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Konsumgüter : Henkel-Aktie sieht sich Reihe von Charthürden gegenüber

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Gewinnplus von fast 20 Prozent im Jahresbericht verpackt: Henkel Bild: Henkel

Henkel hat die Erwartungen von Analysten weitgehend erfüllt und einen Gewinnsprung ausgewiesen. Für 2004 ist der Konsumgüterkonzern zuversichtlich. Derweil stößt die Aktie an eine Reihe von Charthürden.

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          In der Mehrzahl gute Nachrichten bietet Henkel zu Wochenbeginn den Anlegern: Der Konsumgüterkonzern hat im vergangenen Jahr trotz eines Umsatzrückgangs mehr verdient als im Vorjahr, nachdem im vierten Quartal der operative Gewinn deutlich gesteigert werden konnte. Erfreuen wird die Aktionäre die Absicht, die Dividende um mehr als sieben Prozent zu steigern.

          Mit Blick auf das laufende Jahr erwartet Henkel eine Steigerung des Gewinns vor Zinsen und Steuern um mehr als zehn Prozent und bestätigt seine Umsatzprognose vom Herbst. Diese Nachrichten sollten die im Dax notierende Vorzugsaktie zumindest stützen, die am Freitag mit leichten Verlusten von 0,11 Prozent bei 65,46 Euro aus dem Handel ging.

          Gewinnsprung trotz rückläufiger Umsätze

          Wie Henkel mitteilte, ist der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) im vierten Quartal auf 186 Millionen Euro nach 176 Millionen Euro gestiegen. Damit erfüllte Henkel die Erwartungen von Analysten, die im Mittel ein Ebit von 186 Millionen Euro erwartet hatten. Im Gesamtjahr erzielte Henkel damit ein Ebit von 706 Millionen Euro nach 666 Millionen Euro im Vorjahr, ein Plus von gut sechs Prozent. Für diesen Zeitraum hatten von Reuters befragte Analysten ein Ebit von 705, von vwd konsultierte Beobachter ein Ebit von 707 Millionen Euro erwartet. Unter dem Strich konnte Henkel den Überschuß um 19,3 Prozent auf 519 Millionen Euro steigern.

          Der Umsatz sank indes um 2,3 Prozent auf 9,436 Milliarden Euro. Von vwd befragte Analysten hatten im Durchschnitt 9,467 Milliarden Euro prognostiziert. Mithin konnte Henkel bei den Erlösen die Erwartungen nicht ganz erfüllen. Auch beim Quartalsumsatz mußte der Konzern mit einem Rückgang leben: Die Periodenerlöse verminderten sich von 2,384 Milliarden Euro auf 2,350 Milliarden Euro.

          Das Ergebnis je Vorzugsaktie stieg dessen ungeachtet auf 3,44 Euro. Dank der Gewinnsteigerungen können die Henkel-Aktionäre für das Jahr 2003 auf eine höhere Ausschüttung setzen: Die Dividende je Vorzugsaktie soll von 1,12 Euro um 7,1 Prozent auf 1,20 und je Stammaktie von 1,06 Euro um 7,5 Prozent auf 1,14 Euro steigen.

          Moderat bewertet vor Charthürden

          Im laufenden Jahr erwartet Henkel ein organisches Umsatzwachstum von drei bis vier Prozent. Der operative Gewinn soll wechselkursbereingt um mehr als zehn Prozent gesteigert werden. Damit läßt Henkel einen recht großen Interpretationsspielraum. Die genannte Ziffer läßt aber den Schluß zu, daß sich das Gewinnwachstum vor Zinsen und Steuern erhöhen könnte. Effekte aus der anstehenden Übernahme des amerikanischen Konkurrenten Dial für 2,9 Milliarden Dollar seien hierbei noch nicht berücksichtigt, hieß es weiter. Und die Integrationskosten könnten wiederum die Gewinnmarge schmälern. Doch unter dem Strich überwiegen die erfreulichen Meldungen.

          Doch ob die ausreichen werden, den Aktienkurs richtig zu befeuern, darf nicht nur angesichts der Zurückhaltung der Verbraucher bezweifelt werden. Denn schon in der Vergangenheit ist die Aktie trotz ordentlicher Geschäftszahlen hinter dem Gesamtmarkt zurückgeblieben. Zwar hat das mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 14 moderat bewertete Papier sich binnen Jahresfrist um 25 Prozent verbessert, aber um 26,3 Prozent schlechter entwickelt als der Dax. Daß das Papier des Konkurrenten Procter & Gamble deutlich schwächer abgeschnitten hat und dazu mit einem KGV von 20,1 klar höher bewertet ist, ist nur ein schwacher Trost. Charttechnisch sieht es indes nicht ungünstig aus. Der Titel hat im August 2003 den seit Mitte 2002 geltenden Abwärtstrend verlassen und seit Anfang Januar einen recht steilen Aufwärtstrendkanal aufgebaut. Allerdings hat er nun eine Reihe von Charthürden vor sich. Technische Kaufsignale würde Henkel setzen, wenn der Kurs die Marken 66 Euro, 66,80 Euro und 68,80 Euro überspringen könnte.

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