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Konsumgüter : Henkel-Vorzüge rennen gegen Widerstand an

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET

Der Konsumgüterhersteller Henkel hat die Analystenprognosen übertroffen und die Jahresprognose bestätigt. Die Börse belohnt dies mit Kursgewinnen. Die moderat bewerteten Vorzüge rennen nun gegen eine technische Widerstandszone an.

          Mit einem bisherigen Jahreskursgewinn von 20 Prozent sind die Vorzugsaktien von Henkel über das Mittelfeld im Dax nicht hinausgekommen und zudem dem Index etwas hinterhergelaufen. Zur Wochenmitte eilen sie dem Dax aber mit Kursgewinnen von bis zu 4,85 Prozent im frühen Geschäft.

          Der Grund: Der Konsumgüterkonzern hat seinen Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) im dritten Quartal deutlich gesteigert und die Erwartungen von Analysten damit übertroffen. Zudem bestätigte der Vorstand die Jahresprognose.

          Starkes Wachstum in Amerika und Osteuropa

          Henkel habe im dritten Quartal bei einem Umsatz von 3,14 Milliarden Euro nach 2,77 Milliarden Euro im gleichen Vorjahreszeitraum ein Ebit von 300 Millionen Euro nach 252 Millionen Euro vor Jahresfrist erwirtschaftet, teilte Henkel mit. Bereinigt um Wechselkurseffekte legte das betriebliche Ergebnis damit um 18,9 Prozent zu. Unter dem Strich verdiente Henkel 195 Millionen Euro, 7,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Von Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt einen Betriebsgewinn von 291 Millionen Euro bei einem Umsatz von 3,004 Milliarden Euro erwartet.

          In der Region Nordamerika, wo Henkel 2004 den Konsumgüterhersteller Dial und den Dichtstoffhersteller Sovereign übernommen hatte, legte der um Wechselkurseffekte bereinigt Umsatz um 32,1 Prozent auf 772 Millionen Euro zu. Das Ebit kletterte von 56 Millionen Euro auf 107 Millionen Euro. In Europa konnte Henkel vor allem dank des Wachstums in Osteuropa beim Umsatz zulegen, im anhaltend schwachen deutschen Heimatmarkt lag der Umsatz dagegen knapp unter dem Vorjahreswert. Das Ebit sank in der Region aufgrund hoher Rohstoffpreise sogar von 218 Millionen Euro auf 203 Millionen Euro. Die hohen Preise konnten aufgrund des Konkurrenzdrucks in den umkämpften europäischen Märkten nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden, teilte Henkel mit.

          LRP: Sehr starkes Quartal

          Der Konsumgüterhersteller bekräftigte seine Jahresprognose: Henkel erwartet weiter eine Steigerung des betrieblichen Ergebnisses - bereinigt um Wechselkurseffekte - „im hohen Zehnprozentbereich“. Der Umsatz soll aus eigener Kraft um drei bis vier Prozent zulegen.

          Unter Analysten stößt das Zahlenwerk ebenso auf Beifall wie bei Anlegern. Die Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) bescheingt dem Konzern ein „sehr starkes Quartal“. Das vielbeachtete organische Wachstum habe bei 5,8 Prozent gelegen. Mithin seien die Befürchtungen, ob Henkel seine Jahresprognose werde erreichen können, „ausgeräumt“. Die LRP sieht die Aktie von Henkel als „outperformer“ und nennt ein Kursziel von 85 Euro.

          Auch die WestLB und die Hypo-Vereinsbank trauen Henkel zu, ein „outperformer“ zu werden, also künftig den Dax zu schlagen. Das von der WestLB genannte Kursziel steht bei 80 Euro, während die HVB einen fairen Wert von 81 Euro sieht. Folglich fällt JP Morgan mit einem Henkel-Kursziel von 60 Euro völlig aus dem Rahmen; aber immerhin rechnen auch die Amerikaner mit steigenden Gewinnen beim Konsumgüterkonzern.

          Seit 2002 nur 2004 niedriger bewertet als derzeit

          Um die Kursregionen jenseits der 80-Euro-Marke, die sie im September touchiert hatte, in Angriff nehmen zu können, müssen die Henkel-Vorzüge die nun direkt vor ihnen charttechnische Widerstandszone nehmen. Diese Hürde endet bei 76,20 Euro, während die Aktie sich bei rund 75,50 Euro bewegen. Ein Sprung darüber wäre ein weiteres ermutigendes Signal, da gleichsam der kurzfristige Abwärtstrend passé wäre. Anleger, die mit dem Titel liebäugeln, sollten zumindest dieses Ereignis abwarten.

          Die Bewertung dürfte einem Aufstieg nicht entgegenstehen, da die Aktie mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 13,7 für dieses Jahr und 12,4 für 2006 moderat bis neutral gepreist ist; seit 2002 war sie nur im vergangenen Jahr niedriger bewertet.

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