es auch im M-Dax, wo die Papiere von Rheinmetall um 10,6 Prozent nach unten rauschten. Der Autozulieferer und Rüstungskonzern hatte am Vorabend die Ziele für das Rüstungsgeschäft gesenkt.

          Deutsche Bank und Infineon nach Zahlen sehr schwach

          Die Aktien der Deutschen Bank büßten 3,9 Prozent ein. Der Finanzkonzern hatte auch wegen hoher Rückstellungen für Rechtsrisiken einen Ergebnisrückgang im zweiten Quartal gemeldet.

          Infineon-Titel verloren ebenfalls nach Zahlen 4,1 Prozent. Der Dialyseanbieter FMC litt im zweiten Jahresviertel unter staatlichen Sparmaßnahmen in den Vereinigten Staaten und musste einen Gewinnrückgang hinnehmen. Die Aktien gaben um 2 Prozent nach, die der Muttergesellschaft Fresenius gar um 3,8 Prozent.

          Linde sorgten mit den Zahlen für das abgelaufene Quartal hingegen für gute Stimmung bei den Aktionären. Die Papiere des Industriegase-Spezialisten zogen als einer der Favoriten im Dax um 1,3 Prozent an. Ansonsten stützten die Kursgewinne bei den schwergewichteten Dax-Konzernen Siemens und BASF von 1,5 beziehungsweise 1,4 Prozent den Dax.

          Leichte Gewinne in Europa und den Vereinigten Staaten

          Der europäische Leitindex Euro Stoxx 50 stieg zum Handelsende um 0,6 Prozent auf 2759,2 Punkte. Moderate Gewinne gab es auch an den Börsen in Paris und London. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,39 Prozent am Vortag auf 1,37 Prozent. Der Rentenindex Rex büßte 0,02 Prozentpunkte auf 133,83 Punkte ein. Der Bund Future verlor 0,03 Prozent auf 142,42 Punkte. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3284 (Montag: 1,3270) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7528 (0,7536) Euro.

          Wall Street leicht im Plus

          Die amerikanischen Börsen haben am Dienstag leicht zugelegt. Die Anleger wagten sich vor der Entscheidung über den weiteren Kurs der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed) am Mittwoch nicht zu weit aus der Deckung, wie Händler erläuterten. Es wird auf Hinweise gewartet, wie schnell sich die Fed von der ultra-lockeren Geldpolitik verabschiedet. Momentan pumpt sie monatlich durch den Kauf von Wertpapieren 85 Milliarden Dollar in den Geldkreislauf, um die Wirtschaft zu stimulieren. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte kletterte um 0,1 Prozent auf 15.533 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 0,2 Prozent auf 1688,5 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,6 Prozent auf 3621 Punkte. Wegen der Fed-Sitzung wird im Vorfeld nicht mit einem größeren Handelsvolumen gerechnet.

          In Aufruhr war am Dienstag die Kali-Branche. In den Vereinigten Staaten stürzten die Aktien des Düngemittel-Produzenten Mosaic um mehr als 19 Prozent ab, Intrepid Potash um 30 Prozent. Zuvor hatte der russische Kali-Produzent Uralkali mit der überraschenden Ankündigung seines Austritts aus dem Kali-Exportverbund BPC für Unruhe gesorgt. Denn Uralkali rechnet damit, dass die Kali-Preise global um rund 25 Prozent sinken könnten.

          Ansonsten wird der Markt derzeit von zahlreichen Quartalsbilanzen beeinflusst. Mehr als die Hälfte der S&P-500-Unternehmen haben ihre Zahlen bereits vorgelegt - zwei Drittel lagen dabei mit dem Gewinn oberhalb der Analystenerwartungen. Dieser Wert entspricht den Erfahrungen aus den vier vergangenen Quartalen. Patentabläufe bei Top-Präparaten machen unterdessen Pfizer mitten im Konzernumbau schwer zu schaffen. Nicht zuletzt wegen eines Umsatzeinbruchs bei dem Cholesterinsenker Lipitor sank der bereinigte Gewinn des größten amerikanischen Pharmakonzerns im zweiten Quartal um 10 Prozent auf 4 Milliarden Dollar. Die Aktie lag dennoch etwa ein Prozent im Plus.

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