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Konsum : Die Aktie von Esprit hat weiterhin Rückenwind

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Bild: FAZ.NET

Es gibt Gewinner und Verlierer der Globalisierung. Esprit dürfte zu den Gewinnern gehören. Das Unternehmen kann schon seit Jahren Umsatz und Gewinn deutlich steigern, der Trend der Aktie zeigt langfristig nach oben.

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          Die disinflationären Effekte der zunehmenden Globalisierung in den Industrieländern dürften inzwischen hinlänglich bekannt sein. So führen tiefe Löhne, geringe Sozial- und Umweltstandards und nicht zuletzt auch künstlich geschwächte Währungen dazu, daß asiatische Produktionsunternehmen den Weltmarkt mit ihren preiswerten Produkten aufrollen können.

          Die Verlierer sind jene Unternehmen in den Industriestaaten, die ihre Produktion nicht oder nur bedingt verlagern können. Das heißt, aufgrund dieses Prozesses geraten sie immer weiter ins Hintertreffen und mit ihnen auch viele Arbeitnehmer.

          Gewinner und Verlierer der Globalisierung

          Es fragt sich nur wie langer dieser Prozeß sich fortsetzen kann, werden doch auf diese Weise die Einkommens- und damit Konsummöglichkeiten in den Industriestaaten mittel- und langfristig immer weiter ausgehöhlt. Von den zunehmenden Belastungen über die aufgrund der demographischen Entwicklung immer teurer werdenden Renten- und Krankenversicherungssystemen und dem bürokratischen Öffentlichen Sektor gar nicht zu reden.

          Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch Gewinner. Das sind insbesondere jene Unternehmen, die von dieser Entwicklung profitieren. Zum Beispiel das Modehandelsunternehmen Esprit. Es läßt mehrheitlich in Asien produzieren und vermarktet sein sorgsam entwickeltes Produktsortiment preisgünstig weltweit.

          Der Erfolg dieser Strategie kann sich schon seit Jahren sehen lassen. Denn Umsatz und Ertrag des Unternehmens legen schon seit Jahren nicht nur im Trend zu, sondern in den vergangenen Monaten scheint sich die positive Dynamik sogar noch verstärkt zu haben. So dürfte es auch kaum verwundern, daß sich die Aktie des Unternehmens schon seit Jahren in einem Aufwärtstrend befindet und bei den Aktionären für satte Kursgewinne gesorgt hat. Ausgehend von einem Zwischentief bei 4,2 Hongkong-Dollar im September des Jahres 2000 kann das Papier inzwischen einen Kursgewinn von 1.440 Prozent auf zuletzt 64,60 Dollar vorweisen. Der Trend zeigt weiterhin nach oben.

          Esprit gehört bisher zu den Gewinnern

          Er dürfte auch nicht verwundern. Denn Esprit konnte den Umsatz in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres um 12 Prozent auf 11,8 Milliarden Dollar in lokaler Währung steigern, der Nettogewinn verbesserte sich im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 16 Prozent auf 1,87 Milliarden Hongkong-Dollar oder 1,53 Dollar je Aktie. Das Unternehmen geht davon aus, auch in Zukunft mit der Stärkung der eigenen Marken, dem Erschließen neuer Märkte und nicht zuletzt durch die denkbare Übernahme eines Luxusgüterunternehmens weiter steigern zu können.

          Angesichts der soliden Entwicklung in den vergangenen Jahren dürfte daran zumindest in einem anhaltend freundlichen weltwirtschaftlichen Umfeld wenig Zweifel bestehen. Damit bietet die Aktie des Unternehmens nach wie vor die Möglichkeit, vom Globalisierungstrend zu profitieren. Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 19,8 und 16,4 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr und mit einer Dividendenrendite von 1,8 Prozent auf Basis der jüngsten Ausschüttungen scheint das Papier auf den ersten Blick zwar kein Schnäppchen zu sein. Optisch günstig war es jedoch noch nie, konnte allerdings die Bewertung immer mit entsprechendem Wachstum unterlegen. Absicherungsstrategien können jedoch trotzdem nie schaden.

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