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Luxusgüter : Aktie von Burberry etwas teuer auf neuem Hoch

  • Aktualisiert am

Burberry-Kollektion im Blick Bild: F.A.Z.-Helmut Fricke

Kämpfte Burberry nach einem Comeback gegen Ende der neunziger Jahre eine Zeit lang mit stagnierenden Umsätzen, so befindet sich das Unternehmen inzwischen wieder auf Wachstumskurs. Die Aktie tendiert nach oben, ist aber nicht billig.

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          Sah es in den vergangenen Monaten zeitweise so aus, als ob die Aktie des britischen Luxusgüterunternehmens Burberry etwas aus der Mode geraten sei, so ist dieser Eindruck zumindest aus charttechnischer Sicht inzwischen widerlegt worden.

          Denn befand sich das Papier nach deutlichen Kursgewinnen in den Jahren 2002 und 2003 danach zunächst in einem etwas volatilen Seitwärtstrend mit einer leichten Neigung nach oben, so konnte die Aktie in den vergangenen Wochen aus dieser Konstellation nach oben ausbrechen.

          Unternehmen befindet sich auf Expansionskurs ...

          Ausgehend von einem Zwischentief bei 394 Pence im Juni des laufenden Jahres konnte es inzwischen knapp 35 Prozent auf zuletzt 531,5 Pence zulegen. Alleine am Mittwoch geht es um 4,16 Prozent nach oben.

          Bild: FAZ.NET

          Hintergrund dieser Entwicklung scheinen die vorgelegten Umsatz- und Ertragszahlen zum zweiten Quartal und für die erste Hälfte des laufenden Geschäftsjahres zu sein. So konnte der Umsatz in den drei Monaten bis Ende September im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 7,1 Prozent auf 257 Millionen Pfund gesteigert werden, in den ersten sechs Monaten lag der Umsatzzuwachs bei 10,6 Prozent auf 392 Millionen Pfund. Mit einem Plus von 19 Prozent fiel der Umsatzzuwachs in Europa besonders ausgeprägt aus, gefolgt von einem Plus von 17 Prozent in der Asien-Pazifik-Region.

          Diese Entwicklung scheint bei den Börsianern auf ein positives Echo zu stoßen, obwohl das Unternehmen zusammen mit den Umsatz- keine Ertragszahlen lieferte. Immerhin befindet sich das Unternehmen auf Expansionskurs und ist dabei, die Verkaufsflächen um 13 Prozent zu erweitern. So sollen im Einzelhandelsbereich neun neu Geschäfte eröffnet, zehn Konzessionen vergeben werden und vier so genannte „Outlets“ an den Markt kommen. Der Großhandel dürfte in der zweiten Jahreshälfte nach Unternehmensangaben ein leichtes Wachstum um mittleren, einstelligen Prozentbereich verbuchen, während die Lizenzeinnahmen stagnieren dürften.

          ... die Aktie ist allerdings kein Schnäppchen

          Die Unternehmen der Branche scheinen von der offensichtlich weltweit im Überfluß vorhandenen Liquidität zu profitieren und können aufgrund der anhaltenden Nachfrage expandieren und auf diese Weise ihre Umsätze und auch Gewinne steigern. Dazu dürfte unter anderem das Wachstum in Asien und auch der Rohstoffboom beigetragen haben, die den Wohlstand in den relevanten Regionen rasch zunehmen läßt. So dürfte es kaum verwundern, daß auch Burberry-Konkurrenten in den vergangenen Monaten gute Geschäfte machten. Und genau das brachte sich auf die „Einkaufslisten“ der Anleger und der Fondsmanager.

          Das führte auf der anderen Seite dazu, daß die Aktienkurse möglicherweise schon einiges an Wachstumsphantasie vorweggenommen haben. Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von etwas mehr als 20 und 16,6 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr ist die Aktie kein ausgeprägtes Schnäppchen. Sollte sich die Weltkonjunktur abschwächen und damit die Konsumentennachfrage, so dürften die Aktien in die Defensive geraten.

          Absicherungsstrategien können aus diesem Grund nie schaden. Immerhin erzielte das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr 27 Prozent seiner Umsätze in Asien und etwas mehr als 24 Prozent in Nordamerika. Und gerade dort könnte sich der schwächelnde Häusermarkt in den kommenden Monaten konjunkturell negativer bemerkbar machen, als bisher erwartet wurde.

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