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Warten auf Fed und EZB : Aktienanleger in der Warteschleife

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Sie beide stehen bei den Anlegern mit ihren Äußerungen zur Geldpolitik im Fokus: Fed-Chefin Janet Yellen und EZB-Chef Mario Draghi. Bild: dpa

Der Dax legt leicht zu. Die Börsianer warten auf den Fed-Konjunkturbericht am Abend und auf die EZB am Donnerstag. Vor allem bei einer Dax-Aktie sorgt eine klare Verkaufsempfehlung für deutliche Abschläge.

          Mit freundlicher Tendenz hat sich der deutsche Aktienmarkt bisher am Mittwoch präsentiert. Vor der Leitzinsentscheidung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag halten sich aber viele Anleger zurück. Von den Währungshütern erhoffen sich die Anleger eine Verlängerung des milliardenschweren Anleihenkaufprogramms. "Die Erwartungshaltung ist groß und setzt die Währungshüter unter Druck", schrieb Helaba-Analyst Christian Schmidt.

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          Der Dax notierte zuletzt 0,33 Prozent höher bei 10.722,14 Punkten, nachdem er am Dienstag nur 0,14 Prozent fester geschlossen hatte. Damit nähert sich der deutsche Leitindex erneut seinem Mitte August erreichten Jahreshoch bei 10.802 Punkten. 

          An den Devisenmärkten wetteten die meisten Anleger auf vorerst weiter niedrige Zinsen in Amerika. Der Dollar gab zum Euro  und zum Yen seine Gewinne der vergangenen beiden Wochen ab. Die Gemeinschaftswährung notierte wieder über 1,12 Dollar und damit rund einen Cent höher als am Dienstagnachmittag.

          Da von Unternehmensseite kaum neue Impulse kamen, folgten die Anleger diversen Empfehlungen von Analysten. So drückte die Deutsche Bank mit einer Verkaufsempfehlung die Aktien der Deutschen Lufthansa: Die Titel fielen um 4,3 Prozent auf 10,32 Euro und hielten im Dax damit die rote Laterne.

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          Die Aussichten für den Luftfahrtsektor seien schwach und die Risiken zu groß, weshalb er die Branche nun negativer sehe, schrieb Deutsche-Bank-Analyst Anand Date in seiner Studie. Er stufte die Titel der Lufthansa und von Air France-KLM von "Hold" auf "Sell" ab. Bei den Billigfluggesellschaften von Easyjet und Ryanair kassierte er seine Kaufempfehlung und senkte den Daumen auf "Hold". Einzig die Aktien von IAG beließ er auf "Buy", weil sie im Zuge der Sorgen um die negativen Brexit-Folgen überverkauft gewesen seien.

          Die Kapazitäten der Branche seien nach wie vor sehr hoch, während die Nachfrage weiteren Gefahren unterliege, führte der Experte aus. Zudem dürften die Airlines unter anhaltendem Preisdruck leiden. Mehr Optimismus sei erst möglich, wenn die strukturellen Kosten jenseits der Ausgaben für Treibstoff spürbar gesenkt würden, sich die Margen verbesserten und die Kapazitäten sich normalisierten. Bei der Lufthansa bleibe aber die Kernmarke das Problem.

          Die angeschlagenen Anteilsscheine der Kranich-Airline hatten sich zuletzt nur sehr mühsam vom tiefsten Stand seit vier Jahren erholt. Sie sind mit einem Minus von knapp 29 Prozent der in diesem Jahr bislang drittschwächste Dax-Wert. Analyst Date rechnet bei seinem von 9,20 auf 9,00 Euro gesenkten Kursziel zudem mit einem neuen Tiefstand seit Juni 2012 - 13 Prozent unter dem aktuellen Xetra-Niveau.

          LUFTHANSA

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          Den Versorger-Aktien ging es heute aber nicht besser: Nach einer Analystenstudiezu diesen warfen viele Anleger die deutschen Konzerne E.ON und RWE aus ihren Depots geworfen. Die Analysten von Goldman Sachs kassierten ihre Kaufempfehlung für E.ON. Unter anderem könnte die Kraftwerkstochter Uniper, die am nächsten Montag ihr Börsendebüt gibt, kurzfristig zur Belastung werden, schreiben sie in einer Kurzstudie.

          In dieser empfahlen sie die Aktien der spanischen Iberdrola und der italienischen Enel zum Kauf. Mit einem Abschlag von 2,2 Prozent zählten E.ON im Dax und im EuroStoxx50 zu den Schlusslichtern. RWE konnten sich der schlechten Stimmung nicht entziehen und fielen um knapp zwei Prozent. Enel und Iberdrola legten dagegen mehr als ein Prozent zu und zählten im EuroStoxx50 damit zu den größten Gewinnern.

          SLM SOLUTIONS GRP AG

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          Die nach einer Übernahmeofferte am Vortag um fast 41 Prozent nach oben geschossenen Papiere von SLM Solutions verteidigten ihre Rally. Analyst Philip Saliba von der Investmentbank HSBC hatte zwar in einer ersten Reaktion seine Kaufempfehlung gestrichen. Er sieht die Anleger des 3D-Drucker-Herstellers aber in einer komfortablen Warteposition. Denn die starke Marktkonsilidierung mit wenigen noch verbleibenden Spezialisten könne sogar für ein Gegenangebot sorgen, erklärte Saliba. Er zog sein Kursziel auf den Gebotspreis von 38 Euro hoch. SLM-Papiere werden aktuell gut einen Euro darüber gehandelt.

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