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Marktbericht : Dax bricht Rekordjagd vorerst ab

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der deutsche Leitindex ist am Dienstag mit leichten Verlusten aus dem Handel gegangen. Nach Spekulationen über eine Zerschlagung von Infineon setzten sich die Aktien des Halbleiterunternehmens mit plus 1,6 Prozent an die Dax-Spitze.

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          Der Dax hat seine Rekordjagd am Dienstag vorerst abgebrochen. Der deutsche Leitindex verlor 0,3 Prozent auf 9193,3 Punkte. Zum Wochenauftakt hatte er sowohl im Verlauf als auch auf Schlussbasis abermals Rekorde markiert. Der M-Dax gab am Dienstag um 0,1 Prozent nach auf 16.206,9 Punkte. Der Tec-Dax sank um 0,9 Prozent auf 1146,4 Punkte. Als Kursbelastung sahen Börsianer, dass der bekannte Investor Carl Icahn sich angesichts der nun erreichten Kursniveaus an den Aktienmärkten zuletzt vorsichtig gezeigt habe.

          Als Kursbelastung sahen Börsianer, dass der bekannte Investor Carl Icahn sich angesichts der nun erreichten Kursniveaus an den Aktienmärkten zuletzt vorsichtig gezeigt habe. Neue Spekulationen um Zeitpunkt und Umfang einer Straffung der konjunkturstützenden, amerikanischen Geldpolitik hätten für Gewinnmitnahmen gesorgt, schrieb Investmentanalystin Antje Laschewski von der Landesbank Baden-Württemberg. Sie verwies auf Berichte, denen zufolge sich der Chef der New Yorker Notenbank, William Dudley, optimistischer als bisher über die amerikanischen Konjunkturaussichten geäußert hat. Die ZEW-Konjunkturerwartungen halfen dem Aktienmarkt trotz eines Vierjahreshochs nicht.

          Infineon an Dax-Spitze

          Die Infineon-Titel setzten sich mit plus 1,6 Prozent auf 7,201 Euro an die Dax-Spitze. Händlern zufolge gab es Spekulationen, dass Investoren auf eine Zerschlagung des Halbleiterunternehmens drängen könnten. Infineon kauft zudem für 300 Millionen Euro Aktien zurück. Starke Zahlen von Easyjet verhalfen den Lufthansa-Titeln zu Kursgewinnen von 0,95 Prozent. Dagegen büßten die Aktien von K+S am Dax-Ende 3,27 Prozent ein, nachdem die amerikanische Ratingagentur Standard & Poor’s die Bonität gesenkt hatte.

          Mit plus 0,16 Prozent wenig bewegt zeigten sich die Aktien der Deutschen Börse nach einem Bericht über ein Interesse am Konkurrenten Euronext. Die transatlantische Börse NYSE Euronext muss sich nach ihrer Übernahme durch den amerikanischen Rivalen Intercontinental Exchange von ihrer europäischen Sparte trennen. Die Aktien von Metro eroberten mit Kursgewinnen von knapp 8 Prozent die M-Dax-Spitze. Der Handelskonzern prüft einen Börsengang seiner russischen Großmärkte. Die Kuka-Titel legten um 2,7 Prozent zu, was Händler auf Spekulationen zurückführten, der Elektrokonzern ABB könnte eine Übernahme des Industrieroboter-Herstellers anstreben.

          Die europäischen Standardwerte gerieten ebenfalls unter Druck. Der Euro Stoxx 50 schloss ein Prozent tiefer bei 3049,2 Punkten. Auch die Börsen in Paris und London gaben nach. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,39 Prozent am Vortag auf 1,38 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,08 Prozent auf 134,11 Punkte. Der Bund-Future aber verlor 0,39 Prozent auf 141,39 Punkte. Der Kurs des Euro gab nach. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3502 (Montag: 1,3517) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7406 (0,7398) Euro.

          Wall Street tritt zum Handelsstart auf der Stelle

          An den amerikanischen Aktienmärkten werden die Anleger nach der jüngsten Rekordjagd vorsichtiger. Die Wall Street notierte am Dienstag wenig verändert bis etwas leichter. „Es gibt keine Neuigkeiten, die den Markt nach oben treiben, aber auch keine Optionen für die Investoren, ihr Geld anderswo anzulegen „, sagte Rick Meckler, Präsident der Investmentfirma Liberty View Capital Management. „Der Markt wird wahrscheinlich auf diesem Niveau bleiben bis zum Beginn des nächsten Jahres.“

          Dann dürfte die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt gekommen sei, um mit dem Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik anzufangen, erläuterte Meckler. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte nahezu unverändert bei 15.980 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,1 Prozent auf 1789 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq präsentierte sich nahezu unverändert bei 3945 Punkten. Zum Wochenstart hatten der Dow und der S&P-500 neue Rekordstände markiert.

          Unter den Einzelwerten zogen Home Depot Aufmerksamkeit auf sich. Der Aktienkurs der Baumarktkette stieg 1,9 Prozent. Das Unternehmen übertraf im abgelaufenen Quartal die Erwartungen und hob seine Geschäftsziele für das Gesamtjahr an. Abwärts ging es dagegen mit den Titeln von Best Buy, die mehr als 8 Prozent abrutschten. Der Einzelhändler kehrte zwar dank seiner Sparbemühungen in die schwarzen Zahlen zurück. Doch Anleger sorgten sich um die Gewinnmargen des Unternehmens im Weihnachtsgeschäft.

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