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Aufspaltung : Geteilte Metro-Aktien starten verhalten

Jubel für die neue Metro: Die Anleger sind weniger enthusiastisch. Bild: dpa

Am Donnerstag wird die alte Metro erstmals als zwei Aktien gehandelt. Die Kurse sind zwar nicht sehr aussagekräftig, doch sie zeugen von wenig Begeisterung.

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          Ein Minus von 67 Prozent steht am Donnerstag beim ehemaligen Dax-Wert Metro zu Buche. Allerdings ist das spektakuläre Minus schnell erklärt. Metro ist nur noch ein Drittel wert, weil nur noch ein Drittel in der Aktie steckt. Der Rest nennt sich jetzt Metro Wholesale & Food Specialist und notiert seit diesem Donnerstag als eigenständige Aktie. Rechnet man die Kurse beider Aktien zusammen, so beträgt das Minus unspektakuläre 0,3 Prozent bei allerdings sehr hohen Umsätzen, die die meisten Dax-Aktien am Donnerstag nicht erreichen.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Rest von Metro wird auch nicht mehr lange unter diesem Namen notiert sein, sondern Ceconomy heißen. Passt ja auch besser zum Elektronikanbieter, der jetzt im Mantel der ehemaligen Metro-Aktie steckt, im Klartext heißt das: Media-Markt und Saturn. Im Endeffekt bleibt also Metro Metro.

          CECONOMY ST

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          Die Aufspaltung soll mehr Wachstum und mehr Börsenwert bringen. Die getrennten Unternehmen könnten sich besser auf ihre Kundengruppe konzentrieren und dynamischer agieren. An der Börse soll sich der Mischkonzern-Abschlag auflösen. Der designierte Chef von Ceconomy, Pieter Haas, kündigte an, künftig „eine aktive Rolle in der europäischen Marktkonsolidierung“ spielen zu wollen.

          Wachstum ist auch nötig, denn der alte Metro-Konzern schrumpfte - auch wegen Firmenverkäufen - seit Jahren. Er verlor den inoffiziellen Titel des größten deutschen Handelskonzerns und seinen Platz im Dax. Ob eine oder alle beide Aktien im M-Dax verbleiben können, ist noch nicht ausgemacht. Am Donnerstag werden sie übergangsweise beide gehandelt. Die Metro-Wholesale-Aktie muss dann zum Handelsschluss den Index verlassen.

          METRO AG ST O.N.

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          Für Ceconomy könnte es nicht ganz einfach werden, den Platz im M-Dax zu verteidigen, weil die Marktkapitalisierung nur noch 3,3 Milliarden Euro beträgt und die Aktie damit von Platz acht auf Platz 35 im Index abrutscht. Zudem geht ein großer Teil des Streubesitzes in Metro Wholesale auf, so dass der Streubesitz von Ceconomy nur etwa 50 Prozent betragen wird. Das ist für M-Dax-Verhältnisse eher wenig.

          Metro – also Metro Wholesale – bringt es derzeit nach Marktkapitalisierung rund auf Platz 20 und auf einen Streubesitz zwischen 60 und 80 Prozent, so Schätzungen. Die Aktie werde daher recht sicher im September wieder aufgenommen werden, erwarten Index-Experten.

          Sollte Ceconomy bleiben, könnte das womöglich der Immobiliengesellschaft TAG den Platz kosten. Mit einer Marktkapitalisierung von zwei Milliarden ist die Aktie zwar nicht der allerkleinste Wert im M-Dax, sie hat aber einen vergleichsweise niedrigen Streubesitz von 27 Prozent. Umgekehrt ist Norma aktuell mit einer Marktkapitalisierung von 1,5 Milliarden Euro zwar das kleinste der mittleren Unternehmen, doch liegt der Streubesitz bei rund 54 Prozent.

          Ein Aufstieg der Metro-Wholesale-Aktie in den Dax, den manche Analysten für möglich halten, scheint dagegen wenig wahrscheinlich. Dazu müsste die Aktie nicht nur eine Milliarde Euro Marktkapitalisierung aufholen, um wenigstens Platz 30 im Dax einzunehmen. Vielmehr müsste sie auch an ehemaligen Teil-Dax-Werten wie Innogy, Evonik, Covestro oder der Hannover Rück und anderen vorbeiziehen.

          Die Meinungen der Analysten zu Ceconomy gehen auseinander, die Kaufempfehlungen überwiegen leicht, der Zielkurs liegt im Bereich von 11 Euro, was angesichts des aktuellen Kurses von 9,82 Euro auch eine nette Entwicklung wäre. Weniger optimistisch sind die Meinungen zu Metro Wholesale. Hier liegen die genannten Kursziele unter dem aktuellen Kurs von 19,35 Euro.

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