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Marktbericht : Dax auf der Jagd nach neuen Jahrestiefs

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Bild: FAZ.NET

Kriegssorgen, die schwache Konjunktur und enttäuschende Unternehmens-ergebnisse bringen die Börsen ins Rutschen.

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          Mit deutlichen Kursverlusten reagieren die europäischen Börsen auf die sich immer mehr verdichtenden Anzeichen auf einen bevorstehenden Irakkrieg, auf ungemütliche Nachrichten von Unternehmensseite und auf die schwache Verfassung der Konjunktur.

          So geht der Dax mit einem Minus von 2,35 Prozent bei 2.893,25 Zählern aus dem Markt, der Eurostoxx 50 gab 2,14 Prozent auf 2.277,36 Zähler nach. Mit dieser Entwicklung hat der Dax sogar eine technisch entscheidende Marke von 2.836 Zählern unterschritten, unter der Markttechniker eine mögliche Verkaufspanik nicht ausschließen. Der Dax verzeichnete den dritten Tag in Folge ein neues Jahrestief.

          Finanzwerte geben deutlich nach

          Die stärksten Verlierer waren wieder einmal in der Banken- und Versicherungsbranche zu finden, nachdem Italiens größte Versicherung Assicurazioni Generali auf Grund von Sonderabschreibungen auf ihre Wertpapierbestände für das Jahr 2002 einen Verlust verkündet hat. Das ist der erste seit den 70er Jahren. Dazu kommt die offensichtliche Krise in der Reisebranche - Tui wagt keine Prognose für den Geschäftsgang im laufenden Jahr - und nicht zuletzt der verhaltene Geschäftsausblick von Schneider Electric.

          „Wir sehen fallende Börsen, die Weltuntergangsstimmung in Zusammenhang mit dem Irak, eine schwache Wirtschaftsentwicklung in Europa - und das ist schlecht für die Versicherer“, sagt beispielsweise Richard Champion von Pavilion Asset Management. Die stärksten Verlierer im Dow Jones Euro Stoxx 50 war Generali mit einem Minus von 4,91 Prozent auf 17,53 Euro, gefolgt von Eon, Bayer, Philips, Aegon, Banco Santander und Carrefour mit Kursverlusten von jeweils mehr als vier Prozent. Die Aktie von DaimlerChrysler befand sich gegen 13.46 Uhr mit 26,57 Euro sogar auf einem Zehn-Jahres-Tief.

          Anlegern geht das Vertrauen

          Letztlich fehle den Anlegern das nötige Vertrauen, um die Notierungen auch längerfristig wieder steigen zu lassen, denken Experten. Was grundsätzlich skeptisch stimmt, ist der ausgebliebene nachhaltige Ausverkauf und die angesichts der Lage noch immer viel zu gute Stimmung unter den Anlegern. „Am Ende eines Bärenmarktes ist auch die Stimmung im Keller. Das haben wir leider bisher nicht gesehen“, konstatiert beispielsweise Christian Plenz von Equinet (). Hinzu komme die Tatsache, dass die Fonds während der Erholungsbewegung Liquidität ab- und nicht aufgebaut hätten. Eine von Merrill Lynch regelmäßig durchgeführte Umfrage unter Fondsmanagern zeigt, dass viele von ihnen nur wenig Pulver im Trockenen haben, das sie verschießen könnten. Die Liquiditätsstände sind auf Rekordtiefs.

          Langsam dürften damit den Optimisten die Argumente ausgehen. Denn mit einer Liquiditätshausse ist kaum zu rechnen, die Konjunktur kommt auch nicht auf die Beine und die Unternehmen blicken ungewisser in die Zukunft denn je. Zulegen können momentan lediglich der Rentenmarkt und der Euro sowie der Goldpreis. Mit 114,64 hat der März-Kontrakt des Bund-Futures am Mittwoch sogar ein neues Kontrakthoch verzeichnet, der Euro liegt mit Kursen über 1,07 Dollar je Euro knapp unter einem Dreieinhalb-Jahreshoch und das Gold ist phasenweise mit Notierungen über 360 Dollar auf ein neues Sechsjahreshoch gesprungen.

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