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Aktienkurse : Die unheimliche Hausse der Bankaktien

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Die Deutsche Bank war in den letzten Monaten im Schlingerkurs. Doch trotz der Krise: Die Kurse der Deutschen Bank steigen wieder an. Bild: dpa

Der Kurs der Deutschen Bank steigt seit September um fast 80 Prozent. Die Anleger sind jedoch weiterhin in Sorge. Sie fürchten hohe Strafzahlungen.

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          In der zweiten Septemberhälfte lag der Aktienkurs der Deutschen Bank kurze Zeit unter 10 Euro. Heute liegt der Kurs fast 80 Prozent höher. Das ist ein spektakuläres Comeback in einem für europäische Bankaktien generell günstigeren Umfeld, von dem auch die Aktie der Commerzbank profitiert hat. Ein Grund für die Hausse der Bankaktien ist die wachsende Differenz zwischen kurzfristigen und langfristigen Zinsen. Außerdem waren die Börsenwerte vieler Banken lange Zeit im Vergleich zu den Buchwerten außergewöhnlich gering. Drittens hatten viele Kurse aus charttechnischer Sicht Potential erhalten.

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          Auch die Bewertung der Deutschen Bank an den Kreditmärkten hat sich verbessert. Gleichwohl wird das Institut noch immer als riskanter eingeschätzt im Vergleich zu den meisten Wettbewerbern. Die Prämie für die Kreditausfallversicherung, den sogenannten Credit Default Swap (CDS), liegt für die Deutsche Bank nun bei 2,04 Prozentpunkten. Das bedeutet, dass die Absicherung einer in fünf Jahren fälligen Forderung von 100000 Euro gegenüber dem Institut den Versicherungsnehmer eine jährliche Prämie von 2040 Euro kostet. Im Februar hatte die Risikoprämie für die Deutsche Bank mit 2600 Euro ihr Rekordhoch erreicht. Ende September, als der Aktienkurs unter 10 Euro gerutscht war, hatte sie 2500 Euro betragen.

          Aktienkurs Commerzbank

          COMMERZBANK

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          Anleger weiterhin besorgt

          Trotz der Erholung schneiden andere Banken besser ab: Für die Commerzbank ist nur eine Prämie von 1223 Euro nötig, für BNP Paribas von 863 Euro oder für Barclays von 826 Euro. Die Banken von der Wall Street sind ebenfalls günstiger: Die Absicherung gegenüber Goldman Sachs kostet eine jährliche Prämie von 930 Euro, gegenüber Citigroup 786 Euro und gegenüber JP Morgan 630 Euro. Zwar sind die Volumina am CDS-Markt deutlich zurückgegangen. Trotzdem drücken sich in den Bewertungen auch die weiterhin bestehenden Sorgen der Anleger über die noch drohenden Rechtskosten der Deutschen Bank aus.

          Darüber hinaus belastet die höhere Versicherungsprämie auch ihr Geschäft mit anderen Banken. Denn die sichern ihre Derivategeschäfte mit Banken in der Regel über einen CDS auf den Geschäftspartner ab. Doch dieser ist für die Deutsche Bank teurer als für andere Institute. Im September hatten deshalb Meldungen, wonach einige Hedgefonds ihr Geschäft mit der Deutschen Bank einstellen, den Aktienkurs deutlich belastet.

          Angst vor Strafzahlungen

          Ebenfalls erholt haben sich die Risikoanleihen der Deutschen Bank, die bei Unterschreiten der Mindestkapitalanforderung abgeschrieben werden. Die sogenannte Coco-Anleihe (Contigent Convertible Bond) notierte am Freitag mit gut 81 Prozent des Nominalwerts von 100 Prozent. Ende September waren es zeitweise nur 71 Prozent.

          Trotz der wieder höheren Bewertung zeigt der Abschlag zum Nominalwert die Verunsicherung der Investoren. Denn der Zinskupon von 6 Prozent dieser Anleihe ist an die Ertrags- und Kapitallage gebunden. Höhere Strafzahlungen können diese so schwächen, dass die Kuponzahlung ausfällt.

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          Unser Autor: Oliver Georgi

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