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Marktbericht : Commerzbank-Aktien im Aufwind

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Die Commerzbank hat sich im vergangenen Jahr wieder in die schwarzen Zahlen gearbeitet. Bild: dpa

Gewinnmitnahmen haben die deutschen Aktienmärkte am Donnerstag etwas ausgebremst. Der Dax notiert knapp im Minus, die Papiere der Commerzbank klettern hingegen auf den höchsten Stand seit zwei Jahren.

          Nach seinen jüngsten Gewinnen hat der Dax am Donnerstag eine Verschnaufpause eingelegt. Der deutsche Leitindex verlor 0,2 Prozent auf 9521 Zähler. Seit Montag kommt er auf ein Plus von 2,6 Prozent. Der breite F.A.Z.-Index verlor zur gleichen Zeit 0,24 Prozent auf 1999,26 Zähler.

          Gefragt waren bisher die Aktien der Commerzbank. Investoren honorierten die Rückkehr von Deutschlands zweitgrößter Bank in die Gewinnzone und trieben die Titel um bis zu 4,1 Prozent auf 13,95 Euro, den höchsten Stand seit fast zwei Jahren. Seit ihrem Tief im vergangenen Juli sind die Papiere des teilverstaatlichten zweitgrößten deutschen Geldhauses auf gut das Zweieinhalbfache gestiegen. Die Situation der Bank habe sich deutlich verbessert und die Aktien blieben attraktiv bewertet, urteilte Equinet-Analyst Philipp Häßler.

          Börsianer waren von den Resultaten der Bank mehrheitlich überzeugt. Trotz hoher Kosten für den Konzernumbau und Verlusten beim beschleunigten Abbau von Altlasten erwirtschaftete das Institut 2013 einen Überschuss von 78 Millionen Euro. Analysten hatten mit wesentlich weniger gerechnet. Zudem kletterte die harte Kernkapitalquote unter Einbeziehung aller erst künftig geltenden Regeln (Basel III) von 7,6 auf 9,0 Prozent. Damit übertraf die Commerzbank bereits ihr eigentlich erst für 2016 angepeiltes Ziel. Nun will das Management den Puffer bis 2016 auf über 10 Prozent steigern. Auch bei der Auflösung der problematischen Anlagen in der „Bad Bank“ kam das Institut besser voran als geplant und setzte sich höhere Ziele.

          Die Kernkapitalquote sei stärker ausgefallen als vom Markt geschätzt, lobte ein Händler. Mit Blick auf die anstehenden Bilanzchecks durch die Europäische Zentralbank (EZB) achten Experten und Beobachter verstärkt auf die Kapitalausstattung der Großbanken in Europa. Zusammen mit den etwas besseren Zahlen stütze das klar den Kurs der Aktie, sagte der Börsianer weiter. Ein weiter Marktteilnehmer schlug in die gleiche Kerbe. Unter anderem Nettozinsertrag und Kostenentwicklung bei der Commerzbank sähen schon gut aus. „Aber die Bilanzentwicklung sieht sogar noch besser aus“, sagte er. Der Abbau von Risiken und die widerstandsfähige Entwicklung des Kapitals hätten zu einem starken Quartal für die Bank mit guten Zahlen geführt. Das gebe der Aktie Auftrieb.

          Am Devisenmarkt ging der Euro auf Erholungskurs. Die Gemeinschaftswährung stieg in der Spitze auf 1,3678 Dollar, nachdem er am Vortag zeitweise auf 1,3561 Dollar gefallen war. Der Euro war unter Druck geraten, weil der französische Notenbank-Direktor Benoit Coeure in einem Reuters-Interview gesagt hatte, Strafzinsen für Geldhäuser auf kurzfristige Einlagen blieben eine Option der EZB. Damit würde ihnen ein Anreiz gesetzt, Geld nicht zu parken, sondern als Kredite an Firmen und Haushalte zu geben.

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