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IT-Dienstleister : Ist die Party vorbei für indische Outsourcer?

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IBM ist mit seinem großen und etablierten Consulting-Bereich bereits das dominierende Unternehmen am oberen Ende des Markts für technische Dienstleistungen, und mittlerweile hat es auch das untere Ende des Marktes - den kostengünstigen Kundendienst - erobert. Was noch wichtiger ist, IBM ist der Marktführer auf dem indischen Markt für Technology Services, einem Markt, den die Inder stets übersehen haben. Dem Forschungsunternehmen Interactive Data zufolge hat IBM mit zehn Prozent des insgesamt 3,7 Milliarden Dollar starken Marktes den größten Marktanteil in Indien und Kunden aus allen Bereichen, von der staatlichen Steuerbehörde bis zu privaten Marktteilnehmern.

IBM auf internationaler Ebene Indiens erste Wahl

In der Tat ist IBM auf internationaler Ebene Indiens erste Wahl. Ehrgeizige indische Unternehmen wie Bharti Airtel haben seit 2004 technische Dienstleistungen im Wert von etwa einer Milliarde Dollar an Unternehmen wie IBM mit globalem Know-how ausgelagert. Im März schloss IBM einen Zehnjahresvertrag über 800 Milliarden Dollar mit Idea Cellular, ehemals im gemeinsamen Besitz von Tata, Aditya Birla und AT & T, jetzt jedoch der Birla Group zugehörig. Allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres haben die multinationalen Unternehmen inländische Telekommunikationstransaktionen im Wert von 1,4 Milliarden Dollar an sich gerissen.

Den Analysten von Gartner zufolge werden indische Unternehmen im privaten und öffentlichen Sektor, von Banken bis zu Bahnunternehmen, voraussichtlich geschätzte fünf Milliarden Dollar für neue Technologien ausgeben, die alle einen Kundendienst erforderlich machen. Mit Ausnahme von Tata Consultancy, deren inländischer Geschäftsanteil neun Prozent beträgt, haben sich die indischen Unternehmen überwiegend auf den Export konzentriert und die große Gelegenheit in ihrem eigenen Hinterhof verpasst. NASSCOM schätzt, dass nur ein Viertel des Umsatzes indischer Outsourcer im Inland generiert wird, obwohl er jährlich um 22 Prozent zunimmt. Dieses Jahr erklärt Infosys jedoch erstmalig, dass sie für inländische Verträge bieten würden, und räumt ein, dass „der inländische Markt an Reife gewonnen“ habe.

Natürlich kämpfen auch Unternehmen wie IBM mit einigen jener Einschränkungen ihrer lokalen Konkurrenten. Indien leidet derzeit an einem drastischen Fachkräftemangel in Sektoren von Technologie über Handel bis hin zu Forschung. Ein Teil des Problems besteht im Aufkeimen neuer Geschäftsfelder wie Handel und Telekommunikation, in denen Indien noch nicht auf vorhandenes Fachwissen zurückgreifen kann. Doch ein erheblicher Teil des Problems ist die knirschende Ausbildungsinfrastruktur des Landes, die nicht genügend qualifizierte Arbeitskräfte produziert, die sofort produktiv eingesetzt werden können.

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