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Japan : Börse Tokio: Jubel über WM-Qualifikation

  • Aktualisiert am

Japans Manschaft jubelt über die WM-Qualifikation Bild: dpa/dpaweb

Die Aktienkurse verschiedener „Sport-Unternehmen“ zogen am Donnerstag an. Der Grund: Japan hat Nordkorea geschlagen und sich für die Fußballweltmeisterschaft qualifiziert. Der Favorit: Asics.

          Die Aktienkurse von Asics, Kinki Nippon Tourist und Mizuno zogen am Donnerstag in Japan zum Teil deutlich an. Der Grund: Japan hat Nordkorea geschlagen und sich damit für die Fußballweltmeisterschaft in Deutschland im nächsten Jahr qualifiziert.

          „Der Sieg heizt die Stimmung bei den Aktien kräftig an,“ die Auswirkungen werden zwar nur allmählich, aber mit Sicherheit zu spüren sein,“ sagte Mitsushige Akino, Fondsmanager bei Ichiyoshi Investment Management in Tokio der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Insbesondere Unternehmen aus den Bereichen Freizeit und Konsum dürften zu den Nutznießern gehören.“ Japans Teilnahme an der Fußballweltmeisterschaft dürfte dem Bruttoinlandsprodukt des Landes einen Schub von mindestens 250 Milliarden Yen oder umgerechnet 1,9 Milliarden Euro geben, schätzt Dai-Ichi Life Research Institute.

          Aktien von „weltmeisterschaftsaffinen“ Firmen reagieren positiv

          Die Titel des Sportartikelherstellers Asics schlossen an der Tokyo Stock Exchange 0,2 Prozent fester bei 520 Yen. Kinki Nippon, Japans zweitgrößte Reiseagentur, legten in der Spitze 2,5 Prozent zu auf 286 Yen. Für den Sportartikelproduzenten Mizuno ging es 0,2 Prozent hoch auf 511 Yen.

          ... ebenso wie die Fans

          Japan hat im vorletzten Qualifizierungsspiel in Bangkok Nordkorea mit 2:0 geschlagen. Damit nimmt das Land zum dritten Mal in Folge an der Fußballweltmeisterschaft teil. „Es wird bereits berichtet, daß ausländisches Geld in einige Sportartikelhersteller fließt,“ erklärte Katsuyuki Fujii, Manager im institutionellen Handelsbereich bei Yamaru Securities in Tokio. „Längerfristig werden die positiven Auswirkungen bei einer Vielzahl von Branchen zu spüren sein, von Touristik über Elektronik bis Transport.“

          Einige Aktien, bei denen Investoren positive Impulse von der Qualifizierung zur Fußballweltmeisterschaft erwartet hatten, stiegen jedoch nicht. Das Ergebnis sei größtenteils schon in den Kursen eingepreist gewesen, erläuterten Fondsmanager das Ausbleiben der Aufwärtsbewegung.

          Dentsu gingen bei 260.000 Yen sogar 0,4 Prozent leichter aus dem Handel, nachdem die Aktie von Japans größter Werbeagentur zuvor bis zu 1,5 Prozent zugelegt hatte. Sharp, Japans größter Hersteller von Flachbildschirmen, gaben 1,8 Prozent nach auf 1.631 Yen. Die Titel von TV Asahi, die das Spiel am Mittwochabend übertragen hatte, büßten 1,3 Prozent auf 224.000 Yen ein, nachdem sie zuvor in der Spitze 0,9 Prozent angezogen hatten.

          Aktie von Asics - charttechnischer und Bewertungsfavorit

          „Die Titel der großen Fernsehhersteller wie Sharp und der Fernsehanstalten gingen etwa fünf Sekunden nach oben. Das heißt, die Nachricht war bereits in den Kursen enthalten,“ erläuterte Edwin Merner, Fondsmanager bei Atlantis Investment Research in Tokio.

          Insgesamt mögen Ereignisse wie die Fußballweltmeisterschaften oder Olympiaden zumindest kurz-und mittelfristig deutliche wirtschaftliche Impulse mit sich bringen. Aber das dürfte vor allem in jenen Ländern der Fall sein, die Gastgeber sind. Denn dort machen sich Baumaßnahmen, Reise-, Beherbergungs- und Verköstigungsaktivitäten und andere Phänomene unmittelbar bemerkbar. Gewisse indirekte Effekte können sich auch dort bemerkbar machen, wo Mannschaften besonders erfolgreich sind. Zum Beispiel im Fall des überraschenden Gewinns der Europameisterschaft in Griechenland.

          Ob die Qualifikation Japans für die Weltmeisterschaft für das Land selbst wirtschaftlich ein starkes Ereignis ist, dürfte sich erst im Laufe des Turniers selbst herausstellen. Bis dahin dürfte es ratsam sein, auf die Aktien jener Unternehmen zu setzen, die relativ gut aussehen. Dazu dürften in erster Linie die beiden Sportartikelhersteller Mizuno und Asics gehören.

          Während Kinki Nippon schon einmal charttechnisch nicht so richtig überzeugen kann, zeigen die Trends bei Mizuno und Asics nach oben. Dabei kann Asics nicht nur unter diesem Aspekt überzeugen, sondern auch mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 10,6 auf Basis der Gewinnschätzungen. Mit einem KGV von knapp 21 und knapp 20 können Mizuno und Kinki Nippon weniger überzeugen. Der „Weltmeisterschaftstip“ aus Sicht japanischer Aktionäre lautet also: Asics.

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