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Marktbericht : Aktienkurs von Südzucker hebt ab

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Der Gewinn von Südzucker ging im dritten Quartal nicht so stark zurück wie erwartet. Das freut die Aktionäre. Deutsche Aktien schließen fester.

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          Der Kurs der Südzucker-Aktie ist am Montag um 11,3 Prozent gestiegen, auch wenn Europas größter Zuckerhersteller in naher Zukunft keineswegs goldenen Zeiten entgegen sieht. Im Gegenteil: das erwartete Ende der auskömmlichen Zuckermarktordnung in Europa und die aktuell wieder niedrigen Zuckerpreise außerhalb Europas werden das Geschäftsmodell weiter belasten. In den vergangen Monaten haben deshalb schon viele Analysten ihre Prognosen heruntergefahren. Als Anfang September der französischen Investmentbank Exane BNP sogar von einer drohenden Apokalypse für Europas Zuckerhersteller orakelte, gab es für den Aktienkurs kein Halten mehr. Das Papier rauschte bis Mitte Dezember auf 18,11 Euro herab, den tiefsten Stand 2013.

          Südzucker ist ungeachtet der Schwierigkeiten robuster aufgestellt als viele Skeptiker befürchtet hatten, auch das zeigt sich in dem Kurssprung vom Montag. Zudem sorgt die Genossenschaft SZVG, hinter der 40 000 Aktionäre, davon 20 000 aktive Rübenbauern stehen, für Stabilität im Aktionärskreis. Sie hat stets betont, ihre 52 Prozent-Mehrheit nicht abbauen zu wollen. Die fundamentalen Aussichten des Unternehmens sind allerdings weiter unklar. Das wird sich erst ändern, wenn die EU-Kommission deutlich gemacht hat, wie genau die neue Zuckermarktordnung nach dem Auslaufen der Quotenreglung 2015 aussehen wird.

          Derweil haben die Kurse an den europäischen Börsen, gestützt auf kräftige Kursgewinne der Finanzwerte, am Montag zugelegt. Die Regulierer hatten am Wochenende die Bestimmungen zur Verschuldungsquote gelockert und sich auf eine einheitliche Berechnung geeinigt, damit die europäischen Institute gegenüber ihren amerikanischen Konkurrenten keine Nachteile haben. Außerdem soll damit verhindert werden, dass die Banken weniger Kredite vergeben.

          „Das ist eine gute Nachricht, denn es verschafft den Banken Luft zum Atmen“, sagte Aktienhändler David Thebault vom Brokerhaus Global Equities. Viele Anleger hätten befürchtet, dass bei zu strengen Regelungen der Gewinn der Geldhäuser schrumpft. Der Index für die europäischen Banken stieg am Montag um bis zu 1,6 Prozent und notierte mit 205,62 Punkten auf dem höchsten Stand seit April 2011. Der Dax verabschiedete sich mit einem Plus von 0,4 Prozent bei 9510,17 Punkten in den Feierabend. Der marktbreite F.A.Z.-Index gewann 0,5 Prozent auf 2005 Zähler. Mit Kursgewinnen zwischen 2,9 und 4,7 Prozent belegten Deutsche Bank, die Schweizer UBS und die britische Barclays die ersten drei Plätze im europäischen Auswahlindex Stoxx50. Commerzbank gewannen sogar 5,5 Prozent und schlossen auf einem Zwei-Jahres-Hoch von 13,69 Euro.

          Wall Street verhalten

          An der Wall Street hielten sich Anleger mit Käufen dagegen zurück. Sie befürchteten offenbar eine enttäuschende Bilanzsaison, sagt Peter Jankovskis, der bei Oakbrook Investments die Anlage-Entscheidungen mitverantwortet. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 notierten bei Xetra-Schluss in Deutschland wenig verändert.

          Für reichlich Diskussionsstoff sorgt weiter die Geldpolitik. Börsianer rätseln, ob und wie die Fed auf die enttäuschenden Arbeitsmarktdaten vom vergangenen Freitag reagiert. Die Notenbank, die das Volumen ihrer monatlichen Wertpapierkäufe zum Jahreswechsel auf 75 von 85 Milliarden Dollar reduziert hat, macht die weitere Straffung ihrer Geldpolitik von der Entwicklung der Beschäftigung abhängig. Die Terminkontrakte auf amerikanischen Zinsen signalisierten am Montag, dass Anleger nun frühestens Ende 2015 statt wie bisher Mitte 2015 mit einer ersten Leitzinserhöhung rechnen.

          Der Aktienkurs von Merck & Co. Steigt um 5,5 Prozent auf ein Sechs-Jahres-Hoch von 52,65 Dollares. Die Gesundheitsbehörde FDA hat sich für eine Zulassung des Blutgerinnungshemmers Vorapaxar ausgesprochen - des größten Hoffnungsträgers von Merck. Die Titel von Beam, dem Hersteller von Jim Beam Whiskey, legen sogar 24 Prozent zu. Der japanische Getränke-Hersteller Suntory hatte eine Offerte für die Destille abgegeben.

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