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Landmaschinen : Ukraine hemmt Gescos Geschäft

Hans-Gert Mayrose, Vorstandsmitglied der GESCO AG Bild: Getty

Die Bestellungen beim Landmaschinenbauer Gesco sind in der letzten Zeit stark zurückgegangen. Grund dafür ist die Krise in Russland und der Ukraine. Doch die Einbußen sorgen den Vorstand nicht.

          Die Krise auf der Krim kam schnell nach Wuppertal. Dort sitzt Gesco, eine Industriegruppe aus mittelständischen Technologieunternehmen im Maschinenbau. Aufgrund der Währungsschwäche in den Märkten Russland, Ukraine und Kasachstan sind die Bestellungen bei Gesco bereits im Frühjahr stark zurückgegangen. Und derzeit darf eine Tochtergesellschaft aufgrund des Embargos eine Landwirtschaftsmaschine nicht ausliefern: schon wieder 600.000 Euro Umsatz, die nicht verbucht werden können. Insgesamt rechnet der Vorstand Hans-Gert Mayrose mit Umsatzeinbußen von 3 bis 4 Millionen Euro durch die Ukraine-Krise. Dass der Aktienkurs der Gruppe derzeit etwas schwächelt und seit Anfang Juli mehr als 6 Prozent verloren hat, liegt auch an zwei Tochtergesellschaften, die von Kunden überrannt worden und die Nachfrage nicht bedienen konnten. „Da braucht man externe Fachleute, um denen zu helfen, das kostet alles Geld und Effizienz“, sagt Mayrose. Und schlägt auf das Ergebnis: Für das laufende Jahr peilt Gesco einen Jahresüberschuss von 17,5 Millionen Euro an. Zu Jahresbeginn hatte das Unternehmen noch mit 2 Millionen Euro mehr geplant. Im vergangenen Jahr hat Gesco 453,3 Millionen Euro Umsatz gemacht.

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Die kurzfristigen Einbußen sorgen den Vorstand aber nicht, da sein Unternehmen auch schon schlimmere Krisen überstanden hat: „Vor der Finanzkrise wurde unsere Strategie als erzkonservativ abgetan“, sagt Mayrose. „Die das gesagt haben, machen heute meist etwas anderes – uns hingegen gibt es noch.“ In den vergangenen Jahren ist Gesco immer stärker gewachsen als der Markt, in dem sich das Unternehmen bewegt: Die Gruppe peilt ein jährliches Wachstum von 8 bis 10 Prozent an und erreicht es in der Regel. Genauso wie mit seinen Investitionen in solide Mittelständler, die immer ohne Exitabsicht übernommen werden, will sich die Gruppe insgesamt auf eine langfristige positive Entwicklung konzentrieren statt auf kurzfristige Trends. Und Schwankungen im Absatz gehörten dazu: Mal verkauft man eine Maschine, mal nicht.

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