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Konsumwerte : SABMiller will mit Foster's weiter wachsen

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Bild: SABMiller

Der Konzentrationsprozess in der Bierbranche setzt sich fort. Der Brauereiriese SABMiller bietet 9,5 Milliarden australische Dollar für Foster's und will damit den erfolgreichen Expansionsprozess der vergangenen Jahre fortsetzen.

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          Mit der Produktion, der geschickten Vermarktung und dem Verkauf von Alkohol lässt sich gutes Geld verdienen - zumindest in großem und globalem Maßstab. Das zeigt sich nur bei „harten Drogen“ in Form von Spirituosen, wie sie etwa das Geschäft von Diageo sind, sonder auch bei Bier.

          Diese Branche zeichnet sich zwar in den Industriestaaten durch einen knallharten Wettbewerb und steigende Kosten aus, welche wiederum zu einer immer intensiver werdenden Konsolidierung führen. Auf der anderen Seite verzeichnet sie in den Schwellenländern deutliches Wachstum.

          Die weltweite Konsolidierung der Branche geht weiter

          Die anhaltende Konsolidierung zeigt sich am Dienstag. Denn der britisch-südafrikanische Brauereikonzern SABMiller hat angekündigt, den australischen Bierbrauer Foster's übernehmen zu wollen. Das Unternehmen hat den Australiern ein Angebot über 9,5 Milliarden australische Dollar oder umgerechnet sieben Milliarden Euro unterbreitet. Auf der anderen Seite hat das Gebot zu Kursgewinnen der Fostersaktie von bis zu 14 Prozent auf bis zu 5,16 australische Dollar und zu einem Ausbruch des Kurses aus der volatilen Seitwärtsbewegung der vergangenen Jahre nach oben geführt.

          SABMiller, nach Ausstoß der weltweit zweitgrößte Brauer nach Anheuser-Busch InBev, will trotz der ablehnenden Haltung am Ball bleiben. „Wir stehen in Kontakt mit dem Foster's-Board und hoffen, dass dieser den Aktionären die Annahme des Angebots empfehlen wird“, hatte Graham Mackay, Chief Executive von SAB Miller, erklärt. Man betrachte Foster's als attraktive Investition, da das Unternehmen sieben der zehn bekanntesten Biermarken des Landes halte. Zudem dürfte die australische Wirtschaft von dem anhaltenden wirtschaftlichen Boom in Asien profitieren, hieß es weiter.

          Schon seit geraumer Zeit wird über eine Übernahme von Foster's spekuliert, insbesondere seitdem das Unternehmen im vergangenen Monat sein schwächelndes Weingeschäft abgestoßen und in eine eigene börsennotierte Gesellschaft überführt hatte. Die Umsatz- und Gewinnentwicklung des Unternehmens verlief in den vergangenen Quartalen enttäuschend. Auf der anderen Seite bietet die Marktstellung einem erfahrenen Management die Möglichkeit, Rationalisierungspotentiale zu heben und in die asiatischen Wachstumsmärkte zu expandieren.

          SABMiller verfügt über Integrations- und Rationalisierungserfahrung

          Über Integrations- und Rationalisierungserfahrung verfügt SABMiller zu genüge. Denn das Unternehmen ist in den vergangenen Jahren unter anderem durch gezielte Fusionen, Übernahmen und Restrukturierungen im Trend und vor allem auch hoch profitabel gewachsen. Das Unternehmen selbst entstand im Jahr 2002 aus der Fusion von South African Breweries und der Miller Brewing Company. Der Konzern ist in über 75 Ländern mit Brauereien vertreten. Der Umsatz lag im Geschäftsjahr 2010/11 lag bei 15,1 Milliarden amerikanischen Dollar und im Geschäftsjahr 2009/10 bei 14,1 Milliarden Dollar. Sowohl die Entwicklung der Erlöse als auch die der Gewinne knüpfen nach krisenbedingten Rückgängen wieder an die langfristigen Wachstumstrends an.

          Das leitet sich alleine schon aus der Strategie ab, in den Wirtschaftsräumen mit robustem oder gutem Wachstum zu expandieren. Schließlich zeigen die Daten kleinerer Konkurrenten, dass sich in Südamerika, Afrika und Asien mit dem Verkauf von gutem Bier vergleichsweise hohe Wachstumsraten erzielen lassen.

          Der größte Anteilseigener mit 27 Prozent aller Aktien der Firma ist die Altria Group. Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 15,8 und 14,1 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr und mit einer Dividendenrendite von 2,6 Prozent bei seit Jahren stetig im Trend steigender Ausschüttung sind die Papiere von SABMiller noch vernünftig bewertet auch der langfristige Trend zeigt nach oben. Bei größeren Kursrückschlägen werden die Papiere für den langfristig orientierten Anleger zumindest im Rahmen eines normalen weltwirtschaftlichen Umfeldes interessant.

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