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Marktbericht : Commerzbank an der Daxspitze

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Bild: ddp

Die Commerzbank ist im Dax obenauf. Angesichts gemischter Konjunkturdaten ging der deutsche Aktienmarkt am Montag nahezu unverändert in die erste vollständige Handelswoche.

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          Die Aktien der Commerzbank haben sich am Montag als Gewinner im Dax gezeigt. Die Banktitel stiegen um 3,7 Prozent auf 11,705 Euro. Bereichsvorstand Gustav Holtkemper hatte der Anlegerzeitung „Euro am Sonntag“ gesagt, dass die Bank im Geschäft mit reichen Privatkunden ihren Marktanteil deutlich ausbauen will. Das begünstigt einem Händler zufolge die Erholung der Aktien nach einem deutlichen Rücksetzer zu Jahresbeginn.

          Der deutsche Aktienmarkt allerdings ging am Montag angesichts gemischter Konjunkturdaten nahezu unverändert in die erste vollständige Handelswoche des neuen Jahres. Viele Investoren hätten sich zudem in Erwartung noch wichtigerer Konjunkturnachrichten im Wochenverlauf zurückgehalten, sagten Börsianer. Der Dax schloss nach einem relativ orientierungslosen Handel am Abend 0,1 Prozent tiefer bei 9428 Punkten. Der M-Dax mittelgroßer Werte gab um 0,3 Prozent auf 16.566,5 Punkte nach, während der Tec-Dax mit minus 0,05 Prozent auf 1182,38 Zähler ebenfalls auf der Stelle trat.

          Bereits zum Wochenauftakt war der Konjunkturkalender ordentlich gefüllt: Gemischt ausgefallene Einkaufsmanagerindizes aus mehreren Ländern der Eurozone erschwerten allerdings am Morgen die Richtungssuche an den Märkten, nachdem zuvor bereits schlechtere Zahlen aus China für einen Stimmungsdämpfer gesorgt hatten. Auch die amerikanischen Börsen lieferten im späteren Handelsverlauf kaum Impulse. In den Vereinigten Staaten waren die präsentierten Konjunkturdaten ebenfalls uneinheitlich ausgefallen: So waren die Industrieaufträge im November stärker als erwartet gestiegen, allerdings hatte sich die Stimmung im amerikanischen Dienstleistungssektor im Dezember überraschend eingetrübt.

          Fresenius profitierten von Kurszielerhöhung

          Am Montagabend stimmt der amerikanische Senat über die Ernennung von Janet Yellen zur neuen Vorsitzenden der amerikanischen Notenbank Federal Reserve ab. Es gilt als sicher, dass die 67-Jährige Anfang Februar als erste Frau an die Spitze der Zentralbank der weltgrößten Volkswirtschaft rückt. Unterdessen richten sich die Blicke der Anleger bereits auf die zweite Wochenhälfte. Die Märkte dürften vor allem von Notenbankaussagen bewegt werden, sagte Craig Erlam vom Broker Alpari in London, und am Freitag kommt der wichtige Arbeitsmarktbericht aus den Vereinigten Staaten. Chefanalyst Jens Klatt von Daily FX schätzt, dass bis zur Veröffentlichung der amerikanischen Arbeitsmarktzahlen der Dax seinen richtungslosen Handel fortsetzen dürfte.

          Fresenius profitierten mit plus 1,5 Prozent von einer Kurszielerhöhung durch die UBS. T-Aktien verloren dagegen 0,6 Prozent im Minus. Die Telekom-Tochter T-Mobile US übernimmt vom Marktführer Verizon Wireless Frequenzen für eine Milliardensumme. Die Vorzüge von Volkswagen VW verbilligten sich nach einem Absatzeinbruch im Dezember in den Vereinigten Staaten um 0,9 Prozent. BMW büßten am Dax-Ende 1,2 Prozent ein und auch Daimler konnten ihre Gewinne bis Handelsschluss nicht halten. Die Aktien verloren 0,3 Prozent. Im M-Dax rutschten Celesio mit minus 2,1 Prozent an das Index-Ende. Ein Beobachter begründete die Verluste mit Nervosität der Anleger vor dem Ende der Annahmefrist für die Übernahmeofferte des amerikanischen Pharmagroßhändlers Mc Kesson am 9. Januar.

