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Anleger in Sorge : Bankaktien vor Italien-Referendum unter Druck

  • Aktualisiert am

Sitz der Banca Monte dei Paschi in Siena Bild: AFP

Sorgen vor dem am Sonntag anstehenden Verfassungsreferendum lassen die Aktienkurse fallen. Allen voran die italienischer Bankenaktien.

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          Die Furcht vor einer Regierungskrise in Italien und den Folgen für die Eurozone hat am Montag die Bankenbranche, vor allem in Italien erfasst. Börsianern liegt das am kommenden Sonntag anstehende Verfassungsreferendum in Italien im Magen. Ministerpräsident Matteo Renzi hat angekündigt, bei einer Niederlage zurückzutreten. Investoren fürchten in diesem Fall politisches Chaos. Bei einer Neuwahl könnten zudem die Eurokritiker deutlichen Rückenwind bekommen.

          Der Aktienkurs der angeschlagenen Bank Monte die Paschi gab um 13,8 Prozent auf 17,24 Euro nach, nachdem dieser schon am Freitag um mehr als 13 Prozent gefallen war. Banca Popolare Emilia Romagna gaben 6,6 Prozent nach. Banco Popolare und Banco Popolare di Milano verloren rund 5 Prozent.

          Monte dei Paschi di Siena hatte im Prospekt der laufenden Kapitalerhöhung auf mögliche Kosten in Höhe von acht Milliarden Euro durch Gerichtsprozesse hingewiesen. Die Bank plant eine Kapitalerhöhung von rund fünf Milliarden Euro, wobei Schulden in Eigenkapital umgewandelt werden sollen.

          Name Kurs %
          BPER BANCA EO 3 -- --
          BCA MONTE D.PASCHI -- --

          Analyst Tammo Greetfeld von der Unicredit rechnet mit anfänglichen Belastungen an den Aktienmärkten im Fall eines "No" der Wähler. Den Volkswirten der Bank zufolge erschienen aber bei einem Rücktritt Renzis eine Übergangsregierung und Neuwahlen frühestens im zweiten Halbjahr 2017 am wahrscheinlichsten. Eine solche Entwicklung dürfte die Bedenken der Anleger dann mildern und den Gegenwind weitgehend auf den italienischen Aktienmarkt beschränken.

          In den Kreditinstituten des Landes schwelt eine Bankenkrise, die bisher nicht wirklich gelöst wurde. Die Geldhäuser sitzen auf faulen Krediten von mehr als 300 Milliarden Euro. Ob diese Schwierigkeiten gegenüber der aktuell schon nicht einfachen Situation eine wesentliche Änderung darstellen, wird indes von einigen Anlegern bezweifelt.

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          Auch in Deutschland fielen die Kurse der Bankaktien. Commerzbank gaben um 3,1 Prozent nach, Deutsche Bank und die Deutsche Pfandbriefbank um 2,5 bzw. 2 Prozent, Aareal Bank um 1,5 Prozent. Der F.A.Z.-Index, der den deutschen Aktienmarkt in seiner Breite abbildet, verlor ein Prozent auf 2108 Zähler, der Standardwerteindex Dax um 1,1 Prozent auf 10.583 Stellen.

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