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Überhitzte Akkus drücken Kurs : Ist die Samsung-Aktie billig genug für den Einstieg?

  • Aktualisiert am

Das Galaxy 7 bereitet auch Samsung-Aktionären Kopfzerbrechen. Bild: dpa

Das Debakel um überhitzte Akkus in Samsungs neuem Vorzeigemodell Galaxy Note 7 belastet den Aktienkurs. Der Smartphone-Marktführer verliert auf einen Schlag umgerechnet zwölf Milliarden Euro an Börsenwert.

          Im Desaster um das explosionsgefährdete Smartphone Galaxy Note 7 ist der Aktienkurs des südkoreanischen Elektronik-Herstellers Samsung eingebrochen. Der Kurs sackte am Montag an der Börse von Seoul um sieben Prozent auf den tiefsten Stand seit zwei Monaten. Nach Warnungen von Behörden und Fluggesellschaften hatte zuletzt auch Samsung selbst die Nutzer des Galaxy Note 7 aufgerufen, die Geräte auszuschalten. Die Samsung-Aktie schloss am Montag bei 1,46 Millionen Won (1169 Euro). Das Minus von sieben Prozent war für das Unternehmen der bisher größte Verlust an einem Handelstag in diesem Jahr und schmälerte den Börsenwert auf einen Schlag um umgerechnet zwölf Milliarden Euro.

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          Wenn ein Kunde ein Smartphone kaufen will, kauft er sich jetzt ein iPhone 7, nicht ein Note 7", sagte Mark Newman, Analyst bei Bernstein Research der Nachrichtenseite "CNN Money". Dabei habe Samsung. das Debüt bewusst vor Apples Ankündigung der neuen iPhone-Modelle angesetzt und starke Bewertungen erhalten.

          Die Kaskade negativer Schlagzeilen wirft die Frage auf, wie nachhaltig die Probleme mit dem Note 7 das Image von Samsung beeinträchtigen könnten. Wegen potenzieller Überhitzung sollten die Kunden das Gerät am besten gar nicht mehr benutzen, riet Samsung am Wochenende. Die amerikanische Verbraucherschutzbehörde CPSC prüft, ob ein Austausch gegen ein Gerät des gleichen Modells überhaupt ausreiche. Die amerikanische Luftverkehrsaufsicht FAA hatte zudem dringend vor einer Nutzung in Flugzeugen gewarnt. Die „New York Post" berichtete am Sonntag zudem, ein sechsjähriger Junge im New Yorker Stadtteil Brooklyn sei mit Verbrennungen ins Krankenhaus gekommen, nachdem ein Note 7 in Flammen aufgegangen sei, während er damit gespielt habe.

          Auf Sicht von 5 Jahren ist die Apple-Aktie schlechter

          Das Problem mit den Akkus wurde bekannt, als Samsung das Galaxy Note 7 in Deutschland an den Start bringen wollte. Der Konzern stoppte umgehend den weltweiten Verkauf und leitete eine Rückrufaktion ein. Es handelt sich vermutlich um rund 2,5 Millionen Geräte, die betroffen sind. "Wir bitten Nutzer, ihr Galaxy Note 7 auszuschalten und es sobald wie möglich auszutauschen", empfahl nun am späten Samstagabend auch der Chef der Samsung-Mobilsparte, Koh Dong Jin. Seinen Angaben zufolge sollen von einer Million Geräte 24 Stück von dem Akku-Problem betroffen sein. Die ersten Exemplare mit einer neuen Batterie sollen in Südkorea ab nächsten Montag ausgeliefert werden.

          Nach dem Ratschlag des Konzerns, die Geräte sicherheitshalber am besten gar nicht mehr zu benutzen, stand die Aktie im Fokus. Der bisher größte Verlust an einem Handelstag in diesem Jahr ist jedoch zu verschmerzen - wenn man sich die Aktie langfristig betrachtet. Diese kann weiterhin einen intakten Aufwärtstrend - gemessen an der 200-Tage-Linie und auf Euro-Basis - aufweisen. Auch die Performance ist für Langfrist-Anleger bisher positiv. Allein in den letzten sechs Monaten konnte die Aktie knapp 30 Prozent zulegen. Auf Sicht von fünf Jahren kommen Aktionäre auf eine Rendite von 171 Prozent. Das ist mehr als Apple-Aktionäre im gleichen Zeitraum mit der Aktie des iPhone-Konzerns verdient haben. Diese kommt auf 5-Jahressicht auf ein Plus von 134 Prozent

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          Trotz der aktuellen Probleme mit dem Premium-Smartphone Galaxy Note 7 ist Samsung nach wie vor führend bei Smartphones, Fernsehern und Speicherchips. Die Samsung-Aktie (mit einem 2017er-KGV von 9,4) könnte also zu diesem Zeitpunkt den einen oder anderen Anleger dazu verleiten, eine alte Börsenweisheit umzusetzen: "buy on bad News."

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