          Nordex sehr fest

          Im Tec-Dax verloren Dialog Semiconductor am Indexende 4,7 Prozent. Morgan Stanley hatte sich negativ zu den Titeln des Chipherstellers geäußert. Zudem sorgten schwache Zahlen von Smartphone-Spezialist HTC für negative Stimmung in dem Sektor. Titel von QSC sprangen dagegen nach Aussagen der Finanzchefin zur Dividende an der Indexspitze um 7,1 Prozent nach oben. Nordex zogen um 5,4 Prozent an. Börsianer verwiesen unter anderem auf einen Bericht des „Wall Street Journal“ (Onlineausgabe), wonach Unternehmenschef Jürgen Zeschky den Windkraftanlagenbauer in der Zukunft als mögliches Übernahmeziel chinesischer Konkurrenten sieht.

          Verluste in Europa

          Der Euro Stoxx 50 als Leitindex der Eurozone schloss 0,2 Prozent tiefer bei 3069,2 Punkten. Auch der Leitindex in Paris verbuchte Verluste, wohingegen die Börse in London unverändert endete. Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,61 (Freitag: 1,64) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,16 Prozent auf 132,37 Punkte. Der Bund-Future gewann zuletzt 0,31 Prozent auf 139,54 Punkte. Der Euro stieg. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3602 (Freitag: 1,3634) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7352 (0,7335) Euro.

          Wall Street ohne klaren Trend nach Konjunkturdaten

          Die New Yorker Börsen tendieren am Montag nach neuen Konjunkturdaten im Minus. Der amerikanische Leitindex Dow Jones Industrial verlor 0,2 Prozent auf 16.432 Punkte vor. Der marktbreite S&P-500-Index sank um 0,3 Prozent auf 1825 Punkte. An der technologielastigen Nasdaq fiel der Auswahlindex Nasdaq 100 um 0,5 Prozent auf 3522 Punkte. Die amerikanischen Industrieaufträge waren im November etwas stärker als erwartet gestiegen. Die Stimmung im amerikanischen Dienstleistungssektor hingegen hatte sich im Dezember überraschend eingetrübt.

          Auf Unternehmensseite richteten sich die Blicke auf die Telekom-Tochter T-Mobile US. Der Konzern übernimmt vom Marktführer Verizon Wireless Sendefrequenzen für eine Milliardensumme, um das Mobilfunknetz zu stärken. Die Aktien von T-Mobile US legten um 2,7 Prozent zu. Im Dow zählten Finanzwerte zu den Gewinnern. So kletterten an der Indexspitze die Aktien von Goldman Sachs um 0,9 Prozent auf 179,74 Dollar. Für die Papiere von JP Morgan ging es um 0,7 Prozent nach oben. Offenbar kommt der Finanzkonzern beim Aufarbeiten von Skandalen weiter voran. Wegen Fehlverhaltens beim Milliardenbetrug des Börsenmaklers Bernhard Madoff stehe ein Vergleich mit mehreren Behörden nun kurz bevor, berichtete das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf mehrere mit den Verhandlungen vertraute Personen. Titel von General Electric (GE) sanken um 0,8 Prozent. Der Siemens-Konkurrent will vom Technologieunternehmen Thermo Fisher unter anderem das Geschäft für Zellforschung und Zelltherapie übernehmen.

          Technologieaktien gerieten nach einer Studie von Morgan Stanley stark in Bewegung. Die Investmentbank stufte die Titel von Twitter und Ebay ab und äußerte sich positiv zu den Aktien von Facebook und Google. Daraufhin sackten Twitter um 5,6 und Ebay um 2,8 Prozent ab, wohingegen Facebook und Google um 1,6 beziehungsweise 0,3 Prozent zulegten. Mittlerweile seien große Anteilsgewinne im Werbemarkt eingepreist, schrieb Analyst Scott Devitt. Garantiert seien diese aber nicht. Im Zuge des zunehmenden Wettbewerbs um die Online-Werbebudgets der Kunden sollten die Anleger eher zu den Aktien von Google und Facebook greifen als zu Twitter. Beides seien dominante Plattformen, die ein attraktiveres Chance/Risiko-Verhältnis offerierten.

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