https://www.faz.net/-gv6-qc80

IT-Dienstleister : PC Ware-Aktie hat mehr als eine schöne Dividendenrendite

  • Aktualisiert am

Der Chart zeigt den Kursverlauf der Aktie von PC Ware. Bild:

Der IT-Dienstleister PC Ware hat mit seinen Geschäftszahlen 2004/05 die Prognosen übertroffen und weist ein strammes Gewinnwachstum auf. Zudem kann sich die Dividendenrendite sehen lassen. Die Aktie dürfte weiter steigen.

          2 Min.

          Mit Dienstleistungen um Software in öffenlichen Verwaltungen sowie Industriebetrieben läßt sich gutes Geld verdienen. Dies beweist außer dem Systemhaus Bechtle auch die PC Ware Informations Technologies aus Leipzig. Das Unternehmen hat im vergangenen Geschäftsjahr 2004/05 den Umsatz um ein Viertel und die Ertragskraft überproportional gesteigert.

          Mit seinen Zahlen übertraf PC Ware auch die optimistischen Schätzungen von SES Research. Das Analysehaus erwägt, den fairen Wert zu erhöhen; doch schon jetzt ist die Aktie aus ihrer Sicht deutlich unter unterbewertet. Interessant - auch im Vergleich mit Bechtle - ist der Titel auch wegen der schönen Dividendenrendite und dem hohen Bestand an Barmitteln.

          Am Montag ging der Titel mit einem Plus von 1,83 Prozent auf 10,55 Euro aus dem Xetra-Handel. Er baute mithin sein am Freitag erreichtes Jahreshoch aus und steht kurz davor, den seit Mitte 2003 geltenden Abwärtstrend zu knacken.

          Nettogewinn um 144 Prozent gesteigert

          Wie Ende vergangener Woche vorab berichtet, steigerte PC Ware im abgelaufenen Geschäftsjahr den Umsatz um 25 Prozent auf 503,9 Millionen Euro und übererfüllte damit die Prognose von SES leicht; das Analysehaus hatte mit 500,1 Millionen Euro gerechnet. Zuvor hatte PC Ware eine Bandbreite von 460 bis 470 Millionen Euro beim Umsatz vorhergesagt.

          Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag mit 6,9 Millionen Euro nach zwei Millionen Euro erheblich über der Schätzung von 5,11 Millionen Euro. Gleiches gilt für den Gewinn, der um 144 Prozent auf 4,4 Millionen Euro oder 72 Cent je Aktie stieg; im Vorjahr hatte das Unternehmen noch 28 Cent je Anteilsschein ausgewiesen.

          Laut SES Research ist das erste Quartal 2005 „ausgesprochen erfreulich“ verlaufen. Es sei das zweitstärkste im Geschäftsjahr gewesen. Und: „Bedingt durch die branchentypische Saisonalität ist dieses Quartal eher das schwächste im Jahresverlauf“, so die Analysten weiter. PC Ware habe besonders mit IT-Dienstleistungen mehr Geld als erwartet verdient. Und mit diesem Geschäft erziele PC Ware die größten Gewinnmargen.

          Aktie nicht teuer - Dividendenrendite von drei Prozent

          SES will nach der für Monatsende angekündigten Vorlage der endgültigen Jahreszahlen voraussichtlich die Ergebnisprognosen anheben und wohl auch den fairen Wert anpassen. Derzeit rechnet das Analysehaus noch mit einem Gewinn je Aktie von 77 Cent für das laufende Geschäftsjahr. Als fairen Wert nennt es 12,26 Euro, dürfte ihn aber nach eigenen Angaben auf etwa 13 Euro anheben.

          Daraus errechnet sich ein Kurspotential von etwa 23 Prozent. Ob die Aktie dieses sportliche Ziel erreichen kann, dürfte auch und gerade davon abhängen, ob Anleger dem Unternehmen weitere gute Überraschungen zutrauen. Das sollte möglich sein, da etwa Bechtle höhere Gewinnmargen aufweist. Aus charttechnischer Sicht muß die Aktie auf dem Weg nach oben eine Reihe von Hürden nehmen, die sich bei 10,80 Euro, 11,90 Euro und vor allem in Gestalt des Mehrjahreshochs bei 12,28 Euro aufbauen.

          Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse von 15,8 für dieses Jahr und etwa 13 für 2006 sind nicht hoch, wenn PC Ware weiter beim Ergebnis stark zulegt. Die These wird durch das nur 0,125 betragende Kurs-Umsatz-Verhältnis gestützt. Nicht zuletzt macht die Dividendenrendite von rund drei Prozent den Titel interessant, wobei Bechtle lediglich auf 1,6 Prozent kommt, Cancom keine Dividende zahlt und SES Research mit steigenden Ausschüttungen bei PC Ware rechnet. Vor diesem Hintergrund ist nicht ersichtlich, warum der zum Jahreswechsel begonnene Anstieg des Aktienkurses so bald ein Ende finden sollte.

          Weitere Themen

          Negativzins trifft immer mehr Sparer

          Bundesbankbericht : Negativzins trifft immer mehr Sparer

          Laut neuesten Daten erheben mittlerweile 23 Prozent der Geldinstitute im Durchschnitt negative Zinsen auf Sichteinlagen privater Haushalte. Das trifft etwa ein Viertel der gesamten Guthaben von Sparern bei deutschen Banken.

          Topmeldungen

          Verwaltungshochhaus vom Volkswagen-Werk in Wolfsburg (Archivbild)

          Musterklage : VW öffnet sich für Vergleich mit Diesel-Kunden

          Der Autohersteller beugt sich dem Druck des Gerichts, das auf einen Vergleich dringt. Der Prozess ist aber schon jetzt zäh für Volkswagen. Inzwischen erwartet der Konzern auch schlechtere Geschäftsaussichten.
          Entspannt im Alter: Damit der Ruhestand nicht zur Armutsfalle wird, soll die private Altersvorsorge reformiert werden – aber wie? (Symbolfoto)

          Geförderte Altersvorsorge : Riester-Reform statt Staatsfonds

          Im Koalitionsvertrag hat die Bundesregierung ein kostengünstiges Standardprodukt versprochen. In der CDU wächst die Sympathie für die Deutschland-Rente. Nun legt die Finanzbranche ein Gegenmodell vor. Die F.A.Z. hat es vorab.
          Verkehrsminister Scheuer musste sich wegen der Maut-Vergabe im Juli den Fragen des Verkehrsausschusses im Bundestag stellen.

          Pkw-Maut : Rechnungshof kritisiert Scheuer

          Der Bundesverkehrsminister wird seit langem für das Vergabeverfahren für die Pkw-Maut angegriffen. Auch der Bundesrechnungshof ist nicht einverstanden. Es listet gleich eine ganze Reihe von Verstößen auf.
          An der Stelle des Unglücks: Kerzen und Stofftiere erinnern an den Jugendlichen, der hier in der Münchener Innenstadt von einem Raser totgefahren wurde.

          Raserunfall in München : „Keine Hetzjagd“

          Eine Videoaufnahme von dem Raserunfall in München, bei dem ein Jugendlicher starb, soll die Polizei von Hetzjagd-Vorwürfen entlasten und den Vorsatz des Fahrers belegen. Die Staatsanwaltschaft sieht mehrere Mordmerkmale erfüllt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.