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Logistik : Stinnes rechtfertigt den Aufwärtstrend

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Bei Stinnes wird eifrig verschickt Bild: dpa

Stinnes blickt zuversichtlich auf das Jahr 2002. Trotz der jüngsten Kursgewinne ist die Aktie noch recht günstig.

          Mit einer überraschenden Anhebung der Dividende erfreut Stinnes am Mittwoch seine Aktionäre. Angesichts der trüben Zeiten, in denen viele Konzerne wie die Telekom und DaimlerChrysler die Ausschüttungen an die Anteilseigner einschränken, ist die um zehn Cents auf 70 Cents angehobene Dividende von Stinnes ein Zeichen für die robuste Verfassung des Konzerns.

          Denn trotz des rezessiven Umfelds und der Terroranschläge konnte der Logistikkonzern 2001 seinen bereinigten Umsatz um zwölf Prozent auf 12,5 Milliarden Euro steigern. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte gar 26 Prozent auf 317 Millionen Euro zu und lag damit im Rahmen der Analystenschätzungen. Der Jahresüberschuss nach Ertragsteuern ging wegen der niederigeren Steuerquote und wegen fehlender außerordentlicher Erlöse auf 145,7 Millionen Euro nach 162,3 Millionen Euro im Vorjahr zurück. „Die Luft und Seefracht hat im vergangenen Jahr natürlich gelitten, aber das war klar“, sagt Gunnar Cohrs, Analyst bei der Berenberg Bank.

          Abwärtstrends überwunden

          Der Kurs reagiert allerdings mit einem Abschlag von 1,7 Prozent auf 25,27 Euro, was Marktteilnehmer mit Gewinnmitnahmen begründen. Denn die Aktie hat seit dem Tief im September bei 17,50 Euro bereits 50 Prozent zugelegt und einen neuen Aufwärtstrend etabliert. Positiv ist zudem, dass die langfristigen Abwärtstrends aus dem Jahr 2000 und 2001 ebenfalls überwunden sind, so dass aus charttechnischer Sicht der Weg nach oben weist. Allerdings ist die Pfad in Richtung des Allzeit-Hochs bei 33,30 Euro aus dem August 2000 auch mit zahlreichen Widerständen gepickt, die erst noch erkämpft werden müssen. Daher ist es unwahrscheinlich, dass Stinnes die zuletzt gesehene Dynamik auf Dauer aufrecht erhalten kann. Konsolidierungsphasen sollten eingeplant werden.

          Stinnes selbst blickt zuversichtlich auf das laufende Jahr. Die Konjunktur werde sich im Jahresverlauf erholen, so dass eine Steigerung des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (Ebit) von neun Prozent möglich sei. „Wir hatten bislang nur mit einem Anstieg von acht Prozent gerechnet“, sagt Analyst Cohrs. Damit sei der Ausblick sehr positiv. Er bestätigt nach den Geschäftsergebnissen seine bisherige Einstufung „Akkumulieren“ mit Kursziel 28 Euro. Für eine Kaufempfehlung ist ihm die Konjunktur, von der Stinnes im Logistik-Bereich extrem abhängt, noch zu schwach.

          Analysten optimistisch

          Damit zählt Cohrs zu den vorsichtigeren seiner Zunft. Immerhin raten laut Bloomberg 66 Prozent der Analysten zum Kauf der Aktie, während 32 Prozent zum Halten der Aktie raten. Aus Bewertungsgründen scheinen die Titel bislang noch nicht zu teuer, sondern gehen mit einem aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 14 um. Auf Basis der Gewinnschätzungen der Berenberg Bank liegt das 2002er-KGV bei 13,3, das KGV für 2003 sogar nur bei zehn.

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