https://www.faz.net/-gv6-12eu5

Lufthansa : Gewinn schrumpft - Aktie schwächelt

  • Aktualisiert am

Lufthansa-Flieger Bild: AP

Die Wirtschaftskrise drückt im laufenden Geschäftsjahr erheblich auf den Gewinn der Lufthansa - besonders das Frachtgeschäft leidet. Bisher hatten Anleger gehofft, die Airline komme besser durch die Krise. Die Aktie gehört nun zu den größten Verlierern im Dax.

          2 Min.

          Die Lufthansa rechnet angesichts der einbrechenden Nachfrage mit heftigen Turbulenzen. Die Wirtschaftskrise drücke im laufenden Geschäftsjahr erheblich auf den Gewinn, sagte Firmenchef Wolfgang Mayrhuber am Freitag bei der Hauptversammlung in Köln. Dennoch werde die Fluggesellschaft 2009 „ganz klar ein deutlich positives operatives Ergebnis abliefern“, bekräftigte der Manager.

          Den Anlegern gefielen diese Neuigkeiten nicht. Die Lufthansa-Aktie drehte nach den Äußerungen von Mayrhuber ins Minus und war mit einer der größten Verlierer im Leitindex Dax, der insgesamt zulegen konnte. „Bislang war die Meinung, dass die Lufthansa die Krise locker durchsteht - das hört sich jetzt nicht mehr so an“, sagte ein Börsianer. Die Sorge vor einer drohenden Gewinnwarnung der Lufthansa belastete auch andere europäische Luftfahrtaktien. Air France-KLM gaben nach, ebenso verbilligten sich die Titel von British Airways.

          Erhebliche Auswirkungen durch Wirtschaftsabschwung

          Mayrhuber warnte, die Luftverkehrsbranche müsse mit erheblichen Auswirkungen durch den Wirtschaftsabschwung rechnen. „Es liegen schwere Zeiten vor uns. Wir wissen nicht, ob die Bodenbildung schon erreicht ist.“ Besonders hart betroffen ist das Frachtgeschäft, in dem Lufthansa in 2009 nun einen operativen Verlust erwartet. Im März hatte das Unternehmen lediglich ein deutlich schlechteres Ergebnis für den Bereich angekündigt.

          Wolfgang Mayrhuber, Vorstandsvorsitzender der Lufthansa

          Die Wirtschaftskrise belastet immer stärker das Fracht-Geschäft der Lufthansa - vor allem in Asien. „Es zeichnet sich ab, dass der Markt auf dem extrem niedrigen Niveau verharrt“, sagte Mayrhuber. Daher hat das Unternehmen die bereits vereinbarte Kurzarbeit ab Mai auf 25 von 20 Prozent ausgeweitet und will weitere Frachter am Boden lassen. Bis Oktober sollen damit 30 Prozent der Kapazitäten ruhen. Auch in den anderen Geschäftsfeldern Technik, IT-Systeme und Catering rechnet die Fluggesellschaft für das laufende Jahr weiterhin mit einem geringeren operativen Gewinn.

          Keine Änderungen bei Zukäufen geplant

          An den geplanten Zukäufen hält das Unternehmen dennoch fest. Zwar seien auch Austrian Airlines und Brussels Airlines von der derzeit einbrechenden Nachfrage schwer getroffen. Auch auf dem osteuropäischen Kernmarkt der AUA mache sich die Krise bemerkbar. Mittel- bis langfristig sei auf diesen Verbindungen jedoch überdurchschnittliches Wachstum zu erwarten. Sowohl AUA als auch Brussels würden derzeit an Sparprogrammen arbeiten und hofften, bald unter die Haube der Lufthansa schlüpfen zu können. Beide Zukäufe stehen unter Vorbehalt einer Genehmigung der EU-Wettbewerbshüter. Auch der Erwerb der Mehrheit an der Verluste schreibenden bmi durch Lufthansa muss noch von den Kartellwächtern abgesegnet werden.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Steht unter Handlungsdruck: Bundesfinanzminster Olaf Scholz (SPD)

          Cum-Ex : Scholz rüstet sich zum Kampf gegen den Steuerbetrug

          Kurz vor der Entscheidung über den SPD-Vorsitz geht Olaf Scholz in die Offensive. Der Bundesfinanzminister gründet eine Spezialeinheit gegen Steuerbetrügereien wie „Cum-Ex“. Das aber ist ein Kernthema seines parteiinternen Kontrahenten Norbert Walter-Borjans.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.