https://www.faz.net/-gv6-7ine8

Marktbericht : Dax behauptet Rekordniveau zum Start der Berichtssaison

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der Dax geht zum Wochenbeginn nahezu unverändert aus dem Handel. Im Tagesverlauf hatte der deutsche Leitindex mit 8876 Punkten ein neues Allzeithoch markiert.

          Die deutschen Aktienindizes haben ihre Rekordniveaus am Montag gut verteidigt. Der Dax rettete ein kleines Plus von 0,02 Prozent auf 8867,2 Punkte über die Ziellinie. Am Nachmittag hatte der Leitindex seine Bestmarke auf mehr als 8876 Punkte verbessert. Der M-Dax mittelgroßer Werte schloss mit plus 0,6 Prozent bei 15.800 Punkten wieder auf einem Rekord, der Tec-Dax erreichte mit einem Aufschlag von 1,3 Prozent auf 1118,8 Punkte den höchsten Stand seit Februar 2002. Auch die kleinen Werte knüpfen in Deutschland an ihren Höhenflug an: der S-Dax erreichte einen Rekordschluss. Der marktbreite FAZ-Index gewann 0,2 Prozent auf 1875,7 Punkte.

          „Gerade die wichtigen Anleger aus den Vereinigten Staaten und auch London zeigen weiterhin großes Interesse am deutschen Markt und sie nutzen leichte Rückschläge sofort zum Einstieg“, erklärte Analyst Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel die ungetrübt gute Laune an den deutschen Börsen. Mit SAP sei zudem ein guter Start in die Berichtssaison gelungen und das stärke nochmal die Zuversicht für die kommenden Wochen. Aus den Vereinigten Staaten kamen am Nachmittag die Verkäufe bestehender Häuser, die zwar von ihrem Mehrjahreshoch etwas zurückgefallen waren, aber nach Meinung von Helaba-Analyst Johannes Jander den Erholungstrend des Immobiliensektors bestätigen. Den Markt bewegte dies aber kaum. Vor den Arbeitsmarktdaten aus den Vereinigten Staaten, die am Dienstag nachgereicht werden, hätten sich viele Anleger zurückgehalten, sagte Jens Klatt von FXCM.

          SAP bringt guten Start in die Berichtssaison

          Tagesgewinner im Dax waren SAP-Aktien, die nach der Bilanzvorlage der Walldorfer für das dritte Quartal 4,8 Prozent auf 56,06 Euro gewannen. Europas größter Softwarekonzern war zwar vom starken Euro etwas ausgebremst worden, konnte aber die Jahresziele bestätigten. Anleger hatten laut de Schutter viel schlechteres befürchtet, zumal nahezu alle Wettbewerber mit ihrem Zwischenbericht vor enttäuschenden Geschäften gewarnt hätten. Analyst Thomas Becker von der Commerzbank wertete auch die Zahlen selbst sehr solide. Die Darmstädter Software AG profitierte im Kielwasser von den SAP-Zahlen im Tec-Dax mit plus 3,7 Prozent.

          Papiere der Deutschen Bank verloren dagegen am Dax-Ende 1,5 Prozent. Händler sahen den Grund vor allem in der drohenden Rekordstrafe für die amerikanische Großbank JP Morgan. Der amerikanische Branchenprimus soll wegen fragwürdiger Hypothekengeschäfte aus der Zeit vor der Finanzkrise 13 Milliarden Dollar (9,5 Milliarden Euro) berappen. Nach übereinstimmenden Medienberichten droht zudem auch der Bank of America eine Milliardenstrafe. Vor allem die Höhe der drohenden Zahlung bei JP Morgan sei ein negatives Zeichen für die Deutsche Bank, kommentierte ein Händler. Die vom deutschen Finanzkonzern für Rechtsstreitigkeiten gebildeten Rückstellungen könnten zu niedrig sein.

          Philips-Zahlen schieben Osram an

          Osram-Titel profitierten in der M-Dax-Spitzengruppe mit einem Plus von nahezu 5 Prozent von gut aufgenommenen Zahlen des Rivalen Philips. Händler bewerteten den Gewinn der Niederländer als deutlich besser als erwartet. Insbesondere das Geschäft mit LED-Chips und der Autoindustrie von Philips sei ein positives Signal für die anstehenden Quartalszahlen der ehemaligen Lichttochter von Siemens, schrieb Analyst Günther Hollfelder von der Baader Bank.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Grünen-Chef Robert Habeck

          Kanzlerfrage : Habeck hängt Kramp-Karrenbauer ab

          Der Grünen-Chef würde bei einer Direktwahl des Bundeskanzlers laut einer Umfrage doppelt so viele Stimmen erhalten wie seine Amtskollegin bei der CDU. Mit Friedrich Merz als Kandidat sähe die Lage anders aus.
          Indiens Regierungschef Narendra Modi und der amerikanische Präsident Donald Trump

          Handelsstreit mit Amerika : Indien erhebt Vergeltungszölle

          In Asien bekommt Donald Trump einen weiteren Gegner im Handelskonflikt. Erst strich der amerikanische Präsident Indien Sondervergünstigungen. Nun wehrt sich die Regierung in Neu Delhi.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.