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Konsumgüterunternehmen : Anhaltende Schwierigkeiten trotz Kostensenkungen

  • -Aktualisiert am

Lebt der amerikanische Konsum wieder auf? Bild: REUTERS

Konsumgüterhersteller mit hoher Kreditqualität sind für das schwierige Umfeld im Einzelhandel und Wohnungsbau besser aufgestellt als ihre Wettbewerber mit spekulativem Rating. Die Zahl der Herabstufungen ist doppelt so hoch wie 2008.

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          Nach Einschätzung von Standard & Poor's Ratings Services wird die Lage für die meisten mit S&P-Rating versehenen Konsumgüterhersteller auch in den verbleibenden Monaten dieses Jahres schwierig bleiben. Dies trifft insbesondere auf Unternehmen in den Teilsektoren Bekleidung, Möbel, Bettwaren und Haushaltsgeräte zu, da diese eng mit dem anhaltend schwachen Einzelhandel und Häusermarkt verbunden sind.

          Wir gehen nach wie vor davon aus, dass Unternehmen im spekulativem Segment mit höherer Wahrscheinlichkeit unter der Konjunkturschwäche zu leiden haben. Diese Unternehmen sind in der Regel kleiner und hoch verschuldet, wodurch sie einen geringeren Spielraum bei operativen Engpässen besitzen. Bei Emittenten mit spekulativem Rating ist Liquidität ein zentrales Bewertungskriterium, da vielen dieser Unternehmen durch finanzielle Sicherungsklauseln enge Grenzen gesetzt sind, wodurch ihre Anfälligkeit für mögliche Verletzungen der einzuhaltenden Finanzkennzahlen steigt

          Unternehmen mit hoher Kreditqualität (Investment Grade) dürften hingegen besser in der Lage sein, dem schwierigen Geschäftsumfeld zu trotzen. Diese Unternehmen sind in der Regel größer, breiter aufgestellt und mit den Vorteilen stärkerer Einkaufs- und Preissetzungsmacht ausgestattet. Zudem verfügen sie für gewöhnlich über umfangreichere Mittelzuflüsse und solidere Bilanzen, die ihnen im Unterschied zu ihren Wettbewerbern im spekulativen Segment einen einfacheren und günstigeren Kapitalmarktzugang ermöglichen.

          Bild: FAZ.NET

          Mehr Herab- als Heraufstufungen

          Die von S&P bewerteten amerikanischen Konsumgüterhersteller decken eine Reihe von Teilsegmenten ab, zu denen abgepackte Lebensmittel, alkoholische und alkoholfreie Getränke, Tabakwaren, Haushaltsprodukte, Bekleidung, Körperpflegeprodukte, Haushaltsgeräte, Rasenpflege, Wohnungs- und Büroeinrichtung, Agrarprodukte, Grundnahrungsmittel, Kosmetik und Dienstleistungen zählen. Rund 32 Prozent des Sektors entfallen auf die stabilere Investment-Grade-Kategorie, während die verbleibenden 68 Prozent dem volatileren spekulativen Bereich angehören.

          Im Jahr 2008 überstiegen die Herabstufungen die Heraufstufungen um etwas mehr als das Dreifache. Im bisherigen Jahresverlauf bis zum 24. September hat sich dieses Verhältnis auf 5:1 verschoben. Etwa 33 Prozent der Emittenten des Sektors sind entweder mit einem negativen Ausblick versehen oder befinden sich auf der Beobachtungsliste mit negativem Ausblick (in den kommenden Monaten wird demnach eher mit einer Verschlechterung als mit einer Aufwertung der Bonitätseinstufung gerechnet). Nur knapp neun Prozent der Emittenten des Sektors verfügen über einen positiven Ausblick oder befinden sich auf der Beobachtungsliste mit positivem Ausblick.

          Mit Stand zum 24. September fallen annähernd 44 Prozent aller Emittenten des Konsumgütersektors in die Bewertungskategorie „B“. Gegen Jahresende 2002 lag dieser Wert bei etwa 27 Prozent. Die Bewertung „B“ hat hierbei „B+“ als häufigste Bonitätseinstufung von Konsumgüterherstellern in der von „B-“ bis „B+“ reichenden „B“-Kategorie abgelöst. Rund sechs Prozent der von uns bewerteten Konsumgüterunternehmen liegen unterhalb von „B-“, was etwa dem Stand gegen Jahresende 2007 entspricht, und etwas weniger als vier Prozent aller von uns eingestuften Unternehmen des Konsumgütersektors sind in der Kategorie „CCC“ angesiedelt.

          Zahl der Herabstufungen doppelt so hoch wie 2008

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