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Länder-Performance : Kursgewinne zum Karneval in Brasilien

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Brasilien - Gute Stimmung im Februar Bild: AP Photo/John Maier Jr

Die brasilianische Börse verbuchte im Februar die größten Kursgewinne unter den weltweiten Aktienmärkten.

          Im Karneval geht's nun einmal heiß her. Aber während man dem Kölner Fußballverein 1. FC immer nachsagt, dass er im Karneval nur Gegentore kassiert und selbst keine schießt, scheint in Lateinamerika der Karneval geradezu sämtliche Bereiche des Lebens zu beflügeln. Zumindest verzeichnet der brasilianische Aktienmarkt im Februar unter den Blue-Chip-Indizes die größten Kursgewinne.

          So legte der Leitindex Bovespa 11,83 Prozent zu, gefolgt von der thailändischen Börse und Südkorea. Insgesamt setzen sich damit wieder einmal die Schwellenländer an die Spitze der monatlichen Rangliste. Bestes Industrieland ist Japan, wo der Nikkei 225 immerhin 5,3 Prozent zulegte. Aber angesichts der Kursverluste, die Anleger dort im vergangenen Jahr hinnehmen musste, ist das Monatsplus in Tokio nur ein schwacher Trost.

          Kurspotenzial in Brasilien gesehen

          Die Kursgewinne in Brasilien sind aber keineswegs auf Rauschmittel und Samba-Rhythmen zurück zu führen, sondern basieren auf fundamentalen Faktoren. So konnte Brasilien im Jahr 2001 einen Handelsüberschuss von 2,6 Milliarden Dollar erzielen und auch die ausländischen Direktinvestitionen fielen mit 23 Milliarden Dollar deutlich höher als erwartet aus, meint Arnab Banerji, Fondsmanager bei F&C.

          Der Experte für Schwellenländer sieht auch für den Rest des Jahres überdurchschnittliches Kurspotenzial in Brasilien. „Mit einem durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis von acht ist der Aktienmarkt in Brasilien aktuell sehr attraktiv bewertet“, begründet Banerji seinen Optimismus. Rückenwind dürften die Aktien von der Zinsseite bekommen. Die Notenbank überraschte Ende Januar viele Marktteilnehmer als sie die Leitzinsen um 25 Basispunkte auf 18,85 Prozent senkte.

          Banerji erwartet für das laufende Jahr noch weitere kräftige Zinssenkungen um mindestens 200 Basispunkte. Denn auch an der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas geht die Rezession nicht spurlos vorbei. So schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal 2001 um 1,67 Prozent. Insgesamt wuchs die Wirtschaf 2001 nur um 1,51 Prozent, nach 4,36 Prozent im Vorjahr. Für das laufende Jahr geht die Deutsche Bank von einem knapp zweiprozentigem Wachstum aus.

          Brasilien bleibt volatil

          Fondsmanager Banerji weist allerdings darauf hin, dass der brasilianische Aktienmarkt volatil bleiben dürfte, denn im Oktober stehen dort Präsidentschaftswahlen an. Aber so ist es eben mit den Schwellenländern, den höheren Ertragsaussichten stehen auch größere Risiken gegenüber.

          Dies haben Anleger im Februar in der Türkei erfahren müssen. Denn hier ging der Aktienmarkt um 22,2 Prozent zurück und verbuchte damit die größten Verluste unter den weltweiten Standardindizes. Doch auch die Industrieländer schützen vor Kapitalvernichtung nicht. So ging's mit dem Nasdaq Composite im Februar um 11,3 Prozent bergab. Die Angst vor manipulierten Bilanzen ließ die Anleger so manche Wachstumsstory an der amerikanischen Technologiebörse hinterfragen.

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