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Aktienmarkt : Aktienkurs von Südzucker stürzt nach schwachen Zahlen ab

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Der Gewinn rieselt Südzucker durch die Hände Bild: dpa

Die kommende Berichtssaison wirft ihre Schatten voraus. Es sind die von Südzucker, deren Aktienkurs nach der Zahlenvorlage so tief abstürzt wie nie zuvor.

          Ein Gewinneinbruch und ein pessimistischer Ausblick sorgen bei Südzucker für den größten Kurssturz der Unternehmensgeschichte an einem einzigen Tag. Die Notierung fällt um mehr als 15 Prozent auf das Kursniveau des Dezember 2010. Dabei wechselten innerhalb der ersten Handelsminuten mehr Südzucker-Titel den Besitzer wie an einem gesamten Durchschnittstag. Mehr als die Hälfte des Aktienumsatzes im Nebenwerteindex MDax geht am Dienstag auf das Konto des Zucker-Produzenten.

          Der Umsatz fiel im vergangenen Geschäftsjahr wegen einer schwächeren Nachfrage und höheren Rohstoffpreisen zwar nur leicht auf 7,7 Milliarden Euro. Das operative Konzernergebnis aber schmolz von 972 auf 658 Millionen Euro zusammen. Dies lag zwar im Rahmen der Ende November gesenkten Jahresziele. Doch das Betriebsergebnis litt zusätzlich noch Restrukturierungsbelastungen und Bußgeldzahlungen aus einem Kartellverfahren, die 195,5 Millionen Euro betrug. Der Betriebsgewinn sank dadurch auf 542 von 955 Millionen Euro.

          Südzucker hatte zuletzt eingeräumt, bei Kunden keine höheren Preise durchsetzen zu können, im Gegenzug aber selbst für Zuckerrüben mehr bezahlen zu müssen. Auch für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern mit weiteren Einbußen. Die Erwartung einer zunehmenden Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfelds in den europäischen Zucker- und Bioäthanolmärkten habe sich bestätigt und weiter verstärkt. 2014/15 soll der Konzernumsatz auf rund sieben Milliarden Euro und das operative Konzernergebnis auf etwa 200 Millionen Euro sinken.

          Deutsche Aktien seitwärts

          Jenseits der Hiobsbotschaften von Südzucker hält sich der deutsche Aktienmarkt auf dem Niveau des Vortagesschlusses. Neben der anhaltenden Kursschwäche an den amerikanischen Börsen gelten wachsende Sorgen vor einer weiteren Eskalation der Lage im Osten und Süden der Ukraine als Belastungen. Ein Einsatz ukrainischer Spezialeinheiten im russischsprachigen Osten des Landes verschärfte die Spannungen zwischen Kiew und Moskau weiter. Momentan herrscht laut Huber am Markt eine negative Stimmung vor. Börsianer bevorzugten immer noch, nach einer Rally Kasse zu machen, anstatt die niedrigen Kurse zum Einstieg zu nutzen.

          Auch bei der Deutschen Börse beurteilen die Anleger die wirtschaftlichen Perspektiven skeptisch. Ein Artikel in der „Wirtschaftswoche“ löste Spekulationen über die Gewinnentwicklung im laufenden Jahr aus. Der Kurs fällt um 1,5 Prozent. Ansonsten sorgten Analystenstimmen für Aufmerksamkeit. Infineon geben mehr als dreieinhalb Prozent aufgrund einer Verkaufsempfehlung der amerikanischen Bank Merrill Lynch nach. Der gegenwärtige Kurs reflektiere anscheinend zu optimistische Erwartungen, schrieb Analyst Adithya Metuku.

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