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Konsum : L'oreal-Aktien liefern teure Pflege für's Depot

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L'oreal gibt Halt in stürmischen Börsenzeiten Bild: dpa

Als sicheren Hafen sind die Aktie von L'oreal im vergangenen Jahr stetig nach oben gelaufen. Nun halten Analysten den Wert für zu hoch bewertet.

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          Schönheit hat bekanntlich ihren Preis. Und wer mit L'oreal das Depot aufpeppen will, muss beim gegenwärtigen Kurs tief in die Tasche greifen. Der französische Kosmetikhersteller notiert aktuell mit 80 Euro. Analysten rechnen für 2001 mit einem Gewinn je Aktie von rund 1,67 Euro, so dass sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von fast 50 ergibt. Zum Vergleich: Wella haben ein KGV von 23, Beiersdorf von rund 40.

          Daher ist es vor allem die hohe Bewertung, die Analysten zu neutralen Einstufungen bewegt. Goldman Sachs sieht die Aktie als „Market Perfomer“. „Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt 74 Prozent höher als bei den Wettbewerbern“, meint Analyst Jacques-Frank Dossin. Der Unternehmenswert im Verhältnis zum Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sei sogar mit einem Aufschlag von 130 Prozent im Vergleich zu den Konkurrenz bewertet, heißt es bei Goldman. Zum gleichen Ergebnis kommt die Landesbank Baden-Württemberg. Analystin Barbara Ambrus stuft die Aktie auf „Marketperformer“ ein, denn die Aktie sei relativ hoch bewertet.

          Hohes Wachtum im Jahr 2000

          Fundamental können sich die von L'oreal mit Markennahmen wie Lancome, Biotherm, Helena Rubinstein und Vichy erzielten Umsätze im vergangenen Jahr sehen lassen. Der Konzernumsatz kletterte im Jahr 2000 um knapp 18 Prozent auf 12,7 Milliarden Euro, der Gewinn erhöhte sich sogar um 24 Prozent auf 1,03 Milliarden Euro. Die Steigerungen resultieren jedoch nicht nur aus den gestiegenen Haarproblemen oder tieferen Falten der europäischen Bevölkerung. Vielmehr sind die die Franzosen selbst auf Einkaufstour gegangen. So haben sie mit Carson, Matrix Essentials und Kiehl's drei Marken im Konsumparadies Amerika erworben. Der Umsatz erhöhe sich im vergangenen Jahr in den USA um 31,4 Prozent und lag erstmals über drei Milliarden Dollar. Mit Shu Uemura kaufte L'oreal die erste japanische Make-Up-Marke ein.

          Thorben Geise, Analyst bei der WGZ-Bank rechnet auch in Zukunft mit zweistelligen Wachstumsraten bei dem Kosmetikhersteller. „L'oreal ist extrem breit aufgestellt“, sagt Geise. Wenn beispielsweise die Konjunktur in Amerika nachgibt, könnten die Franzosen dies durch steigende Umsätze in Europa auffangen. Auch innerhalb der Produktpalette gleichen die Sparten Kosmetik und Hautpflege saisonale Schwankungen aus.

          Goldman fürchtet Margendruck

          Auch die WGZ-Bank stuft die Aktie als Marktperformer ein. Aus Risiko-Chancen-Gesichtspunkten sei der Wert aber durchaus attraktiv. Für eine höhere Einstufung müsse die Aktie jedoch um mindestens zehn Prozent die Benchmark Euro-Stoxx-50 übertreffen, und dies sei angesichts der hohen Bewertung nicht sehr realistisch, meint Geise. Aber er sieht den Wert in der oberen Bandbreit um den Euro-Stoxx-50 schwanken. Auch sei die Aktie als defensives Investment ein sicherer Hafen in dem turbulenten Marktumfeld. Aber gerade dieser defensive Charakter macht nach Meinung von Goldman Sachs die Aktie in Zeiten fallender Zinsen weniger lukrativ. Zudem fürchten die Investmentbanker Margendruck. Zwar glaubt Analyst Dossin, dass die Aktie in dem Konsolidierungsprozess der Konsumindustrie weitere Marktanteile hinzugewinnt, aber zugleich dürfte der Wettbewerb auf die Margen drücken.

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