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Wochenausblick : Dax-Anleger fürchten Staatsschuldenkrise 2.0

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Während an den New Yorker Börsen neue Rekordhochs markiert werden, ist hierzulande von Partystimmung nicht mehr viel zu spüren. Bild: Reuters

Für Anleger führen in der neuen Woche fast alle Wege nach Rom. Das nahende Verfassungsreferendum in Italien könnte das Geschehen an den Börsen prägen. Für etwas Ablenkung sorge eine Flut von Konjunkturdaten.

          Die Abstimmung am 4. Dezember sei mehr als ein Votum über die Stärkung der italienischen Zentralregierung und die Stabilisierung des politischen Systems, betont Commerzbank-Volkswirt Marco Wagner. "Denn bei einem 'Nein' sind Neuwahlen und eine von der euro-kritischen Fünf-Sterne-Bewegung geführte Regierung möglich." Dann sei eine "Staatsschuldenkrise 2.0" nicht ausgeschlossen. Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi hat sein politisches Schicksal an den Ausgang des Referendums geknüpft.

          Vor diesem Hintergrund bezweifeln Experten, dass sich der Dax aus seiner Handelsspanne der vergangenen Wochen befreien kann. "Während an den US-Börsen die Champagnerkorken zu knallen scheinen, ist hierzulande von Partystimmung nicht mehr viel zu spüren", sagt Anlage-Experte Joachim Goldberg von der Beratungsfirma Goldberg und Goldberg. "Bildlich gesprochen sind zwar genügend Gäste eingeladen worden, aber so richtig Stimmung will dennoch nicht aufkommen."

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          Der deutsche Leitindex kam in der alten Woche erneut kaum vom Fleck und notierte am Freitag bei etwa 10.660 Punkten. An der Wall Street eilten dagegen Dow Jones, Nasdaq  und S&P 500 von Rekordhoch zu Rekordhoch. "Die vermeintliche Stabilität des Dax, aktuell gefördert durch den schwachen Euro, ist sehr gefährlich", warnt Jochen Stanzl, Analyst des Online-Brokers CMC Markets. Sollte die Gemeinschaftswährung auf Erholungskurs gehen und gleichzeitig Amerikas Anleger Kasse machen, drohe ein Kursrutsch am deutschen Aktienmarkt. Seit dem überraschenden Wahlsieg von Donald Trump bei derPräsidentschaftswahl büßte der Euro mehr als vier Prozent ein und war mit rund 1,05 Dollar zeitweise so billig wie zuletzt vor eineinhalb Jahren.

          Spekulationen auf rasche Zinserhöhungen in Amerika

          Befeuert wird der Höhenflug des Dollar von Spekulationen auf rasche Zinserhöhungen in den Vereinigten Staaten. Unter diesem Gesichtspunkt werden Investoren die anstehenden Konjunkturdaten analysieren. Entscheidend sind dabei die amerikanischen Arbeitsmarktdaten am Freitag - die letzten vor der Fed-Zinsentscheidung Mitte Dezember. Einen Vorgeschmack auf die offiziellen Zahlen liefert am Mittwoch der Bericht der privaten Arbeitsagentur ADP. Hinweise auf das Tempo der Zinserhöhungen erhoffen sich Börsianer außerdem vom Fed-Konjunkturbericht am Mittwoch. Außerdem treten in der neuen Woche zahlreiche Notenbanker öffentlich auf.

          Europäische Währungshüter treten ebenfalls vor die Mikrofone. Hier dreht sich alles um die Frage, um wie viele Monate die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Anleihekäufe verlängert. Bislang pumpt sie bis "mindestens März 2017" monatlich 80 Milliarden Euro in die Finanzmärkte, um die heimische Konjunktur anzukurbeln.

          Wie weit diese Bemühungen Früchte tragen, lässt sich unter anderem an den Barometern für die Stimmung der europäischen Verbraucher, Unternehmen (jeweils Montag) und Einkaufsmanager (Mittwoch) ablesen. Darüber hinaus stehen europäische Preisdaten (ebenfalls Mittwoch) auf dem Terminplan. In den vergangenen Wochen waren Spekulationen auf eine anziehende Teuerung in Amerika nach Europa herübergeschwappt. Das Inflationsbarometer notierte in der alten Woche zeitweise so hoch wie zuletzt zu Jahresbeginn.

          OPEC-Treffen im Fokus

          Ansonsten lohnt in der neuen Woche ein Blick auf die Ölpreise, die in diesem Jahr bereits oft die Richtung am Aktienmarkt vorgegeben haben. Sie stehen unter dem Eindruck des Mitgliedertreffens der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) am Mittwoch in Wien. Dort dreht sich alles um eine Frage: Wie kann die zuletzt im September grundsätzlich beschlossene Kürzung der Fördermenge tatsächlich umgesetzt werden.

          BRENT

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          Von Unternehmensseite schließlich sind in der neuen Woche wenig Impulse zu erwarten. Am Montag legt der Automobilzulieferer Stabilus seine Jahreszahlen vor. Zur Wochenmitte folgt der Start-up-Entwickler Rocket Internet  mit Resultaten zum dritten Quartal. Zudem lädt Europas größter Versicherer Allianz zum Kapitalmarkttag nach München ein, um über die Unternehmensstrategie zu sprechen. Der Autobauer VW steht steht in zugleich wegen seiner nächsten gerichtlichen Anhörung zum Dieselskandal in San Francisco im Fokus.

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