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Marktbericht : Dax geht mit kleinem Gewinn ins Wochenende

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der Dax ist am Freitag etwas fester aus dem Handel gegangen. Die Unruhen in Ägypten rückten die Lufthansa-Titel in den Fokus. Sie waren mit einem Minus von 1,2 Prozent schwächster Wert im Dax.

          Der Dax hat am Freitag mit einem Gewinn von 0,2 Prozent bei 8391,9 Punkten geschlossen. Damit schaffte der Leitindex auf Wochensicht ein Plus von 0,6 Prozent, verglichen mit einem Minus in der Vorwoche von 0,8 Prozent.

          „Vor allem die Sorge vor einer näher rückenden Wende der amerikanischen Geldpolitik verwehrt derzeit eine Rückkehr über die Marke von 8400 Punkten, nachdem am Vortag mehrheitlich positive Konjunkturdaten aus Amerika veröffentlicht wurden“, kommentierte Händler Gregor Kuhn vom Broker IG. Der M-Dax gewann am Freitag 0,3 Prozent auf 14.762,9 Punkte. Der Tec-Dax dagegen verlor 0,1 Prozent auf 1031 Punkte. Der marktbreite FAZ-Index stieg um 0,2 Prozent auf 1769,8 Punkte.

          Auch am Freitag standen wieder frische Wirtschaftszahlen aus den Vereinigten Staaten im Blickpunkt. Der amerikanische Immobilienmarkt befindet sich weiterhin auf Erholungskurs, wenn auch die Zahl der Wohnungsbaubeginne und Baugenehmigungen im Juli weniger stark als erwartet gestiegen war. Der Verbraucherstimmungsindikator der Universität Michigan im August verfehlte ebenfalls die durchschnittliche Prognose der Volkswirte. Überraschend stark hatte hingegen die Produktivität der amerikanischen Wirtschaft im zweiten Quartal zugelegt. Der „kleine“ Verfall von Terminkontrakten hatte am Freitag nur geringen Einfluss auf das Kursgeschehen.

          Ägypten-Unruhen belasten Lufthansa

          Unter den Einzelwerten standen Lufthansa-Titel im Fokus. Sie sackten im Verlauf auf ein neues Tief seit Mitte Dezember und waren mit einem Minus von 1,2 Prozent schwächster Wert im Dax. Die Unruhen in Ägypten gelten als Belastung für den Reise- und Freizeitsektor. Die Lufthansa leide darunter vor allem wegen des steigenden Ölpreises, sagten Händler. Favorisiert wurden dagegen die zuletzt deutlich vernachlässigten Versorger: RWE-Aktien stabilisierten sich nach ihrem Kursrutsch an den beiden Vortagen schon im frühen Handel. Letztlich kletterte die Aktie um 2,6 Prozent an die Spitze im Dax.

          Die Papiere von Eon verteuerten sich um 0,3 Prozent. Im M-Dax stabilisierte sich die zuletzt schwache Salzgitter-Aktie und kletterte um gut 3 Prozent nach oben. Bei Deutschlands zweitgrößtem Stahlkonzern fallen laut „Süddeutsche Zeitung“ drei Vorstandsposten weg. Noch besser schnitten die Papiere des Kupferunternehmens Aurubis mit einem Gewinn von 3,2 Prozent ab. Am Ende des M-Dax standen Sky Deutschland mit einem Minus von knapp 2 Prozent.

          Eurostoxx auf Jahreshoch

          Die anderen wichtigen Börsen in Europa zeigten sich im Plus. Der Euro Stoxx 50 schloss 0,6 Prozent höher bei 2854,3 Punkten und damit auf dem höchsten Stand des Jahres. Die Leitindizes in Paris und London gewannen zwischen 0,2 und 0,8 Prozent.

          Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,55 (Vortag: 1,50) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,25 Prozent auf 132,62 Punkte. Der Bund Future verlor 0,01 Prozent auf 140,20 Punkte. Der Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3340 (1,3297) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7496 (0,7521) Euro.

          Wall Street eröffnet leicht im Minus

          Die amerikanischen Börsen haben am Freitag nach den deutlichen Verlusten am Vortag nahezu unverändert notiert. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg um 0,04 Prozent auf 15116 Punkte. Am Donnerstag hatte er ein Minus von 1,5 Prozent verzeichnet. Es war der größte Tagesverlust seit knapp zwei Monaten. Der breiter gefasste S&P-500 notierte am Freitag 0,04 Prozent im Minus bei 1661 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq lag knapp 0,3 Prozent höher bei 3617 Punkten.

          Investoren seien nach wie vor besorgt darüber, dass die wirtschaftliche Erholung schwächer als erwartet ausfalle, sagten Händler. Mit dem weitgehenden Ende der Berichtssaison rückten Daten zur amerikanischen Konjunktur in den Mittelpunkt des Interesses. Von ihnen erhofften sich die Händler insbesondere einen Fingerzeig darauf, wann die Fed damit beginnen wird, ihr Anleihekauf-Programm zur Konjunktur-Stützung zurückzufahren. Die Zahl der Wohnbaubeginne stieg im Juli um 5,9 Prozent aufs Jahr gerechnet auf 896.000. Analysten hatten mit einem Anstieg auf 900.000 gerechnet, nachdem es im Juni noch ein deutliches Minus von knapp 8 Prozent gegeben hatte. Die Produktivität der amerikanischen Wirtschaft stieg im zweiten Quartal kräftiger als erwartet auf das Jahr hochgerechnet um 0,9 Prozent. Analysten hatten mit 0,6 Prozent gerechnet. Allerdings wurde der Wert für das Vorquartal auf minus 1,7 von plus 0,5 Prozent nach unten korrigiert.

          Bei den Einzelwerten standen Aktien des Ingenieur-Dienstleisters National Technical Systems  besonders im Blickpunkt. Sie legten 38 Prozent zu. Der Finanzinvestor Aurora Capital hatte die Übernahme des Unternehmens bekanntgegeben. Dell-Aktien notierten kaum verändert. Trotz stabiler Umsätze war der Gewinn im zweiten Quartal 2013 um fast drei Viertel auf 204 Millionen Dollar eingebrochen. Wal-Mart-Papiere verloren 0,4 Prozent. Der weltgrößte Einzelhändler hatte am Vortag seine Gesamtjahresprognose gesenkt.

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