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Konsumgüter : Beiersdorf ist interessant, aber teuer

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Begehrtes Produkt Bild: nivea

Übernahmegerüchte treiben die Bewertung von Beiersdorf. So ist die Aktie etwas teuer für einen sofortigen Kauf.

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          Der Unterschied zwischen euphorischer Spekulation und solider Anlage dürfte kaum deutlicher werden als am Beispiel Beiersdorf. Nicht erst der Kursgewinn von knapp zehn Prozent auf über 138 Euro seit den Übernahmegerüchten von Seiten des großen französischen Konkurrenten L'Oreal bringt das Unternehmen ins Gespräch, sondern vor allem auch seine stetige Performance.

          Hat der Neue Markt in den vergangenen fünf Jahren satte 72,4 Prozent an Wert eingebüßt, so konnte der MDax im selben Zeitraum immerhin 26,4 Prozent zulegen. Dazu dürfte Beiersdorf einen maßgeblichen Beitrag geleistet haben, denn die Aktie hatte in diesem Vergleichszeitraum einen Gesamtertrag von 219 Prozent zu bieten. Das entspricht einer Rendite von satten 26,10 Prozent pro Jahr.

          Hohe Bewertung stört das positive Bild

          Allerdings wird mit einem Blick auf den Chart schnell deutlich, dass sich die positive Entwicklung in jüngster Zeit etwas abgeflacht hat. Aus Börsensicht ist auf der einen Seite die mittlerweile recht hohe Bewertung mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 40 dafür verantwortlich. Zum anderen scheint das Unternehmen in jüngster Zeit seine Wachstumsprognosen nicht mehr so überzeugend erfüllen zu können wie in der Vergangenheit. Dort war es immer wieder gelungen, die Prognosen zu übertreffen.

          So ist es wenig verwunderlich, dass die Skepsis über die weitere Entwicklung immer mehr zunimmt. Gerade noch 20 Prozent der das Unternehmen beobachtenden Analysten raten zum Kauf der Aktie - und das sind eher ältere Einschätzungen, während jüngste Studien in der Regel mit „Halten“ oder gar „Verkaufen“ enden. „Schon in der Vergangenheit ließ sich ein Teil des Kursanstiegs mit Übernahmespekulationen erklären“, sagt Andreas Gartner von SEB Investment. Es wurde darauf spekuliert, dass die Allianz ihren 44-Prozent-Anteil verkaufen könnte.

          Bekannte Marken sind nicht zu unterschätzen

          Beierdorf sei zu klein, um allein überleben zu können, vor allem im Wettbewerb mit größeren Konkurrenten wie Unilever, Henkel oder Procter & Gamble. Diese Unternehmen verfügten über eine stärkere Marktposition für die Vermarktung ihrer Produkte im Einzelhandel. Fakt ist jedoch, dass Beierdorf mit seinen starken Marken - unter anderen Nivea und tesa - im Markt gut verankert ist. Es hat zwar auch schon in der Vergangenheit immer gewisse „Konsolidierungsphasen“ gegeben. Diese wurden immer wieder abgelöst von stärkerem Wachstum. Auch die Übernahmegerüchte kommen immer wieder einmal hoch, haben sich jedoch noch nie materialisiert.

          Von daher dürfte es sich nicht lohnen, darauf allein zu spekulieren. Sicher ist das Unternehmen jedoch hoch solide und ertragsstark. Sollte also die Bewertung zurückkommen, dürfte ein Einstieg mit längerfristiger Perspektive interessant sein.

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