https://www.faz.net/-gv6-nyjn

Konsumgüter : Gute Zeiten für die Hersteller von Luxusuhren

  • -Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET

Im Vorfeld der Baseler Branchenfachmesse erfreuen sich Marken wie Omega und TAG Heuer gewaltiger Umsätze und eines boomenden Exportgeschäfts.

          Zeit, wie es so schön heißt, ist Geld. Für die Hersteller von Luxusuhren heutzutage bedeutet Zeit in der Tat jede Menge Geld. Luxusuhren von der feinen, diamantbesetzten Cartier zur Rolex aus massivem Gold und der sportlich schicken Omega verkaufen sich derzeit wie warme Semmeln. Die Uhrenexporte aus der Schweiz, wo die meisten dieser teuren Stücke hergestellt werden, legten im vergangenen Jahr dem Verband der Schweizer Uhrenindustrie zufolge um elf Prozent auf mehr als 9,5 Milliarden Dollar zu.

          Die Luxusuhrenmacher präsentieren sich im Vorfeld der jährlichen Uhren- und Schmuckfachmesse Baselworld, die am 30. März im Schweizerischen Basel ihre Toren öffnet, euphorisch und haben dazu allen Grund. So konnte die Uhrensparte des Pariser Luxusgüterherstellers LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton, zu dessen Marken TAG Heuer und Dior gehören, ihren Gewinn um das Fünffache auf 46 Millionen Dollar steigern und war damit ertragsreichster Geschäftsbereich des Konzerns.

          Eine Uhr für jede Gelegenheit

          Der in Genf ansässige Luxusgüterkonzern Richemont, dessen Uhrenangebot Cartier und Jaeger-LeCoultre umfaßt, meldete für das vergangene Jahr einen Gewinnzuwachs in seiner Uhrensparte von 56 Prozent auf 178 Millionen Dollar. Es war das beste Ergebnis innerhalb der Richemont-Gruppe. „Die Branche boomt,“ so Sylvie Ritter, Direktorin der BaselWorld, die am 30. März beginnt.

          Was steckt hinter diesem Boom? Ein wichtiger Auslöser ist die gestiegene Zahl der Superreichen. So gab es dem jüngsten World Wealth Report von Merrill Lynch und dem Pariser Beratungsunternehmen Capgemini zufolge in den Vereinigten Staaten 2005 zehn Prozent mehr Millionäre als im Vorjahr; in Asien belief sich das Plus auf acht Prozent. Auf den drei wichtigsten Absatzmärkten der Branche - Amerika, Japan und Hongkong - legten die Verkaufszahlen für Schweizer Luxusuhren unterdessen um 14,5 Prozent, 15,7 bzw. 7,7 Prozent zu.

          Und es ist nicht etwa so, daß sich diese Menschen mit nur einer Uhr zufriedengeben. Es gab mal eine Zeit, in der man sich mit einer Rolex begnügte. Mittlerweile ist es jedoch üblich, für jeden Anlaß eine andere Uhr zu besitzen - egal ob nun noble Dinnerparty, geschäftliche Besprechung oder ein Nachmittag auf dem Golfplatz. „Die Quintessenz des Luxus liegt in der Auswahl,“ erklärt Milton Pedraza, Chief Executive des New Yorker Marktforschungsunternehmen The Luxury Institute.

          Uhren sind wie Weine

          Das Sammeln von Uhren setzt selbstverständlich ein gewisses Wissen voraus, das man seit ein paar Jahren aus zahlreichen Uhrenfachzeitschriften beziehen kann. „Es verhält sich genauso wie mit dem Weinmarkt,“ sagt Pedraza. Vor ein paar Jahrzehnten waren ausschließlich Franzosen und Kalifornier gefragt, doch mittlerweile gibt es auch Kenner, die chilenische, australische oder sogar lettische Weine versuchen. Es gibt so viel über Uhren zu wissen, und die Menschen fangen gerade erst an, sich dafür zu interessieren.“

          Weitere Themen

          Microsoft meldet Rekord

          Über Erwartungen von Analysten : Microsoft meldet Rekord

          Das wertvollste Unternehmen der Welt, der Softwarekonzern Microsoft, blickt auf ein gutes Geschäftsjahr zurück und setzt seinen Wachstumskurs fort. Die Börse ist zufrieden.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.