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Konsum : Puma-Aktie sprengt alle Grenzen

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Neue Produkte geben der Aktie Auftrieb Bild: dpa

Puma steigert Umsatz und Gewinn sehr stark. Die Aktie erklimmt ein Rekordhoch nach dem anderen. Trotzdem bleibt die Bewertung vernünftig. Dabeibleiben bis der Trend bricht, heißt das Motto.

          Am Donnerstag ist es wieder einmal soweit. Mit einem Plus von 6,11 Prozent auf 102,50 Euro erreicht die Aktie des Sportartikel- und Lifstyleunternehmens Puma ein neues Allzeithoch. Das ist nicht das erste, denn das Unternehmen hat davon in den vergangenen Wochen und Monaten eine ganze Serie davon hingelegt.

          Die Erfolgsgeschichte ist mittlerweile bekannt. Stand das Unternehmen in den frühen 90-er-Jahren im Geruch einer Billigmarke bei Sportprodukten und dümpelte mehr oder weniger perspektivlos vor sich hin, so wandelten sich die Produkte und vor allem auch das Image des Unternehmens unter dem damals „ans Ruder“ gekommenen Vorstand Jochen Zeitz. Nicht mehr der Sportbereich allein war die Zielgruppe, sondern mit der Kreation, Einführung, Durchsetzung und ständiger Remodellierung sportlicher Schuhe für den Alltag wurde nicht nur ein neuer Trend etabliert, sondern auch ein viel weiterer Kundenkreis erschlossen.

          Trotz starkem Umsatz- und Gewinnwachstum ...

          Das Interessante daran ist, daß dieser Trend auch noch sehr stark markenbezogen ist. Die Leute wollen nicht nur sportlich-bequeme Schuhe und Accessoires haben, sondern wenn möglich auch noch unter dem Markenzeichen des springenden Pumas. Das sorgt nicht nur für eine starke Nachfrage, sondern bietet zusätzlich auch noch „Preissetzungsmacht“. Selbst wenn die Preise objektiv betrachtet ziemlich hoch sind, scheint das die Kunden nicht abzuschrecken. Mit entsprechendem betriebswirtschaftlichen Erfolg.

          Nachdem das Herzogenauracher Unternehmen im ersten Vierteljahr das beste Quartalsergebnis seiner Geschichte vorweisen konnte, kletterten Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr weiter auf Höchststände. Puma-Vorstandsvorsitzender Jochen Zeitz berichtete am Donnerstag von einem Anstieg des konsolidierten Umsatzes im Halbjahr um 46,8 Prozent auf 644,0 Millionen Euro. Darin spiegle sich eine deutlich zweistellige Steigerung in allen Regionen und Produktsegmenten wider, sagte er. Der Gewinn vor Steuern wurde mit 127,5 Millionen Euro mehr als verdoppelt und übertrifft damit - wie im Vorjahr - bereits per Ende Juni das Ergebnis des gesamten Vorjahres.

          „Wir freuen uns über dieses starke Ergebnis und die exzellente Performance im ersten Halbjahr“, sagte Zeitz und hob gleichzeitig seine Gewinnprognose für das laufende Jahr an. Demnach wird ein weiterer Anstieg des konsolidierten Umsatzes auf etwa 1,2 Milliarden Euro erwartet - und damit erstmals die Marke von einer Milliarde Euro überschritten. Der Gewinn vor Steuern sollte erstmals die 200 Millionen Euro-Grenze überspringen. Im Vorjahr hatte Puma bei einem Rekordumsatz von 909,8 Millionen Euro ein Vorsteuerergebnis von 124,4 Millionen Euro erzielt.

          ... bleibt die Bewertung vernünftig

          „Wir werden unsere Marke weiter behutsam zur begehrtesten Sport- Lifestyle-Marke entwickeln“, kündigte Zeitz bei der Vorlage des Zwischenberichts an. Dabei setze Puma auf eine kontrollierte Vermarktung, ein effizientes Kostenmanagement und eine vernünftige Preispolitik. Das stärkste Umsatzwachstum im Halbjahr verzeichnete Puma den Angaben nach im Bereich Textil. Dieser sei erwartungsgemäß um 51,2 Prozent auf 158 Millionen Euro geklettert. Der Umsatz mit Schuhen nahm um 48,3 Prozent auf 451,4 Millionen Euro zu, der mit Accessoires um 16,2 Prozent auf 34,6 Millionen Euro.

          Auf Grund des starken Umsatz- und Gewinnwachstums bleibt die Bewertung der Aktie trotz stark steigender Kurse vernünftig. Kurs-Gewinn-Verhältnisse von 12,5 für das Jahr 2003 und 11,16 für 2004 auf Basis der Gewinnschätzungen erscheinen bei diesem Wachstum mehr als angemessen. Das ist der kleine Unterschied zu anderen „Wachstumswerten“ wie etwa Yahoo oder Amazon. Charttechnisch gibt es nach oben keine Grenzen. Allerdings sollte man als Anleger auch nicht fahrlässig sein, denn irgendwann wird auch einmal dieser Aufwärtstrend brechen. Um davon nicht überrascht zu werden, dürften gut platzierte und regelmäßig angepasste Stopp-Loss-Orders sinnvoll sein.

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