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Lasertechnik : Robuste Entwicklung bei LPKF Laser & Electronics

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Fräsbohrplotter LPKF ProtoMat® Bild: LPKF Laser & Electronics

Die Aktie von LPKF Laser & Electronics verbuchte in den vergangenen Monaten deutliche Kursgewinne, hat allerdings schon einige positive Nachrichten vorweggenommen. Die robuste Auftragslage des Unternehmens verbessert sich weiter.

          Die Aktie des Maschinenbauunternehmens LPKF Laser & Electronics hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Zuerst ging der Kurs nach dem Börsengang im Jahr 1998 massiv nach oben. Allerdings nur, um in den Jahren 2000 und 2001 in eine massive Korrektur und danach in eine volatile Seitwärtsbewegung überzugehen.

          Die laufende Wirtschafts- und Finanzkrise führte zunächst zu einem massiven Kursrückschlag auf bis zu 1,49 Euro je Aktie Ende des vergangenen Jahres. Im Rahmen des inzwischen aufgekommenen allgemeinen Optimismus konnten die Papiere jedoch inzwischen etwas mehr als 200 Prozent zulegen, alleine am Mittwoch ging es im Tagesverlauf um bis zu 16,5 Prozent nach oben auf 4,60 Euro im bisherigen Tageshoch.

          Gute Auftragslage verbessert sich weiter

          Dafür gibt es auch einen guten Grund. Denn das Unternehmen gab am Morgen den nach eigenen Angaben größten Auftrag der Firmengeschichte im Wert von mehr als sechs Millionen Euro zur Entwicklung von Lasersystemen zur Herstellung von dreidimensionalen Mobilfunkantennen bekannt. Der Auftraggeber sei ein international agierender Elektronikkonzern, hieß es weiter.

          Mit diesem Auftrag setze sich die seit dem vierten Quartal des Jahres 2008 vorherrschende Hochkonjunktur im Geschäftsfeld MID - Moulded Interconnect Device - fort, teilte das Unternehmen weiterhin mit. Dabei handelt es sich im Kern um eine Technologie, bei welcher per Laser dreidimensionale Hohlräume in Kunststoffen ausgefräst werden, die wiederum mit Metallen ausgegossen werden können.

          Im Gegensatz zur allgemeinen Lage im Maschinenbau scheinen die Geschäfte von Laser & Electronics im Moment gut zu laufen. In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres konnte das Unternehmen die Erlöse im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 14,6 Prozent auf 22,5 Millionen Euro steigern. Nach einer schwachen Ertragslage im Vergleichszeitraum konnte ein Gewinn vor Steuern und Zinsen von 2,8 Millionen Euro bei einer operativen Marge von 12,3 Prozent ausgewiesen werden. Der Konzernüberschuss lag nach einer schwarzen Null bei 1,6 Millionen Euro und der Gewinn je Aktie bei 15 Cent.

          Die Aktie hat allerdings schon einige positive Nachrichten vorweggenommen

          Bei der Bekanntgabe der Halbjahreszahlen im August konnte LPKF einen Auftragsbestand von elf Millionen Euro und einen Auftragseingang von 23,3 Millionen Euro vorweisen. Dieser hat sich nun deutlich erhöht. Die Geschäfte mit Schneid- und Strukturierungslasern und im Bereich der Dünnschichttechnologie scheinen gut zu laufen, während die Sparten „Rapid Prototyping“ und „Fügetechnologie“ stagnieren. Dank einer breiten Aufstellung konnte man bislang Rückgänge in einzelnen Bereichen durch starkes Wachstum in anderen überkompensieren, hieß es.

          Das Management ging schon im August davon aus, wegen der guten Auftragslage einen Umsatz von mindestens auf Vorjahresniveau und ein deutlich verbessertes Ergebnis erwirtschaften zu können. Die Grundlage dieser Aussage hat sich mit dem neuen Auftrag sicherlich verbessert. Mit den Kurs-Gewinnen der vergangenen Monate hat die Aktie des Unternehmens schon einiges an positiven Nachrichten vorweggenommen. Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 18,3 uns 16 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr ist sie noch angemessen bewertet.

          Weitere Kursgewinne sind jedoch nur dann wahrscheinlich, wenn sich die Weltwirtschaft weiter erholt und zu weiteren Aufträgen führt. Aus diesem Grund und auch mit Blick auf die volatile Aktienkurs- und Gewinnentwicklung der vergangenen Jahre empfiehlt sich die Aktie wohl nur in Verbindung mit Absicherungsstrategien gegen Kursrückschläge.

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