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Marktbericht : Entscheidung aus Brüssel bringt Dax ins Plus

  • Aktualisiert am

Die Thyssen-Aktie setzt sich an die Spitze des Dax. Bild: Reuters

Die Stahlindustrie ist der große Gewinner des Feiertagshandels an der Börse. Weil der Konkurrenz aus China und Russland Strafzölle durch die EU drohen, steigt die Nachfrage. Und hilft dem Dax gegen frühe Verluste.

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          Im Feiertagshandel hat der Dax an Christi Himmelfahrt seine frühen Verluste abgeschüttelt und zur Rally angesetzt. Zunächst hatten steigende Kurse von Stahlwerten am Donnerstagnachmittag die Stimmung aufgehellt. Außerdem sorgten erfreuliche Arbeitsmarktdaten aus den Vereinigten Staaten für Gewinne an den amerikanischen Börsen, was die Laune an den deutschen Börsen zusätzlich aufhellte. Der Eurokurs konnte die an diesem Tag kurzzeitig zurückeroberte Marke von 1,14 Dollar nicht halten.

          Der deutsche Leitindex beendete den Tag mit einem Plus von 1,84 Prozent bei 11.559,82 Punkten und erholte sich damit weitgehend von seinen Verlusten der vergangenen Tage. Der wieder erstarkte Euro sowie Turbulenzen an den Anleihemärkten hatten den Dax belastet. Der Renditeanstieg am Anleihemarkt macht Aktien schrittweise weniger attraktiv. Hinzu kam die Aufwertung des Euro, die gerade für exportorientierte Unternehmen zur Belastung werden könnte, da ihre Waren außerhalb der Eurozone wieder teurer werden.

          Für den MDax ging es am Donnerstag um 1,38 Prozent auf 20.577,61 Punkte nach oben. Der TecDax stieg um 0,70 Prozent auf 1668,58 Punkte.

          Für Rückenwind sorgten am Nachmittag die Stahlwerte. Die EU-Kommission geht Vorwürfen nach, dass chinesische und russische Stahlhersteller bestimmte Produkte unter Wert in Europa verkaufen. Falls die Brüsseler Behörde die Anschuldigungen erst einmal bestätigt sieht, kann sie vorläufige Strafzölle beschließen.

          Erleichterung bei Lufthansa-Aktionären

          Die Aktien von ThyssenKrupp kletterten daraufhin mit einem Plus von 2,79 Prozent an die Dax-Spitze. Im MDax schüttelten die Papiere des Stahlkochers Salzgitter ihre zeitweilig deutlichen Verluste infolge einer negativen Studie der Deutschen Bank ab und verteuerten sich um 6,03 Prozent. Die Anteilsscheine des Stahlhändlers KlöCo legten davor an der Index-Spitze um 6,64 Prozent zu.

          Zudem richteten sich die Blicke auf die Lufthansa. Die Aktionäre reagierten erleichtert auf das Ja der Pilotengewerkschaft Cockpit zur Schlichtung in dem festgefahrenen Tarifkonflikt, auf dessen Konto inzwischen bereits 12 Streiks gehen. Die Papiere der Fluggesellschaft zählten mit einem Plus von 1,98 Prozent zu den gefragten Werten im Dax.

          Rentenindex fällt

          Abermals zogen auch die Anteilsscheine des Versorgers RWE Aufmerksamkeit auf sich. Nach den zur Wochenmitte vorgelegten Quartalszahlen senkten zahlreiche Analysten nun ihre Kursziele. Die Aktien erholten sich zwar im starken Marktumfeld von ihren Verlusten, legten als einer der schwächsten Dax-Werte aber nur um unterdurchschnittliche 0,45 Prozent auf 22,285 Euro zu.

          Der Blick auf die Börsen in Europa und den Vereinigten Staaten zeigte Kursgewinne allerorten: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 1,37 Prozent auf 3602,22 Punkte und auch die nationalen Börsen in Paris und London legten zu. In New York rückte der Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss um 0,85 Prozent vor und auch die Nasdaq-Indizes legten zu.

          Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,52 Prozent am Vortag auf 0,60 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,29 Prozent auf 138,01 Punkte. Der Bund-Future rückte um 0,47 Prozent auf 152,82 Punkte vor. Der Euro wurde am Abend bei 1,1363 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1419 (Mittwoch: 1,1221) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8757 (0,8912) Euro.

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