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Länderperformance : Asien-Börsen feiern ein Comeback

  • Aktualisiert am

Händler in Manila dürfen feiern Bild: dpa-Bildfunk

Der Börsenmonat Januar war geprägt von den Schwellenländern. Positiv schnitten bis auf China viele Asien-Märkte ab. Lateinamerika enttäuschte dagegen.

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          Die aktuelle Wirtschaftskrise in den asiatischen Schwellenländern ist in
          ihren Ursachen mit der Asienkrise von 1997/1998 vergleichbar. Zu diesem Schluss kam die DZ Bank Ende Dezember in einer Studie.

          Doch die Börsianer teilen diese Meinung offenbar nicht. Im Januar 2002 reihten sich gleich mehrere Börsenplätze aus der Regionen unter den Top Ten ein. Im weltweiten Performancevergleich von 74 Indizes liegt die philippinische Börse mit plus 21,63 Prozent vorne und Indonesien folgt dicht dahinter mit plus 20,37 Prozent auf Platz zwei. Thailand belegt Platz vier (plus 16,61 Prozent), und Singapur ist auf den Plätzen fünf und acht gleich zwei Mal vertreten (siehe untenstehende Tabelle).

          Region ist untergewichtet

          Keine schlechte Bilanz für eine Region, die seit der Asienkrise 1997/98 als abgemeldet gilt. Doch vielleicht liegt gerade darin die Chance dieser Märkte. Nach zahlreichen Ernüchterungen sind Aktien aus Schwellenländern und speziell auch aus Asien in den Depots deutlich untergewichtet.

          Wie die Fondsgesellschaft Fidelity schätzt, haben Schwellenländer nur noch einen Anteil von sieben Prozent an der weltweiten Marktkapitalisierung. Kommt es auf dem tiefen Niveau zu einem Stimmungsumschwung, kann es schnell zu gehörigen Kursreaktionen kommen.

          Anscheinend ist zuletzt genau dieser Prozess in Gang gekommen. Selbst Hedge Fonds, die vor einigen Jahren mit ihren Verkäufen für die Asienkrise mitverantwortlich gemacht wurden, kehren wieder in die Region zurück (siehe Link: Hedge Fonds entdecken Asien wieder). Die Verantwortlichen auf den Philippinen denken sogar über eine Handelsausweitung auch auf den Nachmittag nach. Zur Begründung für diese Überlegung sagt Börsenvorstand Eddie Gobbing: "Die Anleger sind hungrig danach."

          Skeptische Grundhaltung nimmt viel vorweg

          Auch Jan Viebig, Asien-Experte bei der Fondsgesellschaft DWS, glaubt an ein nachhaltiges Comeback der Region: "In den noch immer tiefen Kursen ist bereits viel Negatives eskomptiert", so seine Einschätzung. Selbst wenn der erhoffte Konjunkturaufschwung in den USA noch etwas auf sich warten lassen sollte, traut er den Asien-Börsen etwas zu. Ganz undenkbar scheint das nicht. Denn auch Fidelity stellt heraus, dass Schwellenländer häufig nur wenig mit den Kursbewegungen an den Leitbörsen korrelieren.

          "Und für den Fall, dass die US-Wirtschaft wieder besser läuft, muss man erst Recht auf Länder wie Taiwan und Südkorea setzen", setzt Viebig noch einen oben drauf. Denn dann sei es erfahrungsgemäß so, dass die Asienbörse noch stärkere Kursgewinne verbuchen. Zumal das Problem unsauberer Bilanzierungsmethoden, mit dem sich derzeit die Wall Street herumschlagen muss, an den asiatischen Börsen kein großes Thema mehr ist. "Hier weiß ohnehin jeder, dass die Bilanzierung und das Corperate Governance schlecht sind", erläutert Viebig.

          DWS setzt auf Taiwan und Südkorea

          Anders als es die Bilanz im Januar nahe legt, würde sich Viebig auf seine Favoritenmärkte Taiwan und Südkorea konzentrieren. Der Zwölfmonatsvergleich gibt ihm recht. So hat beispielsweise die Börse in Südkorea in diesem Zeitraum um rund 25 Prozent zugelegt. Und neue, überraschend positive Nachrichten wie ein im Jahr 2001 um drei Prozent statt wie erwartet um 2,8 Prozent gestiegenes Bruttoinlandsprodukt, sind dazu angetan, dass dieser Trend fortgeschrieben werden kann.

          Wer sich aber mit der Region beschäftigt, weiß aber auch, dass die derzeit günstige Stimmung auch immer wieder schnell ins Gegenteil umkehren kann. Damit eignen sich die dortigen Börsen nur für risikobereite Anleger.

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