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Technische Analyse : Konservative Strategie auch für das Aktienjahr 2016

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Viertens sollten die Aktien im Sinne der Diversifikation nicht nur aus einem Sektor beziehungsweise aus einem Land stammen. Fünftens wird ein Risikomanagement vorgenommen. Jeder Titel erhält einen Sicherungsstopp, der sich im Laufe des Jahres jeweils um den Betrag der gezahlten Dividenden beziehungsweise eventuell um die Auswirkungen einer Kapitalmaßnahme verringert. Fällt die Aktie unter diesen Sicherungsstopp, wird die Position automatisch geschlossen. Durch dieses Risikomanagement soll der Aktienkorb gegen eine unerwartet einsetzende Baisse sowohl in den einzelnen Titeln als auch am Gesamtmarkt geschützt werden. Sechstens werden mögliche Barmittel, also zum Beispiel die um die jeweiligen länderspezifischen Steuern reduzierten Dividendenzahlungen zunächst bis zum Dezember 2016 zu geldmarktüblichen Konditionen angelegt.

Bild: F.A.Z.

Der französische Versicherungskonzern AXA hatte zwar schon zum Jahres-wechsel 2008/2009 sein damaliges Baisse-Tief erreicht, jedoch ist die Aktie erst in der zweiten Jahreshälfte 2012 aus der damaligen Bodenformation und dem vorherigen, jahrelangen Baisse-Trend herausgekommen. Im November 2012 hat die Aktie die technische Bodenformation mit einem Kaufsignal durch den Sprung über die Widerstandszone um 13 Euro verlassen und befindet sich seitdem in einer Hausse-Bewegung. Hierbei ergab sich im Jahr 2014 unterhalb der Widerstandszone um 20 Euro eine mittelfristige Konsolidierung in Form einer Seitwärtspendelbewegung. Im Januar 2015 hat AXA mit einem neuen Kaufsignal durch den Sprung auf mehr als 20 Euro die Hausse-Bewegung - allerdings mit einer moderateren Aufwärtsdynamik - wieder aufgenommen. AXA, die weiterhin eine relative Stärke gegenüber dem Euro Stoxx 50 aufweist, sollte den intakten Hausse-Trend weiter fortsetzen, wobei das nächste, mittelfristige technische Etappenziel bei 26 Euro liegen sollte. Da AXA auf Basis der erwarteten Dividende aktuell eine Dividendenrendite von über 4,5 Prozent aufweist, wird die Aktie in den Aktienkorb für die konservative Strategie 2016 aufgenommen. Der strategische Sicherungsstopp sollte bei 16,40 Euro liegen.

Die französische Vinci, deren Geschäftsschwerpunkte sowohl im Betrieb und der Instandhaltung von öffentlicher Infrastruktur wie Autobahnen und Flughäfen als auch im Baugewerbe und in baubezogenen Spezialdiensten bestehen, gehört zu den Euro-Stoxx-50-Titeln mit einer intakten, technischen Hausse. Der übergeordnete, siebenjährige Hausse-Trend, der im März 2009 bei 21,70 Euro startete, liegt aktuell bei 40 Euro. Zusätzlich gibt es einen leicht beschleunigten Hausse-Trend mit einem Ausgangspunkt im November 2011 bei 28,50 Euro, der zurzeit bei 43,50 Euro anzutreffen ist. Im Oktober 2015 hatte sich Vinci mit einem technischen Kaufsignal aus der Konsolidierung unterhalb der Widerstandszone um 59 Euro nach oben abgesetzt, so dass sich die Hausse in dieser Aktie fortsetzt. Als erstes mittelfristiges technisches Etappenziel deutet sich für Vinci, die eine ausgeprägte relative Stärke gegenüber dem Euro Stoxx 50 aufweist, der Bereich um 62,50 Euro an. Das langfristige technische Kurspotential sollte deutlich höher liegen. Da Vinci aufgrund der zweimal im Jahr gezahlten Dividende eine erwartete Dividendenrendite von 3,2 Prozent für 2016 bietet, wird dieser Titel ebenfalls in den Aktienkorb aufgenommen. Der strategische Sicherungsstopp für diese Aktie sollte bei 39,50 Euro liegen.

Der Autor leitet das europäische Index-Research von Commerzbank Corporates & Markets.

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