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Kapitalmarkt : Börsenaufsicht verschärft Analysten-Regeln

  • Aktualisiert am

Die US-Börsenaufsicht SEC zieht die Zügel bei den Analysten an. Die neuen Regeln bleiben aber hinter den Plänen der Staatsanwaltschaft zurück.

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          Die amerikanische Wertpapier- und Börsenkommission SEC hat schärfere Vorschriften angeordnet, um Interessenkonflikte zwischen Wertpapieranalysten und den Investmenbanksparten der Brokerhäuser an der Wall Street zu vermeiden. Damit sollen die Anleger besser geschützt werden.

          Interessenkonflikte entstehen dadurch, dass die Analysten mit ihren Wertpapieranalysen Anlegern den Kauf oder Verkauf von Aktien und Anleihen erleichtern sollten. Die Investmentbanksparten verdienen aber enorme Summen an der Organisation von Börsengängen von Unternehmen oder beim Handel von Aktien und Anleihen. Sie hatten deshalb in den vergangenen Jahren immer stärker die eigenen Wertpapieranalysten eingespannt, um lukrative Investmentbank- Geschäfte von den Unternehmenskunden hereinzuholen.

          Mehr Offenlegungspflichten

          Die neuen SEC-Regeln sollen dies erschweren. Analysten dürfen nicht mehr von den Investmentbanksparten überwacht oder aus bestimmten Investmentbank-Transaktionen bezahlt werden. Sie und ihre Familienmitglieder dürfen keine Aktien mehr vor einem Börsengang eines Unternehmens kaufen, das sie mit ihren Analysen begleiten. Sie dürfen 30 Tage vor und fünf Tage nach Veröffentlichung einer Aktienanalyse keine Aktien dieser Firma mehr handeln.

          Sie müssen mitteilen, ob sie Aktien halten, die sie empfehlen. Sie müssen bei TV- oder Radio-Interviews erklären, ob sie die diskutierte Aktie halten und ob das Unternehmen ein Investmentbankkunde ist. Die Wall-Street-Firmen müssen ihre „Kauf“-, „Verkaufs“- und „Halte“- Empfehlungen prozentual aufschlüsseln und den Anteil von Investmentbank-Kunden in jeder Kategorie bekannt geben.

          Neuerungen bleiben hinter Vorschläge des Staatsanwalts zurück

          Der New Yorker Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer hatte bei einer Untersuchung der US-Brokerfirma Merrill Lynch E-Mails gefunden, in denen einige Analysten die von ihnen öffentlich empfohlenen Aktien firmenintern heruntergemacht hatten (siehe Link). Spitzer und Merrill Lynch scheinen einem außergerichtlichen Vergleich nahe. Die SEC untersucht auch mehrere andere große US-Brokerfirmen.

          Die SEC hat die neuen Vorschriften in Kooperation mit der New Yorker Börse und der für die Überwachung der elektronische Nasdaq- Börse zuständigen Dach-Organisation NASD erarbeitet. Die neuen Regeln sollen in den kommenden sechs bis neun Monaten eingeführt werden. Sie gehen aber nicht soweit wie die von Spitzer vorgeschlagene komplette Trennung zwischen Investmentbank- und Wertpapieranalysten-Sparten der Brokerhäuser.

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