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Marktbericht : BASF gibt Dax Auftrieb

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Ermutigt von einer Reihe für positiv erklärter Unternehmensergebnisse haben Anleger auch am Donnerstag europäische Aktien gekauft. Manche Analysten rufen mittlerweile die Trendwende: aus.

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          Ermutigt von einer Reihe für positiv erklärter Unternehmensergebnisse haben Anleger auch am Donnerstag europäische Aktien gekauft. Der Dax legte den zweiten Tag in Folge zu. Er beendete den Xetra-Handel 1,4 Prozent im Plus bei 4769 Zählern. Der Eurostoxx50, in dem die größten Börsengesellschaften aus der Euro-Zone zusammengefasst sind, stieg um 2,1 Prozent auf 2383 Punkte. Der MDax gewann 2,3 Prozent auf 5565 Zähler. Der TecDax legte 3,6 Prozent auf 590 Zähler zu.

          Die Analysten lassen sich nunmehr von Gewinn- und Umsatzeinbrüchen nicht mehr unterkriegen. „Insgesamt sehen die Zahlen nicht allzu schlecht aus und untermauern die positive Stimmung am Markt“, sagte Analyst Marcus Silbe vom Brokerhaus Close Brothers Seydler. Aktienstratege Francois Chavallier von der Banque Leonardo sprach sogar von einer Trendwende: „Der Bärenmarkt liegt hinter uns.“

          Unergründlicher Optimismus

          Der unergründliche Optimismus zeigte sich am deutlichsten am Kursverlauf der BASF-Aktie. Sie setzte sich mit einem Plus von 7,4 Prozent auf 28,57 Euro an die Spitze des Dax'. Vor allem das operative Ergebnis habe positiv überrascht, betonte Analyst Peter Spengler von der DZ Bank. „Die Kostenkontrolle ist exzellent.“ Im ersten Quartal wies BASF einen Gewinn von 375 Millionen Euro aus. Im Vorjahr waren es noch 1,17 Milliarden Euro. Der Umsatz fiel um 23 Prozent auf 12 Milliarden Euro (vgl. BASF: Aktienkurs profitiert trotz Krise).

          Da die Analysten aber ihre Erwartungen noch tiefer angesiedelt hatten, fielen die Ergebnisse naturgemäß besser aus als erwartet, so auch bei Dow Chemical. Der Gewinn des BASF-Konkurrenten fiel von 941 Millionen auf 24 Millionen Dollar, der Umsatz sank um 39 Prozent. Doch die mit der Unternehmensanalyse betrauten Angestellten von Banken und Brokerhäusern hatten einen Verlust angesetzt.

          Auch bei MAN hielt ein Gewinnrückgang Anleger nicht von Käufen ab. Der Kurs der MAN-Titel stieg um 2,4 Prozent auf 46,99 Euro, der von Renault trotz eines überraschend hohen Umsatzminus' in Paris um 10 Prozent auf 24,57 Euro. Auch die Aktien des MDax-Mitglieds Wacker Chemie schlossen mit einem Rekord-Tagesplus von 18,7 Prozent.

          Wall Street setzt Rally fort

          Selbst Meldungen aus dem Weißen Haus, wonach Chrysler einen Insolvenzantrag gestellt hat, können die gute Stimmung der Anleger an Wall Street nicht eintrüben. Der Dow Jones Index für 30 Industriewerte steigt um 0,8 Prozent auf 8254 Punkte. Für den S&P-500 geht es um 1 Prozent auf 882 Zähler nach oben, während der Nasdaq Composite 1,8 Prozent auf 1743 Stellen gewinnt.

          Händler sprechen von einer Eindeckungsrally. Auch nehme der Druck auf Anleger, die noch nicht im Markt engagiert seien, immer mehr zu. „Hier nicht dabei zu sein ist sehr schmerzhaft“, heißt es. Neben Quartalszahlen wird der Chicago-Einkaufsmanager-Index als stützend herangezogen, da er deutlich über den Erwartungen ausgefallen sei. Auch die Notenbanker hatten am Vortag Anzeichen gesehen, dass sich der wirtschaftliche Abschwung verlangsamt habe.

          Im Automobilsektor richten sich Blicke neben Chrysler auf General Motors (GM). Die Anleiheninhaber haben einen Eintausch ihrer Forderungen gegen Eigenkapital vorgeschlagen, wonach sie 58 Prozent der Anteile des Unternehmens erhalten würden. Die Regierung wollte nur 10 Prozent für 90 Prozent der Forderungen gewähren. Für die GM-Aktie geht es um 3,9 Prozent auf 1,88 Dollar nach oben.

          Dow Chemical gewinnen trotz des fast völlig dahin geschmolzenen Gewinns und des exorbitanten Umsatzeinbruchs 17,8 Prozent auf 15,92 Dollar. Das Spiel „Besser als erwartet“ bringt der hoch bewerteten Starbucks-Aktie ein Plus von 9,3 Prozent auf 14,96 Dollar.

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