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Konsum : Die Aktie der Altria Group sucht nach dem Kurszünder

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Der Chart zeigt die Entwicklung der Aktie der Altria Group Bild:

Der amerikanische Zigaretten- und Lebensmittelhersteller Altria Group fühlt sich an der Börse unterbewertet. Um das Manko zu beheben, soll nun eine Aufspaltung den wahren Wert der einzelnen Geschäftsteile aufdecken.

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          Die Milliarden-schweren Klagen erkrankter Raucher sowie die ständige Erhöhung der Tabaksteuer zusammen mit dem wachsenden Gesundheitsbewußtsein vieler Menschen hat den Tabakkonzernen in den vergangenen Jahren das Leben erschwert. Der Wind, welcher der Branche entgegenschlägt, zeigt sich sehr gut am Aktienkurs der Altria Group. Denn der ist seit sieben Jahren kaum vorwärts gekommen.

          Die Manager des weltgrößten Zigarettenkonzern und führenden amerikanischen Lebensmittelhersteller Altria wollen sich damit aber nicht abfinden, Sie sind davon überzeugt, daß ihre Unternehmen trotz der erwähnten Branchenprobleme deutlich mehr wert ist, als es der aktuelle Börsenkurs widerspiegelt.

          „Wenn Sie sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis von Altria anschauen und davon Kraft abziehen, dann können Sie sehen, daß das Tabakgeschäft verglichen mit der Branche deutlich unterbewertet ist“, rechnet dazu Altris Chief Executive Officer Louis Camilleri vor. Um den vermeintlich wahren Wert ihrer Gesellschaft zu heben, denkt man jetzt über die Möglichkeit einer Aufspaltung in zwei bis drei starke unabhängige Einheiten nach.

          Aktienkurs reagiert ausgesprochen positiv

          Auf eine entsprechende von Konzernchef Louis C. Camilleri am Donnerstag abgegebene Erklärung reagierte der Aktienkurs mit einem Freudensprung und am Handelsende stand ein Plus von 8,46 Prozent auf 54,23 Dollar zu Buche. Dieses deutliche Plus deutet an, daß sich auch die Börsianer einiges von einem solchen Schritt versprechen. Analysten bekundeten jedenfalls übereinstimmend ihre Unterstützung für das Vorhaben und spekulieren primär über eine vollständigen Abspaltung von Kraft und eine mögliche Trennung der amerikanischen und der internationalen Zigarettentöchter.

          „Der Konzern wird deutlich unter seinem eigentlichen Wert gehandelt“, ist Thomas Russo, Fondsmanager bei Gardner, Russo & Gardner, davon überzeugt, daß Altria-Chef Camilleri mit seinen Vermutungen zum Unternehmenswert richtig liegt. Und auch Fondsmanager David Dreman glaubt, daß „durch die Aufspaltung die anderen Aktivitäten eine deutlich höhere Bewertung erfahren dürften. Es handelt sich um den klassischen Fall, daß die Summe der Einzelteile mehr wert ist als das ganze Gebilde zusammen. Zum gleichen Schluß kommt auch Goldman Sachs-Analystin Judy Hong. Sie veranschlagt den Wert bei einer Aufspaltung auf 75 bis 80 Dollar.

          Summe der Einzelteile mehr Wert als das Gesamtpaket?

          Hat Hong Recht, wäre nicht nur die positive Kursreaktion vom Donnerstag mehr als nachvollziehbar, sondern die Notiz hätte sogar noch weiteres deutliches Aufwärtspotenzial. Und in der Tat läßt das Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund zwölf auf Basis des für 2004 erwarteten Ergebnisses noch Kursspielraum nach oben vermuten.

          Zur besseren Einordnung der Größe von Altria sei kurz erwähnt, daß die Altria Group mit der Zigarettentochter Philip Morris USA den amerikanischen Zigarettenmarkt dominiert und mit der Philip Morris International (die wichtigste Zigarettenmarke ist Marlboro) auch der Marktführer im globalen Zigarettengeschäft ist.

          Daneben kontrolliert Altria aber auch die Kraft Foods zu 85 Prozent. Zu Kraft gehören Marken wie Kraft, Philadelphia, Jacobs und Nabisco. Kraft liegt weltweit nach Nestle auf Platz zwei. Altria ist auch an dem internationalen Brauereikonzern SABMiller Plc beteiligt. Altria hatte im vergangenen Jahr 81,8 Milliarden Dollar umgesetzt.

          Rechnet man alle diese Unternehmensteile zusammen, kann man in der Tat zum Schluß einer Unterbewertung gelangen. Allerdings muß sich schon erst noch zeigen, ob die Aufspaltung alleine wirklich den gordischen Knoten durchschlägt. Die bereits erfolgte Teilabspaltung von Kraft hat jedenfalls nicht die erhoffte Wirkung gebracht, wobei das jetzt angedeutete Vorhaben natürlich eine ganz andere Dimension hat. Gleichzeitig warten im Bereich von 58 Dollar aber auch sehr hohe Charthürden, welche die AKtie bisher noch nie nehmen konnte.

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