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Konsumgüter : Maytag-Kauf gibt Whirlpool-Aktie neuen Schwung

  • Aktualisiert am

Auch Bauknecht gehört zu Whirlpool. Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Die Not schweißt zusammen. Der angeschlagene Haushaltsgeräte-Hersteller Maytag soll nun doch vom amerikanischen Marktführer Whirlpool übernommen werden. Das könnte auch die Whirlpool-Aktie wieder auf Touren bringen.

          Gefahr schweißt zusammen. Das gilt nicht nur für Menschen in Bedrängnis, sondern auch für Unternehmen. In den Vereinigten Staaten zeichnet sich derzeit auf diese Weise die Entstehung des größten Hausgeräte-Hersteller der Welt ab. Der amerikanische Marktführer Whirlpool liegt im Bieterwettstreit um den Branchendritten Maytag derzeit vorn.

          Maytag sprach sich für das Whirlpool-Angebot aus und zog die Unterstützung für die konkurrierende Offerte der Investmentfirma Ripplewood zurück. Definitiv ist das zwar noch nicht, da darüber eine außerordentliche Aktionärsversammlung entscheidet, die jetzt aufgrund der veränderten Sachlage vom 19. August auf den 30. August verschoben wurde, aber der Verwaltungsrat hat sein Votum geändert. Ursprünglich hatten auch die Wettbewerbsbehörden bereits grünes Licht gegeben.

          Ein Branchenriese entsteht

          Whirlpool hatte sein Angebot für Maytag zuletzt - zum insgesamt dritten Mal - auf 1,7 Milliarden Dollar oder 21 Dollar je Aktie erhöht. Die Maytag-Eigner haben nun bis zum 23. August Zeit, das zum dritten Mal aufgestockte Angebot von Whirlpool anzunehmen. Für die Maytag-Aktionäre ist dies eine gute Nachricht. Die hatten bereits kritisiert, daß Maytag unter Wert an Ripplewood verkauft würde, die lediglich 1,13 Milliarden Dollar oder 14 Dollar je Aktie geboten hatten.

          Der Chart zeigt die Kursentwicklung der Aktie von Whirlpool in den vergangenen fünf Jahren in Euro.

          Abgesehen von einem Kurseinbruch im Mai waren dies die niedrigsten Kurse, die die Maytag-Aktie im vergangene Jahr gesehen hatte. Am Freitag schloß diese bei 19,01 Dollar 1,2 Prozent höher. Kurse von 21 Dollar bezeichnen dagegen das obere Ende der Handelsspanne, in der sich das Maytag-Papier in den vergangenen zwölf Monaten bewegte.

          Whirlpool und Maytag würden gemeinsam knapp die Hälfte des amerikanischen Marktes für Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen, Kühlschränke oder Herde halten und dürften damit auch den bisherigen Weltmarktführer Electrolux knapp überholen. All diese Firmennamen sind in Deutschland nicht sonderlich bekannt, da die Stammmarken auf dem deutschen Markt kaum eine Rolle spielen.

          Hoover ohne Saugkraft

          Indes gehören zu Electrolux Marken wie AEG, Husqvarana und Zanussi. Zu Whirlpool gehört Bauknecht und zu Maytag Hoover. Doch unter anderem gerade Hoover ist es, das Maytag erst zum Übernahmekandidaten gemacht hat. Nachdem Maytag im Jahr 2004 in die roten Zahlen gerutscht war, fand Firmenchef Ralph Hake ungewohnt deutliche Worte: „2004 liegt hinter uns und ich bin froh, daß es so ist“. Auch über die Situation bei der führenden Marke Hoover äußerte sich Hake klar: „Wir erwarten eine Verbesserung für 2005. Wenn nicht müssen wir andere Optionen prüfen.“

          Diese Optionen wurden offenbar geprüft und die Bieterwettkampf ist das Ergebnis. Die Situation bei Maytag hat sich in den ersten sechs Monaten zwar etwas verbessert, allerdings blieb das Unternehmen weit hinter seinen bereits reduzierten Prognosen zurück. Hoover's angeschlagene Staubsauger-Sparte machte obendrein weiter negative Schlagzeilen, als diese im April ein Gerät mit Eigenantrieb vom Markt nehmen mußte. Die Sparte hatte bereits im vergangenen Jahr zu Restrukturierungskosten in Höhe von 34,9 Millionen Dollar beigetragen.

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