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Kursrally : Gute Konjunkturaussichten treiben Aktienkurse

  • -Aktualisiert am

Gute Stimmung: Derzeit hat der Börsenbulle die Oberhand Bild: dapd

Der Dax steht so hoch wie seit drei Jahren nicht mehr. Auch in anderen Ländern steigen die Kurse - insbesondere Aktienmärkte, die im vergangenen Jahr deutliche Kurseinbußen zu verzeichnen hatten, stehen gut da. Analysten sehen noch kein Ende der Rally.

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          An den Aktienmärkten setzen die Investoren auf weiterhin steigende Kurse. „Aktienanleger lassen sich selbst von schlechten Nachrichten wie aus Ägypten nicht zurückhalten“, sagt Carsten Klude von der Bank M.M. Warburg. „Sowohl für Deutschland als auch aus globaler Sicht deutet alles darauf hin, dass sich der Konjunkturaufschwung fortsetzt und die Aktienkurse zulegen.“

          Nicht nur in Deutschland ist die Stimmung der Börsianer gut. Der Dax steht mit rund 7400 Punkten inzwischen so hoch wie seit drei Jahren nicht mehr. Auch in anderen Regionen steigen die Kurse. Allerdings sind in China und Indien zuletzt die Kurse gesunken. Anleger haben viel Kapital aus Schwellenländern in die Industriestaaten umgeschichtet. Die Zuversicht, dass sich die Konjunktur verbessert, verleiht primär den Aktienkursen in den entwickelten Industriestaaten Auftrieb. Hinzu kommen gute Unternehmensergebnisse vor allem aus Nordamerika. Die europäischen Schuldenkrise gerät in den Hintergrund, während viel Geld vom Anleihe- in den Aktienmarkt fließt.

          Auffällig ist, dass Aktienmärkte, die im vergangenen Jahr deutliche Kurseinbußen zu verzeichnen hatten, nun gut dastehen. So kann das krisengeplagte Griechenland für seinen Aktienmarkt für dieses Jahr ein Plus von 15 Prozent verbuchen. Für Spanien sind es 9 Prozent, für Portugal ist es ein Anstieg um 4 Prozent.

          Aufwärtsbewegung bis über das Jahr 2011 hinaus

          Mit Blick auf die Kursrally erhöht sich allerdings die Gefahr, dass die Kurse stark nachgeben. Doch Analysten geben sich optimistisch: „Mit einem massiven Kursrückgang an den europäischen Börsen ist nicht zu rechnen“, sagt Ralf Zimmermann, Aktienstratege der Investmentbank Macquarie: „Es fehlen schlechte Nachrichten, besonders solche, die auf eine Konjunkturschwäche hindeuten.“ Allerdings, sagt Zimmermann, könne es kurzfristig immer wieder zu Gewinnmitnahmen kommen. Deutsche Aktien seien nicht zu hoch bewertet, urteilt M.M.-Warburg-Analyst Klude: „Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der für die kommenden zwölf Monate erwarteten Gewinne beträgt gut 11.“ Das sei historisch gesehen nicht zu hoch.

          Nach Einschätzung von Philipp Vorndran, Kapitalmarktexperte des Vermögensverwalters Flossbach & von Storch bestehe durch „deutlich gestiegene Rohstoffpreise aber die Gefahr, dass die Konsummöglichkeiten eingeschränkt werden und Unternehmen die hohen Preise nur bedingt an Kunden weitergeben können - also Druck auf die Gewinnmargen entsteht“. Doch Vorndran erwartet, dass die Aufwärtsbewegung an den Börsen bis über das Jahr 2011 hinaus andauern sollte. Aktien von Banken und Versicherern blieben weniger gefragt. „Besonders die großen Universalbanken stehen immer noch vor großen Herausforderungen, ihre Kapitalbasis zu stärken.“ Die Aktien von klassischen Rohstoffunternehmen und Stromversorgern sollten dagegen profitieren.

          Analyst Klude bescheinigt den zyklischen Aktienwerten, also aus der Chemie, dem Automobilbau und der Industrie, die besten Aussichten. Sollten die Notenbanken in Europa und Amerika dazu übergehen, wegen gestiegener Inflationsorgen die Zinsen zu erhöhen, dürfte die Rally an den Aktienmärkten aber zumindest zeitweise zu einem Ende kommen: „In der Regel folgen dann weitere Zinserhöhungen“, sagt Klude, „und die restriktivere Geldpolitik wäre schlecht für Börsenkurse.“

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