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Marktbericht : Altlasten ziehen Commerzbank-Aktie nach unten

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Die Aktie der Commerzbank ging am Montag mit dem größten Minus aus dem Handel. Auch am gesamten deutschen Aktienmarkt war die Laune bescheiden - schlechte Konjunkturdaten aus Amerika belasten.

          Für die Commerzbank lief es am Montag an der deutschen Börse nicht besonders rund. Mit einem Minus von 2,8 Prozent waren die Anteilsscheine der Bank die schwächsten Werte im Leitindex Dax. Die komplette spanische Immobilienfinanzierung der Tochter Eurohypo im Wert von mehr als vier Milliarden Euro dürfte in Kürze wohl verkauft werden, hatte die „Wirtschaftswoche“ unter Berufung auf Finanzkreise berichtet. „Diese Altlasten sind wie ein Mühlstein“, kommentierte Analyst Stefan Bongardt von Independent Research. Entscheidend aber sei im Falle eines Verkaufs der Preis.

          Derweil belasteten schwache amerikanische Konjunkturdaten am Montag den deutschen Aktienmarkt kräftig. Nach einem über weite Strecken richtungslosen Verlauf ging der Dax am Nachmittag auf Talfahrt und schloss mit minus 1,3 Prozent bei 9186,5 Punkten. Auslöser war, dass sich der Einkaufsmanagerindex für die amerikanische Industrie im Januar unerwartet kräftig eingetrübt hat. Der F.A.Z.-Index, der auch die Aktien kleinerer Unternehmen umfasst, gab 1,2 Prozent ab auf 1929,9 Punkte.

          „Der scharfe Verfall der ISM-Daten, der ja ein Stimmungsindikator ist, zeigt, dass auch das Verarbeitende Gewerbe in Amerika die Konjunkturrisiken der Schwellenländer ernst nimmt“, sagte Marktexperte Robert Halver von der Baader Bank. Diese konjunkturelle Eintrübung spiegele auch der Dax wider. Wichtig ist laut Halver nun, dass die Notenbanken klar machen, dass sie Deflationstendenzen aus dem Entwicklungsländern kategorisch entgegentreten.

          Aurubis auf Talfahrt

          Zu den größten Gewinnern des Tages gehörten die Titel von K+S mit einem Plus von 2,1 Prozent. Die Papiere von Europas größter Kupferhütte Aurubis gingen am Nachmittag nach überraschend vorgelegten vorläufigen Eckzahlen mit einem Abschlag von 5,5 Prozent auf Talfahrt. Aurubis enttäuschte beim Vorsteuerergebnis im abgelaufenen ersten Geschäftsquartal. Ein Großstillstand in Hamburg hatte den Kupferhersteller operativ in die Verlustzone gedrückt. Am Markt hingegen war für das Auftaktquartal des neuen Geschäftsjahres ein Gewinn erwartet worden. Erste Erholungssignale beim Zuckerpreis ließen die Papiere von Südzucker dagegen mit plus 4,4 Prozent an die M-Dax-Spitze steigen. Ende der vergangenen Woche hatte der Terminkontrakt auf Zuckerrüben zum Teil deutliche Kursgewinne verzeichnet.

          Die amerikanischen Wirtschaftsdaten belasteten nicht nur den Dax, sondern drücken europaweit die wichtigsten Indizes ins Minus. Der Euro Stoxx 50 beendete den Tag mit einem Abschlag von 1,6 Prozent bei 2963,9 Punkten und damit auf dem tiefsten Stand seit Mitte Dezember. In London und Paris wurden ebenfalls Verluste verzeichnet.

          Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,33 (Freitag: 1,32) Prozent. Der Rentenindex Rex legte um 0,02 Prozent auf 134,34 Punkte zu. Der Bund-Future verlor 0,06 Prozent auf 143,98 Punkte. Der Euro stieg nach den schwachen Daten aus Amerika zuletzt auf 1,3527 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,3498 (Freitag: 1,3516) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7409 (0,7399) Euro.

          Wall Street im Minus

          Die amerikanischen Börsen sind am Montag im Handelsverlauf deutlich ins Minus gerutscht. Waren sie noch nahezu unverändert gestartet, drückten schlechte Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten die wichtigsten Indizes nach unten. Die amerikanische Industrie verlor überraschend deutlich an Fahrt verloren und nährte damit Zweifel an der Stärke des Aufschwungs. Das Barometer für den Wirtschaftszweig sank im Januar auf 51,3 von 56,5 Punkten im Dezember, wie das Institute for Supply Management (ISM) am Montag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit einem leichten Dämpfer gerechnet. Werte oberhalb von 50 Punkten signalisieren Wachstum. Besonders stark sackte das Barometer für die Neuaufträge ab - auf 51,2 Zähler von 64,4 Punkten im Dezember. Dies ist der größte monatliche Rückgang seit mehr als drei Jahrzehnten.

          Der Dow-Jones-Index für die Standardwerte verlor im Handelsverlauf 1,6 Prozent auf 15.452,8 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,6 Prozent nach auf 1782,6 Zähler. Pfizer-Aktien erhöhten sich um fast 2 Prozent, nachdem der Pharma-Konzern bei der Entwicklung eines neuen Medikaments gegen Brustkrebs Fortschritte macht. Der Medizintechnik-Konzern Smith & Nephew stärkt mit einem Zukauf in den Vereinigten Staaten seine Sparte für Sportmedizin. Die Briten legen für ArthroCare 1,7 Milliarden Dollar in bar auf den Tisch. Deren Aktien verteuerten sich um 7,5 Prozent. Die Papiere von Time Warner Cable legten 1,2 Prozent zu. Der Kabel-Konzern kann Insidern zufolge auf ein höheres Übernahmeangebot des Rivalen Charter Communications hoffen.

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